Wir schalten jetzt Werbung. Zum Beispiel für AT&T, das amerikanische Pendant zu T-Mobile (sc. Knebeltarifanbieter von iPhone-Verträgen). Und natürlich für dieses Buch, von dem man leider immer wieder sagen muss, dass es kein Kinderbuch ist. Sondern, siehe unten, ganz großes Kino.
Does Your Language Shape How You Think? In einem sehr schönen Artikel versucht das New York Times Magazine in seiner letzten Ausgabe diese Frage zu beantworten und kommt zu interessanten Ergebnissen. Unsere Auffassungen von Geschlecht, Zeit, sogar von Orientierung werden durch den Rahmen der Sprache geprägt, in dem wir diese Dinge das erste Mal erfahren. Der Autor, komischerweise ein Guy Deutscher, meint nicht, dass unsere (Landes-)Sprache unser Denken determiniert – schließlich können wir genauso Konzepte verstehen, für die es im Deutschen kein Wort gibt, wie wir die eine Zeitform durch eine andere ausdrücken können. Deshalb gibt es Fremdwörter und deshalb irritiert es niemanden, wenn ich sage: »Ich besuche dich morgen.« Aber auch wenn wir alle die Beschränkungen unserer Sprachen umgehen können, sorgen diese doch dafür, dass sich unsere Sicht der Welt in gewissen Bahnen bewegt. Den ganzen Beitrag lesen »
Parodie darf fast alles und deshalb auch College-Rock. Wie The Androids einst Madonna den jüngeren Popsternchen vorzogen, will nun die New Yorker Komikerin Rachel Bloom von niemand anderem als Ray Bradbury, »the greates Sci-Fi-Writer in history« und Autor von Farenheit 451, etwas wissen. Von dem dafür richtig.
Der Monat ist erst zur Hälfte rum und das Geld schon wieder weg. Eltern oder gewitzte Nichtraucherfreunde raten dann hämisch, mit dem Rauchen aufzuhören, das käme einen nicht nur billiger, sondern sei obendrein gesund. Mitbewohner oder die anderen Freunde, die zwar rauchen, aber nicht viel lesen, schlagen – ähnlich hämisch – vor, man solle weniger Bücher kaufen, das käme einen nicht nur billiger, sondern spare obendrein viel Arbeit beim nächsten Umzug. Mal angenommen, man entschließe sich nun, einen dieser Ratschläge zu befolgen: Welcher spart wirklich mehr Geld? Den ganzen Beitrag lesen »
Es ist ja immer so eine Sache mit dem Verwursten von Dingen, die man anderswo gelesen hat. Aber manchmal kann man einfach nichts dafür, dass jemand anders schneller war. Oder es passt einfach so gut. Also los!
We were no longer good society heißt der Fake-Trailer, den Emily Janice Card und Keith Paugh gedreht haben. Wie schon bei den Zombie-Mash-Ups der Jane-Austin-Verfilmungen musste Austins Roman Stolz und Vorurteil (1813) für die Kreativität der jungen Wilden herhalten. Dieses Mal wird’s mit David Finchers Fight Club vermengt, ein bisschen politisches Bewusstsein dazu und dann ist es die Gewalt, die die jungen Frauen aus dem viktorianischen Phlegma befreit, das die »good society« für sie vorgesehen hat.
Bei Jezebel kommt’s an. »THIS NEEDS TO BE REAL RIGHT NOW. I’M WAITING« heißt es unter dem Video in den Kommentaren.
Es gibt Dinge, deren Vorhandensein man glaubt als einziger Mensch auf der Welt entdeckt zu haben, bis man sich die Mühe macht, mal wen anders darauf anzusprechen. Dann merkt man schnell, dass man eben nicht der einzige war, der es bemerkt hat, sondern vielmehr einer unter vielen, die glaubten, die einzigen zu sein. Den ganzen Beitrag lesen »
Peter Szondi-Vortrag 2010 – Christoph Ransmayr schultert in „Atlas eines ängstlichen Mannes“ die Welt
Die Welt ist für Christoph Ransmayr eine unendliche Anhäufung von Geschichten. Zwischen (Ant)Arktis und Äquator findet der österreichische Autor den Stoff für seine Prosaminiaturen, die er im “Atlas eines ängstlichen Mannes” gesammelt hat. “Bilder der Welt” nennt Ransmayr die Episoden, deren Reihenfolge immer neu zusammengeschüttelt werden kann. Mit einer Lesung aus dem noch unveröffentlichten Manuskript bestritt der 56-Jährige den Peter Szondi-Vortrag 2010 an der Freien Universität Berlin. Den ganzen Beitrag lesen »
was sagte anelka
was sagte anelka zu seinem trainer
was sagte anelka zu domenech
was sagte nicolas anelka
was sagte materazzi zu zidane
was sagte rene zu daniel
was sagte horst köhler
was sagte köhler
was sagte anelka in der kabine
was sagte der franzose zum trainer
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Dieses Gedicht war heute eine echte Entdeckung für mich. Es gefällt mir sehr gut. Es ist ein Fussball-, ein WM-Gedicht, voller Tragik, Verzweiflung, großer Gefühle und Aktualität. Man könnte es auch “Fragen eines zweifelnden Fans” nennen, z. B. Es hat einen eigenen Rhythmus. Genial ist, wie beiläufig, spielerisch die Politik in die Welt des Sports hineingebracht wird (“was sagte horst köhler / was sagte köhler”).
Das Gedicht ist sozusagen von Google. Generiert aus Suchanfragen, die Google beim Eintippen der eigenen dann vorschlägt. Die Frage des Urheberrechts stellt sich hier natürlich ganz neu. A propos Urheberrecht: Auf dDie Idee, auf diese Weise Verse zu generieren, stammt von brachte mich Matthew Simmons, der am gestrigen Freitag einen ähnlichen Versuch unter der Überschrift “A Friday Poem?” bei den Htmlgiants vorstellte. Den ganzen Beitrag lesen »
Wie versprochen bringt goldmag exklusive Neuigkeiten vom Bücherturm, der in der Kreuzberger Graefestraße vor dem Antiquariat Umbras Kuriositätenkabinett der Witterung ausgesetzt ist. Aufnahmen von Februar und März dieses Jahres sind weiterhin hier zu begutachten.
Inzwischen ist es grün geworden um den Bücherturm. Ranken ziehen sich an den Buchrücken hinauf, und die Baumkrone spendet jetzt Schatten, wodurch mögliche Schäden durch das dieser Tage stark einfallende Sonnenlicht verringert werden. Dennoch zeichnen sich auch die Verfallsspuren immer deutlicher ab: Alle Bücher sind von Feuchtigkeit mehr oder weniger aufgedunsen. Die Deckel der mittig ausgestellten Folianten wölben sich und fallen ab. Schwarzer Schimmel ist an vielen Schnittkanten deutlich auszumachen. goldmag fragt: Wie ernst ist die Lage der Bücher?
Überhaupt nicht ernst, das ist die gute Nachricht: Der Turm steht weiterhin sicher auf seinem Zementsockel, die Bücher halten zusammen.
Über James Joyce sagte man, er sei ein großer Fan des Sports gewesen. Auch von Samuel Beckett weiß man das, er spielte recht passabel Cricket. Beide haben dann aber lieber mit dem Dichten angefangen. Übrigens hat Beckett niemals und Joyce nur am Rande über Sport geschrieben.
Intensiver verbindet Matt Harvey die Disziplinen und schreibt seit gestern und bis zum 4. Juli jeden Tag ein Gedicht über das Tennisturnier in Wimbledon. Die Süddeutsche Zeitung hat Harvey interviewt, der, wie man in der heutigen Ausgabe lesen kann, auch schon über Liebe, Teebeutel, Tomaten und Nacktheit gereimt hat und jetzt offizieller Wimbledon-Poet ist. Auf ›Wimbledon‹, sagt Harvey, reime sich ›simpleton‹, »wenn man es weich ausspricht.« Mit ›Roger Federer‹ sei das schwieriger, für ihn, den Profi, aber kein Problem. Reimproblemen begegnet Harvey abgebrüht: »Es ist nicht unbedingt nötig, dass ich einen Reim finde. Wenn nicht, pack ich den Namen in die Mitte einer Gedichtzeile, das geht auch.« Und er ist obendrein ein Kenner der modernen Lyrik, scheint aber kein Freund davon zu sein: »Viele moderne Gedichte reimen sich heute ja gar nicht mehr, aber ich bin da ein bisschen altmodisch.« Außerdem reimt er, ganz in der Tradition der viktorianischen Schriftsteller, lieber über die einfachen Leute beim Turnier als über die Tennisprofis. Susanne Klaiber, die Harvey interviewt hat, entlockt ihm denn auch die ersten beiden Verse eines Gedichtes über Balljungen:
Dafür musste Klaiber übrigens Harveys Agentin überreden, denn die wollte erst nur eine Zeile zur Veröffentlichung freigeben. Aber dann wäre ja der Reim dahin gewesen.