18 Dez

Falsch zitiert

Von Florian

Ein Anderes aber ist es in unsern Tagen, da durch das Internet das schlechteste, wie das beste Werk mit wunderbarer Schnelligkeit vertausendfacht und in die Welt ausgestreut werden kann. Jetzt erhält und verbreitet sich das Schlechtere länger und mehr als ehemals, und nimmt an Zahl an gleicher Menge zu, wie es der mittelmäßigen Köpfe, der Halbgelehrten, der Leute mit unedeln Nebenabsichten überhaupt mehr gibt, als der ausgezeichneten [...] Geister.

Ups, falsch zitiert. Im ersten Satz muss es heißen: “durch einfache Druckwerkzeuge”. Internet gab’s ja noch gar nicht.

Quelle: Stunden der Andacht zur Beförderung wahren Christenthums und häuslicher Gottesverehrung. Fünfter Band. Andachtsbuch für die Jugend. Sechste verbesserte Original-Ausgabe. Aarau (Heinrich Remigius Sauerländer) 1821. Link

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2 Reaktionen zu “Falsch zitiert”

  1. Michael Duszat

    Erstaunlich ist auch die Quellenangabe, denn nicht nur handelt es sich ja um eine “sechste”, sondern auch um eine “verbesserte” Originalausgabe. Merke: Der Begriff des Originals war damals (lange bevor Benjamins Kunstwerkaufsatz die Welt erschütterte) wohl dehnbarer als man denken würde.

  2. goldmag.de » Blog Archiv » Das Buch ist tot - es lebe das Buch!

    [...] vor den hunderten Romanen, die heute die Weltliteraturlisten füllen. Das absurde „Da kann ja jeder“-Argument hat sich dennoch bis in aktuelle Mediendebatten [...]