Ärger mit Franzosen
Liebe Filmfreunde! Weil diesen Sonntag Funkstille war, was aktuelle Blockbuster betrifft, wird hier diesmal der ZDF-»Montagskino«-Film Brothers Grimm nacherzählt. Dieser eignet sich für unseren literarischen Kontext natürlich ganz besonders. Denn er verarbeitet Motive aus den – in der ganzen Welt – bekannten Märchen der Brüder Grimm.
Deutschland, im 19. Jahrhundert: Die Brüder Jake und Will Grimm verdienen sich ihr Brot als Geisterjäger. Ihr aktueller Auftrag betrifft eine Hexe, die sich in einer Mühle breit gemacht hat. In fantasievollen römischen Rüstungen und mit einigen Utensilien ausgerüstet, vertreiben die Brüder die Hexe. Es stellt sich aber heraus, dass alles ein Schwindel war, von ihnen selbst inszeniert.
Zur gleichen Zeit pflückt ein rotgekleidetes Mädchen im Wald Beeren, sticht sich dabei aber. Diesem bösen Omen folgt der Angriff eines Ungeheuers, das man hier aber noch nicht sieht, sondern lediglich schnaufen hört. Bei den Grimms gibt es Ärger mit den Franzosen, die sich insgesamt als arrogante Besatzer aufführen. Ein General verurteilt sie einfach zum Tode, wegen Betrugs. Es sei denn, sagt er, sie fänden das Monster, das nicht nur Rotkäppchen, sondern auch schon viele andere Kinder verschleppt habe. Man macht sich also auf an den betreffenden Ort, in Begleitung eines Italieners namens Mercurio Cavaldi.
Währenddessen werden dort weitere Kinder, Bruder und Schwester, im Wald entführt. Die Brüder Grimm werden zum Fallensteller Kraus geschickt, der sie in den Wald führen soll. Stattdessen treffen sie aber nur seine sehr attraktive Tochter Angelika, die sehr hübsches braunes langes Haar hat und nicht gerade zimperlich ist: Sie häutet ohne mit der Wimper zu zucken ein Kaninchen, was den Brüdern Grimm beinahe den Magen umdreht.
Im Wald findet man einen hohen alten Turm, in dem, wie Angelika sich erinnert, eine Königin sich einst vor der Pest retten wollte, was aber nicht gelang, weil die Pest durch die Luft übertragen wird. Als es dunkel wird und die Stimmung unheimlich, kehrt man zurück ins Dorf. Um den Weg zu finden, küsst Angelika eine Kröte, die ihr darauf hin die richtige Richtung zeigt. Nachts zurück im Dorf verschluckt ein Pferd ein weiteres Mädchen und rennt mit ihm in den Wald. Bei der Verfolgungsjagd trifft Angelika den bösen Wolf, dessen Augen ihr aber seltsam bekannt vorkommen.
Dann passiert lange Zeit gar nichts. Es gibt wieder Ärger mit den Franzosen, und man spricht ein bisschen über Angelikas Familie. Jake macht sich wieder auf zu dem Turm. Dort schleudert er mit Hilfe eines Katapultes eine Holzpuppe von sich selbst gegen den Turm. Will, der später kommt, denkt zuerst, es handle sich um seinen Bruder. Mercurio macht derweil Messerwerfen und passt auf Angelika auf. Draußen wird ein weiteres Kind von einem Sumpfmonster verschluckt, welches sich dann in ein Lebkuchenmännchen verwandelt.
Jake ist mittlerweile in den Turm hineingeklettert und findet dort die Königin, die seit dreihundert Jahren im Bett liegt. Man erfährt jetzt, worum es geht. Die entführten Kinder sollen der Königin neues Leben einhauchen. Die Bee Gees vereiteln das – vorerst. Der Wolfsmensch stellt sich als Angelikas Vater heraus. Er ist aber von der bösen Königin verzaubert worden und entführt nun seine eigene Tochter als das letzte noch fehlende Opfer. Es gibt einmal mehr Ärger mit den Franzosen, die die Grimms jetzt sogar, mitsamt dem ganzen Wald, verbrennen wollen.
Sie können aber entkommen und versuchen nun, die Königin aufzuhalten, bevor die Mondfinsternis kommt. Ein paar Nebenfiguren sterben, und die Dinge spitzen sich zu. Am Ende ersticht Jake aus Versehen seinen Bruder. Dann zerhaut er mit der verwunschenen Axt des Wolfsmenschen den Zauberspiegel, und auch die Königin zersplittert dadurch. Mercurio, den man für tot gehalten hatte, spricht einen alten Familienfluch aus und der ganze Turm fällt zusammen. Per Kuss wird Angelika, die schon im Sarg lag, von Jake wiedererweckt. Automatisch wachen auch die anderen Kinder wieder auf. Der Bann ist insgesamt gebrochen, und Will ist auch wieder in Ordnung. Ende.
Am 15. April 2008 um 10:32 Uhr
Ich muss da mal ein bisschen korrigieren, denn es soll ja schließlich alles seine Richtigkeit haben hier: Die Königin lag nicht erst 300, sondern schon 500 Jahren da oben im Turm und Jake hat nicht aus Versehen Will erstochen, sondern die Königin hat aus lauter Dankbarkeit gegenüber dem untoten Wolfsvater von Angelika, der die Kinder für sie gestohlen und eingebuddelt hatte, diesem so eine Art Lebenszauberdorn aus dem Herz gezogen und zack, dem jungen hübschen Will in die Brust gerammt, um ihn so zu ihrem neuen Geliebten zu machen. Grade wollte dieser, ganz und gar verzaubert, die Königin küssen, um den Zauber zu vollenden, als Jake gerade noch rechtzeitig den Spiegel zerschlug. So war es.