Unter Liebhabern
Mit tubuk.de gibt es jetzt für Freunde der Independent-Verlage eine Alternative zu Amazon und Co.
Nachdem sich schon junge Verlage und junge Magazine in Netzwerken zusammengeschlossen haben, gibt es jetzt auch einen Versuch, die Vertriebstruktur der Independents gemeinsam in den Griff zu bekommen: Mit dem Onlinebuchhandel tubuk.de steht seit der Leipziger Buchmesse eine Alternative zu großen Anbietern wie Amazon oder BOL eine Plattform bereit, die sich ganz den Kleinverlagen widmet. »Nicht jedes Buch« ist das Motto von Tubuk und das heißt: Kein Mainstream, sondern nur Bücher aus handverlesenen, jungen, unabhängigen Verlagshäusern. Das Angebot wächst ständig: Bis jetzt sind 22 Verlage dabei, neben den Großen unter den Kleinen, wie kookbooks, blumenbar und Tropen, finden sich auch noch weniger Bekannte, etwa weissbooks, salis oder der J. Frank-Verlag.
Weil sowohl die Zielgruppe als auch das Angebot sehr viel übersichtlicher sind als bei der großen Konkurrenz, legt Tubuk Wert auf eine zwanglose Atmosphäre: Wie bei einer Social-Networking-Plattform können User Profile anlegen – allerdings weniger, um den Partner fürs Leben zu finden, als einander Bücher zu empfehlen und auf neue Autoren hinzuweisen. Auch die Autoren selbst können sich anmelden und mit ihren Lesern in Kontakt treten. Bisher gibt es von ihnen zwar nur eine handvoll, aber das kann sich ändern, wenn Tubuk wie geplant weiter wächst.
Denn so sehr das auf ein junges Publikum abzielt, das Youtube und myspace gewöhnt ist – es gibt Pläne, das Konzept eines auf Independent-Verlage ausgerichteten Buchhandels auch offline zu verwirklichen: Im Interview mit dem Börsenblatt denkt der Gründer Andreas Freitag schon darüber nach, Läden in größeren deutschen Städten zu eröffnen. Den ersten gibt es schon: Das Büro von tubuk.de in Berlin hat eine Ladenfläche – für alle, die lieber in Büchern blättern als auf sie zu klicken.