Rauchgebot
Piktogramme haben gemeinhin den Sinn, Handlungsmöglichkeiten klar zu verdeutlichen. Ein einziger, kurzer Blick soll genügen, um Verständnis herzustellen. Doch es geht auch anders: Anstatt lediglich plump vorhandene (oder eingeschränkte) Optionen aufzuzeigen, können Piktogramme auch Dilemmata aufzeigen und zum Nachdenken anregen. Schließlich lassen sich bestimmte Fragen nicht so einfach auf einen Nenner bringen. Wie eben bei diesem Paar, gefunden im ICE Hamburg-Berlin.
Die Strenge deutscher Verbotskultur, verdeutlicht durch die klassische rote Durchstreichung, wird hier der Lebensfreude des glücklich schmauchenden Rauchers gegenübergestellt. Fragen tun sich auf: Gebe ich mich in die Obhut des wohlmeindenen Staatsvaters und Erziehers, der mir auf dem Weg zu menschlicher Perfektion den rechten Weg weist? Oder pfeif’ ich auf Vernunft und Ordnungsgeld, grins mir einen, steck’ mir eine an und fühl mich wieder ganz wie 15?
Am 20. Mai 2008 um 00:34 Uhr
Erinnert mich daran, wie jemand einmal in der Berliner S-Bahn die Aufkleber der Kinderwagen und Koffer durch einen mit einer Drehorgel ergänzt hatte…
Am 20. Mai 2008 um 12:41 Uhr
Es ist doch eindeutig: Man soll die Zigarette nicht sich selbst rauchen und quasi wegkonsumieren lassen, sondern auch selbst aktiv daran ziehen (und vielleicht mit dem Finger drauf zeigen), sonst macht es keinen Sinn.
(Aktivrauchen schützt ja wohl auch gegen Passivrauchen, aber das ist ein alter Gag, den ich hier nicht bringe.)
Am 20. Mai 2008 um 14:51 Uhr
Vielleicht also kein absolutes Rauchverbot, sondern eher ein Genussgebot? Die Frage ist nur: Wie sieht ein Genussnachweis aus? Muss ja schließlich überprüfbar sein…