Das eigentliche Geheimnis ist das Weibliche
Liebe Filmfreunde! Heute abend hat Pro Sieben mal wieder einen dicken »Blockbuster« gebracht. Den werden einige von Euch aber nicht gesehen haben, womöglich weil Ihr eine feste Tatortgruppe habt, oder weil Ihr im ZDF Ranickis Ablehnung des Fernsehpreises nicht verpassen wolltet. Damit Ihr trotzdem morgen früh im Büro oder im Bett über diese brisante Bestsellerverfilmung mitreden könnt, wird die Geschichte hier in knapper Form und mit allen wichtigen Elementen nacherzählt.
Es geht rasant los: Ein blonder Fanatiker erschießt im Museum von Paris einen netten älteren Herren, der ihm in Todesangst noch ein religiöses Geheimnis verrät. Mit letzter Kraft schreibt der Alte sich mit seinem eigenen Blut ein Pentagramm auf den Bauch und legt zudem eine Schnitzeljagd mit Anagrammen und Bildern an für seinen Kollegen Professor Tom Hanks. Der ist aus Harvard und kennt sich mit religiösen Symbolen aus. Er hält gerade einen Gastvortrag in Paris, als der Mord passiert. Als er später Bücher signiert, wird er vom französischen FBI abgeholt und zum Tatort gebracht.
Er versteht eigentlich nicht, worum es geht, aber Amelie, die mutmaßliche Enkelin des netten älteren Herren erklärt ihm, dass er in großer Gefahr ist. Das FBI hat ihm eine Wanze ins Jackett geschmuggelt, und der Chef hält ihn schon für den Mörder. Auf der Museumstoilette drückt er die Wanze in ein Stück Seife und wirft sie aus dem Fenster auf einen LKW. Das FBI denkt, er sei aus dem Fenster gesprungen und fortgefahren.
So hat er Zeit, die Anagramme des alten Mannes zu entschlüsseln und so das hinter einem Bild von da Vinci versteckte Artefakt zu finden. Dieses ist in Wirklichkeit ein Schlüssel, der ein altes Schließfach öffnet, in dem wiederum ein Artefakt von da Vinci ist, und zwar eine Geheimrolle, die man wieder mit einem Code öffnen muss. Wenn man es mit Gewalt täte, würde sich ein Mechanismus lösen, durch den sich Essig über den eingerollten Zettel ergießt und die Botschaft vernichtet.
Die Polizei ist den beiden schon auf den Fersen. Jürgen Prochnow, der Chef der Schließfacheinrichtung, fährt die beiden mit einem Gefängnistransporter aus der Bank heraus, hintergeht sie aber kurz darauf. Sie entkommen jedoch, indem sie ihm die Wagentür vor den Kopf hauen.
Dann fahren beide zu einem alten befreundeten Oxford-Veteranen und unterhalten sich bei einer Tasse Tee über den heiligen Gral, denn um den geht es bei dem Ganzen. Audrey, deren braunes Haar sehr gut liegt, lernt dabei besonders viel. Anhand des Abendmahl-Bildes von da Vinci zeigt der Oxford-Mann den beiden, dass der Gral gar kein Trinkgefäß im eigentlichen Sinne ist, sondern ein Symbol für das Weibliche darstellt. Genauer gesagt, bedeutet der Gral, dass Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war, die nach der Kreuzigung außerdem seine Tochter bekommen hat, und die wiederum viele Nachfahren bis in die Gegenwart hinein. Die Kirche aber wollte mit Frauen nichts zu tun haben und hat deshalb die Hexenverfolgung erfunden.
Die Tempelritter aber haben das Geheimnis über die Generationen bewahrt, und da Vinci gehörte einst zu ihnen, übrigens auch Newton. Es scheint sogar, dass auch Amelie von ihrem Großvater alles Notwenige gelernt hat, ohne es jedoch bemerkt zu haben, also eigentlich auch eine Gralshüterin ist. Da aber kommt plötzlich der blonde Albino-Killer aus einer dunklen Ecke und würgt Tom Hanks. Der alte Gralsexperte schlägt ihn aber von hinten k.o. Mit seinem Privatflugzeug fliehen sie dann alle vor Jean Reno und seinen FBI-Leuten.
Es geht nach London, zum Grab eines Tempelritters, denn das stand so in der Schatulle, in welcher die Geheimrolle drin war. Die britische Polizei hat sich schon als Empfangskomitee aufgestellt, wird aber durch einen Trick hereingelegt, so dass man mitsamt der Geisel entkommt. Auf dem Weg zu der Kirche, in der das Grab sein soll, erfährt man, dass Tom Hanks als Junge mal in einen Brunnen gefallen ist und daher unter Raumangst leidet.
In der Kirche sind allerdings gar keine Gräber, und Audrey hat ein komisches Gefühl. Der blonde Killermönch hat sich befreit, greift erneut an und nimmt sie als Geisel. Zu allem Überfluss entpuppt sich der Chauffeur des Oxford-Millionärs als Verräter und will Tom und Audrey erschießen, während sein ehemaliger Chef in den Kofferraum gesperrt wird. Aber eine Taube, die oben in der Kirche umherfliegt, lenkt den Verräter ab, so dass das Abenteurerpaar entkommen kann.
Der Chauffeur setzt den verrückten Mönch zu Hause ab und tut so, als sei er der sogenannte »Lehrer«, der ihm früher die ganzen Morde befohlen hat. Er wird dann aber selbst von dem echten »Lehrer« vergiftet. Dabei handelt sich in Wahrheit um niemand anderen als um den alten Oxfordprofessor. Sein erklärtes Ziel ist, der ganzen Welt die Wahrheit über Jesus mitzuteilen.
Er bringt Tom und Amelie erneut in seine Gewalt und will sie zwingen, mit dem Code für Leonardos Rolle rauszurücken, in der sich der entscheidende Hinweis befindet. Amelie hat allerdings keine Ahnung. Tom tut ebenfalls so, als könne er das Rätsel nicht lösen und wirft stattdessen die Rolle auf den Boden, wodurch da Vincis Mechanismus ausgelöst wird und die Botschaft sich in Essig auflöst – denkt man: In Wahrheit aber wusste Tom, dass das Codewort »Apfel« lautet – wegen Newtons Apfel – und hat den Zettel heimlich vorher aus der Dose herausgenommen. Da taucht Jean Reno auf und nimmt Oxford in Gewahrsam.
Amelie, deren Haar sehr gut zu ihren braunen Augen passt, und Professor Tom begeben sich nun an den entsprechenden Ort. Dort finden sie heraus, dass Amelie in Wahrheit gar nicht die Enkelin vom zu Beginn der Geschichte Ermordeten ist, sondern die letzte lebende Nachfahrin von Jesus und Maria. Mit anderen Worten: Sie war gar nicht auf der Suche nach dem Geheimnis des Heiligen Grals, sondern sie war selbst das Geheimnis.
Natürlich kann man das alles nicht beweisen; die Wissenschaft stößt hier an ihre Grenzen. Amelie muss jetzt entscheiden: Soll sie der Welt die Wahrheit erzählen oder nicht? Tom gibt Amelie den Rat mit auf den Weg, dass sie ihrer eigenen Überzeugung folgen muss.
Ganz am Ende schneidet sich Tom beim Rasieren, und dadurch fällt ihm eine Art sakraler Reim ein, der mit Blut zu tun hat. Er schlägt in seinem eigenen Buch nach und findet heraus, dass der Reim im Klartext bedeutet, dass Maria Magdalena unter der Pyramide im Pariser Louvre begraben liegt, also dort, wo die Geschichte anfing, was man anhand einer rasanten Kamerafahrt durch Glas und Gestein bildlich demonstriert bekommt. Allerdings nur in einer Simulation, denn erstens gehen Kameras nicht durch Stein durch, und zweitens kann man die Sache, wie gesagt, nicht beweisen. Könnte man es, müssten große Teile der Weltgeschichte neu geschrieben werden.