30 Jan

Sind wir nicht alle ein bisschen to go?

Von Anne-Dore

gold_cof2.jpgSeit man überall Kaffee zum Mitnehmen bekommt (jetzt nicht diese geriffelten Plastikbecher, die einem die Finger verbrennen), ist so ein Pappbecher mit Deckel zum Accessoire von Metropolenbewohnern geworden. Tasche über der Schulter, Handy am Ohr, andere Hand um den Pappbecher, das signalisiert so etwas wie: Ich bin unterwegs, ich habe zu tun, ich habe es eilig, aber ich lasse mir doch meinen Latte Macchiato nicht entgehen. Ich, mein Leben und mein Kaffee – wir sind to go.

Neulich habe ich eine Frau gesehen, die um den Hals eine silberne Kette trug, mit einem winzigen baumelnden to-go-Becher dran. Manche tragen ja auch Kreuze um den Hals.

Auch die kleinsten Bäcker und entlegensten Cafés versuchen, sich diesem Lebensgefühl zu öffnen und hängen Schilder ins Schaufenster, damit die Welt sieht, dass sie mittendrin sind:

  • Koffie to go
  • Cappuschino zum Mitnehmen
  • Latte Makkiato to go
  • Hier: Kaffée to go
  • Cafés zum Mitnehmen
  • Kaffee tu go
  • Alle Kaffees auch to goh!

Foto: cdwaldi

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2 Reaktionen zu “Sind wir nicht alle ein bisschen to go?”

  1. Michael

    Ja, sich hier wieder lustig machen über die armen Bäcker! Die können doch auch nichts dafür, dass wir in einer Schriftkultur leben.
    Außerdem wird wie immer bei der Kaffee-zum-Mitnehmen-Frage Togo vergessen, dessen Exporte laut Internet zu 10% aus Kaffee bestehen.

  2. Nikolai

    “Cafés zum Mitnehmen” ist doch super! Einer, der bei diesen ganzen modischen Trends nicht mitmachen will und sich dabei bewußt an die frankophone Kultur anlehnt. Und war Togo nicht früher auch französisch?! Na, also!