30 Mai

Zufallsinterview mit Thomas Klupp

Von Felix Lüttge

Thomas KluppAm Morgen des zweiten LAN-Tages sitzen Teile der GOLDredaktion in einem Café in Kreuzberg. Ganz zufällig tun uns Thomas Klupp und seine Freundin den Gefallen, in ebenjenem Café zu frühstücken. Wir lassen es uns nicht nehmen, ihn zu einem kurzen Interview an unseren Tisch einzuladen.

Thomas Klupp setzt sich – ein Berliner Autor eben (wenn auch mit charmantem oberpfälzischen Akzent) – mit einem Latte Macchiato zu uns. Er raucht denselben Tabak wie wir und erzählt, dass er GOLD noch als gedrucktes Heft kennt, was uns natürlich freut. Dann sprechen wir über den ersten Abend des LAN.

GOLD: Thomas, du bist einer der Autoren, die gestern Abend das LAN eröffnet haben und eine Viertelstunde Zeit hatten, aus ihrem Werk zu lesen. Wie hast du das erlebt?

Thomas Klupp: Das Konzept vom LAN finde ich super. Mir gefällt, dass da verschiedene Sachen zusammengebracht werden, die das klassische Prinzip Lesung aufbrechen. Das bringt vielleicht auch ein anderes Publikum zu einem Literaturfestival. Einige sind gestern bestimmt wegen der Musik gekommen. Fünfzehn Minuten Lesezeit sind natürlich knapp. Ich habe aber trotzdem den Eindruck, dass es gut funktioniert, wenn man ein Panorama vorstellen will. Mich hat es nicht gestört. Ich habe halt geschaut, dass ich ein paar flotte Textstellen raussuche. Mir hat auch besonders gut gefallen, dass es danach den Kontakt zum Publikum und den anderen Autoren gab. Ich feiere sehr gerne und da fand ich es gut, dass man nach einer Lesung nicht mit dem Veranstalter irgendwohin geht, sondern noch mit allen zusammensteht.

GOLD: Wer hat gestern noch besser gelesen als du?

Klupp (lacht): Was ich wirklich beeindruckend fand, war die Tanzvorstellung von Martina Hefter. Im ersten Moment dachte ich mir: „Was ist das jetzt?“ Aber als es dann länger wurde, war es stimmig. Der Text hat ja auf die Performance hingewiesen. Wenn sie dann wieder ans Mikro trat, musste sie erst den Atem wieder zur Ruhe bringen. Das fand ich spannend, hat mir sehr gut gefallen. Auch Thomas von Steinaecker fand ich gut. Er hat seinen Text so professionell gelesen. Das sind die beiden Bilder, die mir am stärksten in Erinnerung geblieben sind.

GOLD: Kannst du einen Autor für die nächsten beiden Abende des LAN empfehlen?

Klupp: Helene Hegemann, das siebzehnjährige Wunderkind würde ich gern sehen. Das ist doch ein Faszinosum: Sie hat mit siebzehn schon einen Film gemacht und der erste Roman erscheint jetzt bald. Darauf bin ich gespannt.

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