29 Aug
Das Pekar-Project und andere Glühwürmchen

- The Pekar Project — Harvey Pekar ist einer der interessantesten und, spätestens seit dem Film American Splendor, auch hierzulande bekanntesten US-Comic-Autoren. Längere Zeit arbeitete er mit dem Underground-Genius Robert Crumb zusammen, mit dem ihn auch eine Leidenschaft für alte Schellack-Platten verbindet. Jetzt gibt es wieder eine Kooperation der beiden Comic-Altmeister, wenn auch nur über das Telefon — und gezeichnet nicht von Crumb, sondern opulent von der Chicagoer Illustratorin . Das Web-Comic “Pekar & Crumb, talking ’bout art” eröffnet eine Reihe von Pekar-Arbeiten, genannt The Pekar Project, die im SMITHmag erscheinen sollen. Absolut sehenswert!
- Bioluminescent Metropolis — Geoff Manaugh hat in seinem Architektur-BLDGBLOG einige wilde Ideen, nachdem er in W. G. Sebalds Ringen des Saturn über Experimente mit toten Heringen gelesen hat. Diese schwitzen nämlich, wie Sebald beschreibt, eine luminös-phosphoreszierenden Substanz aus, die zwei englische Wissenschaftler, Herrington und Lightbown, Ende des 19. Jh.s zu extrahieren suchten. Obwohl Sebald das “Scheitern dieses exentrischen Planes” ironisch als einen “kaum nennenswerten Rückschlag in der [Geschichte der] sonst unaufhaltsamen Verdrängung der Finsternis” abtut, lässt sich Manaugh davon, rund 140 Jahre nach Herrington und Lightbown, in völlig unsebaldischen Fortschrittsoptimismus nicht ablenken: Er ist erkennbar angetan von der Idee. Im folgenden berichtet Manaugh von einem “bioluminescent bacterial billboard”-Projekt auf den Galapagos-Inseln, einem Glühwürmchen-Tunnel in Wales und anderen lumineszierenden Dingen, um am Ende aufzuwarten mit einer interessanten practical idea. (Auch wenn dieser Architektur-Blogger den Sinn von Sebalds Ausführungen komplett verfehlt, wird eindrucksvoll deutlich: Literatur ist zu etwas nütze!!!)
- The Appeal to Reason — dieser Beitrag über eine sozialistische Ausgabe (“Appeal to Reason”) von Thomas De Quinceys Confessions of an Opium Eater hätte gut in unsere Kategorie “Sammeln und Seltenes” gepasst! Leider haben nicht wir sie im Müll gefunden, sondern Luc Sante vom “Hermenautic Circle Blog”. Schade.
- Dissertation Haiku — das ist mal ein sinnvoller Einfall! Susanna Speier hat selbst sieben Jahre an ihrer Dissertation geschrieben. Nun erkennt sie: “Dissertations are long and boring. By contrast, everybody likes haiku.” Überzeugend! (Via: hermenaut.org)
- Die “Great Ideas Series” von Penguin Books — ist typographisch fein gestaltet und sieht eindeutig cool aus (zumal auf der ebenso schicken Web-Seite). Dazu Robert Hanks Kritik im New Statesman. (Via: www.complete-review.com)