Letzte Woche so im Netz
David Wallace’ The Planet Trillaphon as it stands in relation to the bad thing ist 1984 in Wallace’ College-Zeitung, dem Amherst Review erschienen. Darin berichtet David Wallace, der sich damals noch nicht so autorenmäßig den “Foster” zwischen die Namen schrieb, von seinem Leben mit und auf den Anti-Depressiva. Die Wallace-Ausgabe der Zeitung als pdf gibt es hier. (htmlgiant.com) Wer von Wallace nichts mehr hören möchte, was natürlich ein großer Fehler ist, kann hier mit der Times auf Meta-Ebene über dieses und andere Phänomene bestimmter im Netz gehypter Autoren reflektieren.
Der Buchladen Shakespeare and Company, Paris, pflegt eine eigenartige Webseite. Seit Jahrzehnten finden Reisende hier Unterkunft. Bedingung: Sie müssen pro Tag eines der englischsprachigen Bücher lesen. Das ist mal eine didaktisch versierte Methode, um die Leute im digitalen Zeitalter wieder zur Kontaktaufnahme mit dem guten, alten Buch zu bringen. Vielleicht aber auch nur wieder so eine urbane Legende. Der Guardian, jedenfalls, berichtete, vor einiger Zeit.
“Critics don’t need free books” — Janice Harayda stellt in Publishers Weekly eine gewagte These auf, vor allem aber eine interessante Methode vor, nämlich wie man kostenlos an brandaktuelle Rezensionsexemplare kommt. Theoretisch könnte das auch in Deutschland so funktionieren. Außerdem berichtet sie über “other things blogging taught me about reviewing”. (Via complete-review.com)
Der schottische Blogger Rob hat mit seinen “Daily Bookshots” eine schöne Idee gefunden, dem Buch-Fetisch auf ungewöhnlich angemessene Weise zu frönen: per Pin-Up-Fotografie. Diese hier beispielsweise dokumentiert einige sehr interessante Zeilen von Shusaku Endo, japanischer Nachkriegs-Autor und Angehöriger der sogenannten “dritten Generation”, über das Leben seiner fiktiven Charaktere zwischen Roman und Kurzgeschichte.
Ein schon etwas älterer Blogeintrag auf einer Seite mit dem schönen Namen Reading is Breathing zeigt einen herzerwärmenden CBS-Fernsehbeitrag über französische “Bibliomaniacs” — es ist immer schön, Leute zu sehen, die noch wissen, was wirklich wichtig ist im Leben. (Via maitresse.typepad.com)
Beim Perlentaucher schließlich schreibt Ilja Braun Erhellendes über digitale Schutzwälle — bzw. über das “Google Book Settlement” bzw. warum nur die US-amerikanischen Leser vergriffenen Bücher online lesen dürfen, während die deutschen Leser mal wieder in die Röhre schauen. Ja, so ist das.