14 Sep

Applaus von den Kollegen

Von Michael Duszat

Liebe Filmfreunde. Auf Pro Sieben kam heute abend ein Film mit dem Titel Der Bibelcode. Es geht darin um einen Geheimcode in der Bibel, der die Zukunft der Menschheit enthält. Das interessiert Euch als Textforscher im weiteren Sinne sicher, aber womöglich hattet ihr keine Zeit, selbst zuzuschauen. Deshalb gibt es hier eine Nacherzählung dieses Mystery-Abenteuer-Events zum Miträtseln und Nacherleben.

Der Film beginnt vielversprechend. Eine Frau und ein Mann, beide in weiß, reiten durch die Wüste. Die Frau sagt dem Mann, dass er wegreiten soll, weil es nur um sie ginge, nicht um ihn, und wartet auf das Kommende. Ein rotgekleideteter Kardinal kommt mit einer Gruppe Wüstenreiter und will etwas von der Frau haben. Da aber kommt plötzlich ein Sturm auf und begräbt alle unter Sand. Die Frau ruft noch laut “Johanna” in den Wind hinein…

Als nächstes sind wir in Deutschland. Wir treffen die Hauptfigur, und die heißt nicht zufällig Johanna. Die Verbindung ist aber noch völlig unklar. Sie ist eine Polizistin, wird aber gerade entlassen wegen Gewaltanwendung im Dienst. Sie hatte einem Kriminellen die Schulter ausgerenkt. Dafür muss sie gehen, aber sie erhält auf dem Flur noch Applaus von den Kollegen.

Kurz darauf wird Johanna angerufen von einem Mann mit Namen Bachman, der sagt, er sei ihr Vater, obwohl Johanna eigentlich dachte, ihr Vater sei tot. Er brauche ihre Hilfe, sagt er, und müsse sie sofort treffen, denn schon morgen sei er tot. Dann aber wird auf den Anrufer geschossen, der sich mit Mühe zum Treffpunkt schleppt. Er kann Johanna gerade noch einige rätselhafte Dinge über eine große Gefahr und den Papst sagen und ihr einen Schlüssel in die Hand geben, bevor er zusammenbricht.

Johanna folgt seiner Spur und betritt seine Wohnung mit Hilfe des Schlüssels. Dort trifft sie auf Simon, einen Religionswissenschaftler aus Paris, der scheinbar widerrechtlich eingedrungen ist. Sie macht ihn dingfest, fesselt und knebelt ihn. Als sie ihn wieder losmacht, erfährt sie, dass er mit ihrem Vater zusammen gearbeitet hat, und dass ihr Vater nach dem Urtext des Alten Testaments gesucht hat. Simon wird übrigens von einem echten Franzosen gespielt und ist hinterher synchronisiert worden, das gibt dem Film etwas Internationales. In “Basti”, einem ihrer alten Kuscheltiere, das ihr Vater überraschend von ihr hatte, findet Johanna einen Laptop mit wichtigen Informationen.

Schon wird aber durch das Fenster auf sie geschossen, und zwei Killer versuchen sie umzubringen. Zusammen mit Simon flieht Johanna über das Dach. Als beide über ein altes Brett auf das nächste Hausdach steigen müssen, zeigt sich, dass Simon Höhenangst hat. Johanna rät ihm, er solle an etwas Schönes denken. Beide können entkommen. Werbung.

Als nächstes sehen wir Joachim Fuchsberger als den Papst. Er streitet sich mit einem eifrigen Kardinal, der ihn nach diesem Gespräch umbringen will, weil ihm sein Führungsstil zu weich ist. Johanna und Simon rätseln währenddessen weiter über das Projekt ihres Vaters. Die Spur führt beide zu einem Mann namens Ephraim Blum nach Graz.

Dort angekommen, treffen sie statt auf den echten Blum nur auf den Fanatiker Thaddaeus, der ihnen den Laptop abnehmen will, und wieder sind ihnen die Killer auf den Fersen. Ein großer Mönch in weiß, mit einer Narbe im Gesicht, hilft ihnen überraschend, so dass sie abermals entkommen können. Der Fanatiker muss mit leeren Händen zu seinem Chef, dem bösen Kardinal, gehen. Der zeigt sich sehr interessiert an Johannas Existenz, von der er bisher noch nichts wusste.

Johanna und Simon stehlen ein Auto und fahren in die Provence, um Blum dort zu suchen. In einer alten Kirche, die gerade restauriert wird, finden sie ihn. Er klärt sie über einige Einzelheiten auf, was den Bibelcode betrifft: wer den Code kennt, kann in die Zukunft sehen und sie sogar verändern. Aber der Schlüssel sei verloren gegangen. Werbung.

Schon haben Thaddaeus und ein Killer sie auch hier aufgespürt. Sie töten Blum kaltblütig und verlangen den Laptop. Den wirf Johanna jedoch in einen Abgrund, wo er kaputt geht. Daraufhin werden die beiden gekidnappt und in einem Auto weggebracht zu dem bösen Kardinal. Er sagt, Johanna solle ihn auf den richtigen Weg begleiten. Sie aber sagt nein.

Daraufhin sehen wir sie mit Simon am Boden eines tiefen Brunnens gefangen, in den Wasser fließt. Das soll sie dazu bringen, ihre Meinung zu ändern. Ein junger Anhänger der dunklen Bruderschaft, der eigentlich auf sie aufpassen soll, holt sie beide überraschend mit Hilfe einer Kette heraus. Mit derselben Kette würgt Johanna den kurz darauf hinzukommenden Thaddaeus und presst ihm das Geheimnis ab, dass es gegen den Papst geht.

Also machen sich Johanna, Simon, und der junge Ordensbruder, der ihnen aus einem unbekannten Grund auch weiterhin hilft, auf dem Weg nach Rom. Simon hat sich etwas erkältet und holt sich was in der Apotheke, während die anderen beiden reingehen zum Papst, um ihn zu warnen. Der Papst empfängt Johanna wohlwollend, aber der junge vermeintliche Helfer, der mit hinein gekommen ist, entpuppt sich plötzlich als Attentäter und ersticht den Heiligen Vater mit einem Messer und dann sich selbst.

Johanna kommt zunächst hinter Schloß und Riegel, was Simon nicht verhindern kann. Sie wird dann aber von Imhof, einem Freund ihres Vaters, aus dem Gefängnis befreit. Dessen Freund Stefano, bei dem es sich um den Mönch in Weiß handelt, der ihnen schon einmal geholfen hatte, und der seit einem Unfall stumm ist, fährt sie zusammen mit Simon daraufhin zu einem Kloster in der Steiermark.

Dort trifft sie den totgeglaubten Papst wieder, der gottlob eine Schutzweste getragen hatte. Er erklärt Johanna, dass sie möglicherweise eine Seherin ist und der Stimme ihres Herzens folgen soll. In der Bibliothek forschen Johanna und Simon, der eine Wissenschaftlerbrille trägt und schulerlanges braunes Haar hat, weiter nach dem Rätsel des Bibelcodes. Sie erfahren, dass es vor hundert Jahren schon einmal eine Seherin in dem Kloster gegeben hatte, mit Namen Nora Weber. Werbung (u.a. Angela Merkel für die CDU und Johannes B. Kerner für Gutfried).

Johanna bekommt einen Anruf aus der Heimat. Ihr Kollege Marcus liegt im Sterben. Er hat sich bei einem Selbstmörder, der in einem gelben Schutzmantel in den Tod springen wollte, mit einer mysteriösen Krankheit angesteckt. Kurz darauf bricht ein Feuer aus, und Simon ist in der Bibliothek gefangen. Johanna rettet ihn aber.

Man macht sich auf die Suche nach den Spuren Nora Webers und stößt in einem zugemauerten Kellergewölbe auf ein altes Pergament, auf dem das heilige Land, also Israel, abgebildet ist. Kurz darauf stirbt Johannas Kollege Marcus in Deutschland tatsächlich an der Krankheit, die sich als eine geklonte Form der “schwarzen Pocken” entpuppt. Die dunklen Brüder wollen damit anscheinend eine tödliche Plage auslösen.

Simon und Johanna sind inzwischen in Israel angekommen. Dort fahren sie tief in die Wüste und suchen ein von Nora auf der Karte eingezeichnetes Dorf. Als es Nacht wird, schlafen sie im Auto. Am Morgen müssen sie aber feststellen, dass sie zu nahe an einem Abgrund geparkt haben. Denn beim Aufwachen neigt sich das Auto schon gefährlich nach unten und stürzt kurz darauf hinab in die Tiefe. Die beiden Abenteurer können sich gerade noch retten. Nun müssen sie zu Fuß weiter.

Sie steigen in eine Schlucht hinab. Dort finden sie das Grab von Nora Weber und treffen einen jungen Mann, der sich als Urenkel der Seherin vorstellt. Er hat sie bereits erwartet, weil es so prophezeit worden war. In Noras Grab finden sie ein weiteres Pergament, auf dem der Urtext der Bibel steht: die Grundlage des geheimen Bibelcodes. Während Simon zu übersetzen versucht, treten schon wieder Killer auf dem Plan und schießen gnadenlos auf die Freunde.

Der Enkel läutet jedoch eine Glocke und mehrere in weiß gekleidete Dorfbewohner kommen mit Keulen und Steinen, um sie zu beschützen. Sie halten die Killer unter großen Verlusten auf, so dass Johanna und Simon fliehen können. Die beiden klettern aus der Schlucht, stehlen einen Jeep und fahren davon. Jetzt haben sie den Urtext, aber noch nicht den Schlüssel zum Code. Um den zu finden, müssen sie noch tiefer in die Wüste.

Während die Sonne langsam untergeht, bekommt Johanna langsam Zweifel an der ganzen Sache. Sie glaubt nicht an Vorhersehung und verdächtigt Simon, dass er mit den bösen Brüdern unter einer Decke steckt, weil es ihrer Meinung nach zu viele seltsame Zufälle gegeben hat. Sie fragt ihn ganz offen danach und will wissen, warum er ihr eigentlich die ganze Zeit hilft. Zur Antwort gibt er ihr einen Kuss, und die beiden verbringen eine gemeinsame Nacht im Jeep.

Am nächsten Morgen müssen sie abermals vor den Killern fliehen. Dabei bleibt ihr Jeep im Sand stecken, und sie müssen wieder zu Fuß weiter. Ein Sandsturm zieht auf, vor dem sie sich gerade noch in eine Höhle retten können, die Johanna intuitiv gefunden hat. Als der Sturm aufhört, finden sie sich wie durch Zufall an der Stelle wieder, an der zu Beginn des Films die geheimnisvolle Frau von den Wüstenreitern umzingelt worden war. Wir wissen jetzt, dass es sich um die Seherin Nora Weber gehandelt haben muss.

Durch Intuition findet Johanna auch deren Himmelsscheibe im Sand. Das ist eine Art goldener Teller mit Löchern und Bildern drauf, welche den Schlüssel für den Code darstellt. Indem Johanna die Scheibe über das Urtextpergament hält und das Sonnenlicht hindurch scheinen lässt, gelingt es ihr tatsächlich, die Zukunft vorauszusehen. Sie hat eine erschreckende Vision: die Pocken wüten in Rom, der Papst trinkt ein Glas Wasser, und die Menschen sterben.

Imhof, der alte Freund von Johannas Vater, rettet die beiden kurz darauf mit einem Hubschrauber aus der brennenden Wüstensonne. Der böse Kardinal ist derweil beim Papst und erpresst ihn: er solle sein Leben opfern und seinen Posten freigeben, sonst würde das römische Wasser mit dem geklonten Virus verseucht werden.

Die beiden jungen Helden machen sich auf nach Rom und warnen die örtlichen Autoritäten vor der bevorstehenden Katastrophe. Mit einer Taskforce dringt Johanna in das Krankheitslabor ein, um den Plan zu vereiteln. Das gelingt auch. Als Johanna jedoch ins Visier eines Killers gerät, wirft sich Simon in die Schusslinie. Johanna hatte das in ihrer Vision vorhergesehen, es aber nicht verhindern können, obwohl sie Simon gesagt hatte, er solle draußen bleiben. Simon ist getroffen, aber die Gefahr ist gebannt.

Der Papst ist allerdings schon fast soweit den Giftkelch an die Lippen zu führen. Aber Johanna ruft per Handy einen Diener des Papstes an – die richtige Nummer hatte sie ebenfalls in ihrer Vision gesehen – und der kann den Papst gerade noch retten. Nun ist es an dem bösen Kardinal, sich selbst zu richten, mit seinem eigenen Todestrunk.

Der Papst wünscht Johanna alles Gute, und Simon hat seine Verletzung überlebt. Am Ende gehen er, in einem weißen Anzug, und Johanna, in einem roten Kleid, durch einen Säulengang auf ein erleuchtetes Tor zu. Weiße Mönche knieen links und rechts zu ihren Füßen und verneigen sich.

Eine Reaktion zu “Applaus von den Kollegen”

  1. Friedrich Hönigsperger

    Der Film weiters die Darstellung des Guten und dem Kampf gegen das Böse innerhalb der nicht weltlichen Welt hat mich sehr fasziniert.Gab es wirklich die Seherin Nora Weber, ist dieser Name nur für den Film erfunden worden und wieviel ist wirklich an der gesamten Darstellung (Orte und Handlung )Realität??Ich bin ein nüchtern denkender Mensch und glaube, dass bei all diesen Kirchenfilmen immer eine große Portion Wahrheit dahinter stecken könnte. Und genau das macht mir Angst und Unruhe.Ich versuche selbst zu recherchieren und stoße selber immer wieder auf große Ungereimtheiten, welche ich nicht abklären kann, da mir die Zugänge zu den Archiven und Akten leider verwehrt sind.
    Weiterhin viel Erfolg.
    Fritz

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