City of Gold

In New York, so berichtet der BLDG-Blog, wird der Platz für Gold langsam knapp. Da sich der Gold-Preis in den letzten zehn Jahren vervierfacht habe, kaufen die Leute immer mehr der Edelmetall-Barren und horten sie — und zwar in solchen Mengen, dass der Speicherplatz in den Tresorräumen jetzt offenbar an seine Grenzen geraten ist. Von “Flotten gepanzerter Lastwagen”, berichtete das Wall Street Journal, die mit Goldbarren und Münzen beladen Midtown Manhattan verließen. Die Bank HSBC habe beschlossen, die Barren der Kleinanleger zu verlegen, um Platz für große institutionelle Kunden zu machen. Aber leichter gesagt als getan! Eine derartige Aktion, so die First Post, könne leicht in eine “militärische Operation” ausarten. “I have never seen any relocation like this,” soll der Direktor der Edelmetall-Handelsgesellschaft FideliTrade gesagt haben (außer in Die Hard III).
Wenn man so etwas liest, wird einem schnell klar, dass Gold eigentlich nichts mit Literatur zu tun hat. Oder umgekehrt, Literatur mit Gold. Sicher fragen sich viele Besucher unserer Seite genau das. Vor allem jene, die täglich auf der Suche nach einer ‘richtigen’ Gold-Seite versehentlich hier landen. (Und durch diesen Blogpost werden es davon vermutlich noch mehr!) Wo denn da der Bezug liegen solle, zwischen ‘Literatur’ und ‘Gold’? Da einen herstellen zu wollen — ist das nicht fast so abwegig wie der Bezug zwischen ‘Gold’ und ‘Berlin’? Man nehme nur mal den links abgebildeten Goldbarren-Boden des Grand Emperor Casinos in Macau: Wäre so etwas in Berlin vorstellbar?
Das gute an Eigennamen ist, dass man sie nicht erklären muss, wenn man nicht will. Da fällt mir ein, dass es früher mal eine Seite gab namens stadtausgold.de. Das war die Vorgängerseite von dieser hier. (Und als Kategorie gibt es sie ja immer noch — wie passend für diesen Beitrag.)
Am 30. November 2009 um 21:37 Uhr
die großaktion hat doch sehr viel mit literatur zu tun. vielleicht eher mit einem thriller als mit einem versepos, aber auch das ist vorstellbar. bürokratisch/logistische operationen sind doch mindestens seit der musilschen parallelaktion keine literarische ungewöhnlichkeiten mehr.
vielleicht verkürzt: gold = drama = evtl. literatur.
Am 1. Dezember 2009 um 18:50 Uhr
Der Weg über Musils “Große Parallelaktion” ist natürlich elegant gewählt, zur Doch-noch-Rettung des literarischen Goldes! Im direkten Vergleich, den ich ja ursprünglich meinte, könnte man vielleicht noch wertvolle Autografen-Sammlungen anführen (wie die des von mir verehrten Reiner Speck!), aber wo in der Welt würde man diese unter Militärschutz in einen neuen Tresorraum verlegen oder sie unter Panzerglas in den Boden eines Casinos (einer Privatbibliothek vielleicht) einlassen?
Daher die Formel vielleicht andersherum: Literatur = Drama = evtl. Gold
Am 2. Dezember 2009 um 17:19 Uhr
Ich finde neben Gold (und Büchern
)aber auch Silber sehr spannend: http://aktien-blog.com/silber-bessere-gold-analyse-silbermarkts-angebot-00532.html
Da sieht man dass das Angebot wohl noch knapper wird. Das Preisverhältnis zwischen Gold und Silber ist ja auch erstaunlich groß…da ist vielleicht Nachholbedarf! Wie bei guten Büchern lohnt es sich bei Edelmetallanlagen vielleicht auch, in die zweite Reihe zu schauen.
Am 4. Dezember 2009 um 08:54 Uhr
Ein Autor, der genug Gold im Keller hätte, könnte sich in höherem Maße der Literatur widmen und müßte sich nicht mit einem lästigen Brotberuf plagen. Ob er es tatsächlich täte, ist eine andere Frage. Kann sein, daß das Kellergold überaus beruhigend auf die Nerven des reichen Autors einwirkte, so daß er gedanklich austrocknete und sprachlich verarmte.
Dennoch: Wer Abstellplatz für Goldbarren sucht – ich habe einen großen und gut gesicherten Keller.