Claudine Muller – Erdbeerenzeit
Tochter, Mutter, Opa – und die polnische Haushaltshilfe Ivona, die Opa versorgt, damit er nicht alleine ist nach Omas Schlaganfall. Opa, der „kleine Spitzbube“, Geschichtenerzähler und Clown, sagt ‚Drei Liter’ statt ‚Heil Hitler’ und erntet Prügel. Ivona tanzt. Und Mutter weint. Die „Erdbeerenzeit“: Fülle und eine leise Traurigkeit. „Menschen kommen und gehen, das Leben geht weiter, auch ohne sie“. Die Schwester kam bei einem Autounfall um, zur Erntezeit. Seitdem ist Erdbeerenessen Aufarbeitung. Diese Leben sind ein langer, ruhiger Fluss. Mullers Stimme auch. Schlicht, konzentriert, bodenständig – Bratkartoffelprosa im besten Sinn.
Gegensätzlichste Gefühle: „Wenn Ivona viel lacht, dann muss sie immer weinen.“
9. Wettbewerbsbeitrag beim open mike, 14.11.2009 – 18:00 Uhr