26 Feb
Tausche David Foster Wallace gegen Thomas Pynchon
Als ich sieben oder acht Jahre alt war, habe ich mein ganzes Taschengeld für Sammelkarten ausgegeben – erst Fußball, dann Basketball – und sie in der Schule mit ebenfalls sammelnden Freunden getauscht. Was für ein Moment des Glücks war es, als mir eine Tante eine ganze Kiste mit Basketballkarten aus den USA mitbrachte! Man stelle sich den Grundschüler vor, um dessen amerikanischen Schatz sich in den Pausen die ganze sammelbesessene Klasse drängt.
Das New Yorker Blog Vol. 1 Brooklyn hat diese Tradition der trading cards wieder aufgegriffen. Statt Sportler kann man mit ihren Karten aber Literaten sammeln. Wöchentlich soll nun eine neue Karte, entworfen von der Designerin Margarita Korol, im Blog erscheinen. Los geht es mit David Foster Wallace, der in der letzten Woche 49 Jahre alt geworden wäre. Weil sich Blogeinträge schlecht sammeln lassen, bietet Vol. 1 die Karten über Cafe Press zum Kauf an. Zum Schulhofphänomen werden die literary trading cards wohl schon des Preises wegen nicht werden. Ein Exemplar in Minipostergröße - limited edition naürlich, soll ja Sammlerwert haben – kostet stolze $14.99. Dabei wäre es eine großartige Vorstellung: GrundschülerInnen (vielleicht wären literarische Karten ein weniger vergeschlechtlichter Sammelgegenstand) tauschen in den Pausen David Foster Wallace gegen Thomas Pynchon oder Don DeLillo.

Am 28. Februar 2011 um 21:29 Uhr
Sieht gut, gut, gut aus — aber wenn schon “Trading Cards” dann wäre doch so ein Kasten mit Fakten, “Angriff” und “Verteidigung” und Spezialeigenschaften usw. wünschenswert, finde ich!
Am 4. März 2011 um 17:07 Uhr
Den Gedanken hatte ich auch schon. Das wäre aber dann eher quartettmäßiges Sammeln, trading cards geht auch ohne. Immerhin gibt’s ein Zitat, diese Woche ein besonders langes (Link), sind allerdings auch gleich vier Leute auf einer Karte.
Am 5. März 2011 um 20:16 Uhr
Nicht Quartett, Magic the Gathering! http://de.wikipedia.org/wiki/Magic:_The_Gathering