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	<title>goldmag.de &#187; 17. open mike</title>
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		<title>17. open mike &#8212; so war&#8217;s</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 19:12:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne-Dore</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2009%2F11%2Fopen-mike-so-wars%2F&amp;text=17.+open+mike+--+so+war%27s&amp;lang=de&amp;count=horizontal" style="" class="twitter-share-button">Tweet</a></div>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2610" style="float: right; margin: 2px 0 10px 10px;" title="open-mike_logo" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/open-mike_logo.gif" alt="open-mike_logo" width="100" height="80" />Eigentlich haben wir dieses Mal alle gewonnen. Ursula Krechel, Sprecherin der Jury, schickte n&#228;mlich eine Belobigung vorweg: An uns. Das Publikum. Wir h&#228;tten nicht unter Niveau gelacht, seien aufmerksam und kultiviert gewesen. Da lachten wir doch alle erfreut (nat&#252;rlich nicht unter Niveau).</p>
<p>Die offiziellen Preise der Jury, dieses Mal gleichrangig vergeben, gingen an:</p>
<p><!--more--></p>
<p>1. Konstantin Ames (Lyrik, z.B. &#8220;leipziger langhaariges&#8221;): Der Wortalchimist, der mit seiner Lyrik den gro&#223;en Wortweltraum entdeckte, Urs Engeler lobte den &#8220;hohen Ton&#8221; und die Auf-, Ab- und Umbr&#252;che, au&#223;erdem &#8220;den Witz, der sitzt&#8221;.</p>
<p>2. Matthias Senkel (Prosa, &#8220;Peng. Peng. Peng. Peng.&#8221;): Der k&#252;rzeste Gabriel Garcia Marquez, dessen weltumspannende Familiengeschichte die Jury an Endler und Kluge erinnerte. (Matthias Senkel gewann au&#223;erdem den taz-Publikumspreis, von dem er sich zwar nix kaufen kann, aber immerhin wird er in der taz gedruckt und bekam zwei Mal eine Laudatio: Die taz-Publikumsjury bescheinigte ihm &#252;berraschende, junge Literatur, die beim Lesen und H&#246;ren gleichgut funktioniere und beim Wiederlesen noch besser werde.)</p>
<p>3. Inger Maria Mahlke (Prosa, &#8220;3. Kapitel: Potulski I&#8221;): Sie las aus einer klugen und dichten Milieustudie &#252;ber die St&#246;rung einer Ordnung. Der Schauplatz: eine Wohnung. Die Figuren: Hermann, ein Sonderling, der Regen fotografiert und sich beim Betrinken langweilt, und Frau Potulski, die unvermutet in seine Wohnung einzieht und alles durcheinanderwirft. Ein Ausschnitt aus einem Roman, der bereits fertig ist. Den wollen wir bitte lesen!</p>
<p>Ansonsten, sagte Ursula Krechel, sei die vorgestellte Literatur insgesamt welthaltiger geworden, sie habe sich in diesem Jahr von Befindlichkeiten entfernt.</p>
<p>Ganz anders bewerteten das die sechs Lektoren, die sich durch insgesamt 700 eingeschickte Manuskripte zu arbeiten hatten. &#8220;Viel Ich, viel Beziehung, relativ wenig Welt und erstaunlich wenig Experiment&#8221; schreibt Wolfgang H&#246;rner im Vorwort zur <a href="http://www.allitera.de/" target="_blank">Anthologie</a>. Und Klaus Siblewski sagte: &#8220;Die Beziehungen waren oft so gro&#223;, dass an Literatur gar nicht mehr gedacht werden konnte&#8221;. Die 20 ausgew&#228;hlten Texte, da waren sich alle Lektoren einig, seien die Spitze des Eisbergs, bei den anderen Manuskripten sei noch weniger Politik und soziales Engagement vorhanden gewesen.</p>
<p>Ein Wochenende also mit vorwiegend inneren Zust&#228;nden, psychologischen Vorg&#228;ngen, Menschlichem, Allzumenschlichem. Sch&#246;nem. Bl&#246;dem. &#196;rgerlichem. Beeindruckendem. Viele Omas, viele klingelnde Handys. M&#228;nner auf Br&#252;cken, M&#228;nner, die auf M&#228;ntel pinkeln, segelnde Geschwister, Erdbeeren und Bierflaschen &#8211; und Einige haben auf der B&#252;hne zwar nicht zur Rasierklinge gegriffen, aber gesungen oder den Takt geklopft. Erstaunlich viele, &#252;brigens, trugen rote Rollkragenpullover.</p>
<p>Vielleicht ist ja endlich die Zeit der schwarzen Autorenrollis vorbei?</p>
<p><small>(Wer uns noch preisverd&#228;chtig aufgefallen ist: Anne Kr&#252;ger (Lyrik) mit schnellen, gereimten, aber unkonventionellen rappigen Rhythmen (da gab&#8217;s sogar Zwischenapplaus); und Marie T. Martin mit &#8220;Nachmittag&#8221;, die bewies, dass handlungsarm alles andere als langweilig sein kann: Ein Ich und ein Du sitzen im Café, Du kauft Ich sieben Nelken, sonst gibt es keinen vordergr&#252;ndigen Plot. Aber hintergr&#252;ndig, da packte die Autorin die ganze Welt in ihren Text, die Gleichzeitigkeit von allem, eine Diagnose unserer Generation: W&#228;hrend wir einen flavoured Cappuccino bestellen, wird anderen anderswo der Kopf weggeschossen. Die Spitze des Eisbergs.)</small></p>
<p>Presseschau: So fanden&#8217;s Elisabeth Gr&#252;n vom <a title="open mike - boersenblatt.net" href="http://www.boersenblatt.net/347529/" target="_blank">B&#246;rsenblatt</a>, Christoph Schr&#246;der von der <a title="open mike - fr-online.de" href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/2084283_Mach-mir-mal-%b4ne-heisse-Milch.html" target="_blank">Frankfurter Rundschau</a> und Wolfgang Schreiber von der <a title="open mike - faz.net" href="http://www.faz.net/s/RubBE163169B4324E24BA92AAEB5BDEF0DA/Doc~E9360CCA2411B4F7CA66F6F9EDD4DEA57~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell" target="_blank">FAZ</a>.</p>
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		<title>17. open mike &#8212; zweiter Tag</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 19:10:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goldmag</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2009%2F11%2F17-open-mike-zweiter-tag%2F&amp;text=17.+open+mike+--+zweiter+Tag&amp;lang=de&amp;count=horizontal" style="" class="twitter-share-button">Tweet</a></div>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2610" style="float: right; margin: 2px 0 10px 10px;" title="open-mike_logo" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/open-mike_logo.gif" alt="open-mike_logo" width="100" height="80" />Berlin, 15.11.2009 &#8211; WABE, 12:00 Uhr. Der 17. open mike geht weiter. Zwei Lesebl&#246;cke, acht Autorinnen und Autoren. Die Beitr&#228;ge in der Lesereihefolge, kommentiert von GOLD.</p>
<p>Alle Wettbewerbstexte zum Nachlesen in der <a title="allitera-Verlag" href="http://www.allitera.de/" target="_blank">Anthologie</a> des allitera-Verlags.</p>
<p>Diensthabende GOLD-Redakteurinnen: Vanessa, Marijke, Elena</p>
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		<title>Marie T. Martin – Nachmittag</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 18:58:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2009%2F11%2Fopen-mike_marie-t-martin%2F&amp;text=Marie+T.+Martin+%E2%80%93+Nachmittag&amp;lang=de&amp;count=horizontal" style="" class="twitter-share-button">Tweet</a></div>
<p>„Man kann eine Geschichte nicht &#252;berblicken, in der man nur eine Figur ist.“ Ein Kaffeehaustisch und das Leiden der ganzen Welt. Man isst ein Eis, und anderswo wird „jemandem jetzt der Kopf weggeschossen“. &#220;berempfindsamkeit, der die allt&#228;glichen Schrecken ganz nahe kommen: „ich m&#246;chte sofort eine Haut bestellen, keinen flavoured Cappuccino“. Ein verzweifeltes Wundern &#252;ber die unentrinnbare Beschaffenheit des Seins. „Alles flirrt, alles ist sich &#228;hnlich, der Tisch unterscheidet sich nicht wirklich von deiner Hand und nicht wesentlich von dem Mobiltelefon, und im Allerinnersten ist es haupts&#228;chlich: Nichts.“</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">Ein dichter dichterischer Text, den Lektor Wolfgang Farkas einen „Gesang“ nennt. Weit von der plotbestimmten Gattung der Kurzgeschichte und nahe dran an Marie T. Martins K&#246;nnen, der Kurzprosa. Splitter von Gedanken, Einsichten, Assoziationen, Erinnerungen. Immer wieder Gemmen: „Ich glaube, es gibt den Kern nicht, nach dem wir suchen, es gibt nur eine Farbe vielleicht, die immer auftaucht, Schicht um Schicht ist alles &#252;bereinandergelegt in uns wie eine Lasur, es gibt keinen wahren Grund, denn alle Schichten leuchten zusammen, es gibt viele Stimmen und keine eigene.“ Konzentrierte Stille im Publikum. GOLD-Favoritin.</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--><!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">Ruhigste Selbstdistanz: „Und die immergleiche Ellipse der Tauben in dem Dorf, in dem jemand aufwuchs, der aussah wie ich als Kind, ein M&#228;dchen, das mit mir zu tun haben musste, diese immergleiche Bewegung, die ich vom K&#252;chenfenster aus sah, und wie die V&#246;gel in einem bestimmten Moment, einer unbestimmten Drehung unsichtbar wurden vor dem Himmel.“</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--><!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal"><em>13. Wettbewerbsbeitrag beim open mike, 15.11.2009 – 12:15 Uhr</em><!--EndFragment--></p>
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		<title>Greta Granderath – To go, went, gone.</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 18:49:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goldmag</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2009%2F11%2Fopen-mike_greta-granderath%2F&amp;text=Greta+Granderath+%E2%80%93+To+go%2C+went%2C+gone.&amp;lang=de&amp;count=horizontal" style="" class="twitter-share-button">Tweet</a></div>
<p>A auf den Spuren ihres toten Bruders/lebendigen Ex-Freundes in New York. Einen Foto-Spot im Central Park aufsp&#252;ren, seine Pose einnehmen &#8211; und ein Lachen wie Weinen. „[S]chau hin,<span> </span>denk an ihn, denk nicht an B, dann geht der Plan auf, ich gehe auf, in diesem Bild“. Auf der Suche nach Perfektion, aber Perfektion ist Stillstand. Der Film l&#228;uft weiter, Klack, Close-Up, Close-Up und Mo, ein neuer Mensch im Leben: Mo.</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--><!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">- Keine Wertung aufgrund institutioneller und pers&#246;nlicher Befangenheit. – d. Red.</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">Weitestes Wortspiel: „<em>Here, everywhere,</em><span style="font-style: normal;"> und &#246;ffnet die Arme als wolle er etwas umarmen oder vermessen, vermessen umarmen.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal"><em>14. Wettbewerbsbeitrag beim open mike, 15.11.2009 – 12:30 Uhr</em></p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--></p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>Alexander Gumz – Gedichte</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 18:22:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goldmag</dc:creator>
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<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
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<!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">das seltsame an unseren spielen: die regeln.<br />
das bekannte: der ausgang. wer mitmacht,<br />
an welchem ufer man am ende sitzt.</p>
<p>lass uns mit kreide auf den tafeln<br />
in unseren jackentaschen notieren: <em>ich war dumm</em><span style="font-style: normal;">,<br />
</span><em>aber etwas in mir hatte recht</em><span style="font-style: normal;">. und zieht vor.</span></p>
<p>hol noch mal ratschl&#228;ge ein: die reihe rum<br />
vom bauern, dem k&#246;nig, der dame, dem turm.<br />
alle wissen was anderes vom geschlagenwerden.</p>
<p>keiner verr&#228;t, wie lange es dauert bis sich seine narben<br />
&#246;ffnen. die haut des schachbretts<br />
schl&#228;gt wellen.</p>
<p><!--EndFragment--> – Keine Wertung aufgrund institutioneller und pers&#246;nlicher Befangenheit. – d. Red.</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">Dienlichster Ratschlag: „wer zum flug ansetzt, h&#246;rt er, muss wissen, / dass ihn der wind vergessen kann.“</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--><em></em></p>
<p class="MsoNormal"><em>15. Wettbewerbsbeitrag beim open mike, 15.11.2009 – 12:45 Uhr</em><!--EndFragment--></p>
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		<title>Konstantin Ames – Gedichte</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 18:11:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goldmag</dc:creator>
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<p class="MsoNormal">„Wir befinden uns jetzt auf Seite 19 der Anthologie“, leitet Ames das Publikum an. Bl&#228;ttern. Und weiter. Neue Live-Gattung: Die Mitlesung.</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">Ein wenig mittelalterliche Sentenz im Alltagssprachwitz, schr&#228;g ges&#228;gte Viertelbilder, virtuose Halbzitate. „a e o u o schrammer geist! komm und f&#252;ll mich auch! / weitgehend unbegr&#252;ndeter wurm“. Buchstabenumdrehe. Schreibspreche-Sprechschreibe, verklingelkl&#252;ngelt: „3u muueiner groszen / Tjreude stehje ich aljo mieder einwal iw Rerichjt“</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">Flapsigste Reklame: „Zeugma her: ‚Hier geht es hei&#223; und g&#252;nstig zu!’“</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal"><em>16. Wettbewerbsbeitrag beim open mike, 15.11.2009 – 13:00 Uhr</em></p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>Inger-Maria Mahlke – 3. Kapitel: Potulski I</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 17:57:48 +0000</pubDate>
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<p class="MsoNormal">Frau Potulski, seltsam und in misslicher Lage, eignet sich die Wohnung des &#228;lteren Sonderlings Hermann an, der Regen fotografiert, das Saufen versucht und es aus Langeweile wieder aufgibt. Haptische Prosa, man meint die stickige Luft zu riechen in der raufasertapezierten Wohnung, in der die Dinge konkreter leben als die Menschen. Unvermutet und etwas angewidert kostet Hermann Verbotenes: Frau Potulski bietet ihm ihre Br&#252;ste, zwei „Schl&#228;uche”, „v&#246;llig zerst&#246;rt …. gut gef&#252;llt”.<span> </span>Eine kurze Ber&#252;hrung, die sich mit geschlossenen Augen „[b]litzschnell und aus der Tiefe richtig” anf&#252;hlt. Doch mit offenen Augen „das wei&#223;e Regal wie immer, die Ohrenst&#228;bchendose wie immer, die Schl&#228;uche fremd”. Lektor Andreas Paschedag nennt die Konstellation ein „doppelb&#246;diges Kammerspiel” in zwielichtiger Atmosph&#228;re. Wir finden’s gut gearbeitet und trotzdem langweilig.</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">Intimster Moment: „‚Stettin’, sagte er und ber&#252;hrte mit der Hand den dunklen Holzrahmen, ‚dort bin ich geboren’, er f&#252;hlte ein kleines, besitzstolzes L&#228;cheln in seinen Mundwinkeln.”</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal"><em>17. Wettbewerbsbeitrag beim open mike, 15.11.2009 – 14:15 Uhr</em></p>
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		<title>Carolin Dabrowski – Gedichte</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 17:36:37 +0000</pubDate>
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<p class="MsoNormal">Dinggedichte. Unheimliches Wesen widerst&#228;ndiger Worte und befremdlicher Vorg&#228;nge. „*unterdeck: melichtern, / n&#228;sst die pomade &amp; schuhbr&#228;matur* &amp; / grind: du riechst nach kartoffeln* &amp;“. Gen&#228;ht, gel&#246;tet wird in den GeBILDen, die keine einsinnige, fassbare ‚Wirklichkeit’ kennen. Vorgelesen leider stumpfer als durchgelesen.</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">Klassischstes Bild: „nicht mehr als deine handvern&#228;hten lippen“</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--><em></em></p>
<p class="MsoNormal"><em>18. Wettbewerbsbeitrag beim open mike, 15.11.2009 – 14:30 Uhr</em></p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>Thomas Mahler – Die Treppe</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 17:19:47 +0000</pubDate>
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<p class="MsoNormal">Der ausf&#252;hrende Justizrepr&#228;sentant, Mittelschichtkind, verurteilt den gescheiterten Juwelendieb, Migrantenkind, zu zwei Jahren Haft. Zwei getrennte Welten mit Kindheitskontakt: Richter und R&#228;uber sind in derselben Wohnsiedlung aufgewachsen. Ersterem, dem Ich-Erz&#228;hler, sind die eigenen sozialen Vorteile bewusst, aber unhinterfragt h&#228;lt er sie f&#252;r verdient, denn der Migrant h&#228;tte sich geweigert, „einen b&#252;rgerlichen Weg einzuschlagen“. „Sie hatten ihre Chance“, lautet das Verdikt. Abgeurteilt nach Akten-, nicht nach sozialer Lage. Man w&#252;nscht sich nach den ersten Abs&#228;tzen eine Textinstanz, die den Ich-Erz&#228;hler beurteilt, diese erkenntnisresistente Jusitz-Entit&#228;t. Der Text: Ein etwas blasses Bild deutscher Untertanenmentalit&#228;t und Selbstgerechtigkeit.</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--><!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">Verquerste Raumsymbolik: „Ein einfacher Stuhl und ein strukturiertes Holzpodest waren vielleicht genauso weit voneinander entfernt wie zwei gegen&#252;berliegende Balkons einer westdeutschen Siedlung.“</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--><!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal"><em>19. Wettbewerbsbeitrag beim open mike, 15.11.2009 – 14.45 Uhr</em><!--EndFragment--></p>
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		<title>Pola Pulver – Alles auf eine Karte</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 17:07:16 +0000</pubDate>
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<p class="MsoNormal">In der Bar, auf der Suche. Im n&#228;chtlichen Standardinventar t&#228;towierter und gelangweilter Tresenkr&#228;fte findet SIE eine kompliziert sch&#246;ne SIE mit „Zenaugenbrauen“. Geheimnis: Die Bar scheint &#8211; wie das Bermudadreieck Schiffe – G&#228;ste zu verschlucken (metaphorisch: eben noch da, schon wieder weg). Ein philosophischer Taxifahrer kreuzt auf, es kreuzen sich die betrunkenen Wege der m&#228;andernden Individuen, kreuzbrav ist Pola Pulvers Text. Wodkaselige Windungen. Der Text st&#252;lpt sich um und verschwindet unfreiwillig in der peripheren Welt, die er beschreibt: im Bermudadreieck.</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">Spiegelverkehrteste &#220;berleitung: „<span style="font-family: Symbol;"><span>[</span></span>M<span style="font-family: Symbol;"><span>]</span></span>ir wurde dort regelm&#228;&#223;ig schlecht, nicht nur durch den Wodka, den ich trank, auch weil die Luft d&#252;nn war. D&#252;nn war auch das M&#228;dchen, das sich hinter der Bar stehend eine Zigarette drehte.“</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal"><em>20. Wettbewerbsbeitrag beim open mike, 15.11.2009 – 15.00 Uhr</em></p>
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