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	<title>goldmag.de &#187; Hier ist Berlin noch in Ordnung</title>
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		<title>Hier ist Berlin noch in Ordnung (6): Frohnau, Wildschweine vereinzelt</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Apr 2009 17:36:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Preuschoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hier ist Berlin noch in Ordnung]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a  href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2009%2F04%2Fhier-ist-berlin-noch-in-ordnung-6-frohnau-wildschweine-vereinzelt%2F&#038;text=Hier+ist+Berlin+noch+in+Ordnung+%286%29%3A+Frohnau%2C+Wildschweine+vereinzelt&#038;lang=de&#038;count=horizontal" class="twitter-share-button">Tweet</a></div><p><img class="alignleft size-full wp-image-511" title="Frohnau Casinoturm" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/frohnau-turm2.jpg" alt="Frohnau Casinoturm" width="242" height="335" /></p>
<p>Es ist sehr ruhig in Frohnau. Die Wildschweinpopulation soll wieder zugenommen haben. Frohnau ist einer jener Stadtteile Berlins, wo man nicht so h&#228;ufig hinkommt. Frohnau bildet den n&#246;rdlichsten Rand von Reinickendorf. Nach Frohnau gelangt man mit der S1. Fr&#252;her, als Grenzzaun und Todesstreifen Frohnau noch zu westlicher, n&#246;rdlicher und &#246;stlicher Seite umschlossen, war Frohnau zugleich die Endstation dieser S-Bahnlinie.</p>
<p>Man verl&#228;sst das Frohnauer Bahnhofsgeb&#228;ude in heiterem Sonnenschein. Sofort erkennt man das &#8220;Wahrzeichen&#8221; von Frohnau: einen hohen, d&#252;steren Turm. Ein mittelalterlicher Multifunktionsturm, der 1910 gebaut wurde. Seine Aufgabengebiete waren: Wasser, Aussicht, Uhr. <!--more-->Damals, also in den zwanziger Jahren, haben <a  title="Carl Einstein" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Einstein">Carl Einstein</a> und <a title="Oskar Loerke" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Loerke ">Oskar Loerke</a> hier in Frohnau gelebt. Und wohl auch einige Operns&#228;nger. Heute ist, unter den schreibenden Frohnauern, der Krimi-Autor <a  title="Horst Bosetzky" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Bosetzky">Horst Bosetzky</a> zu nennen, sowie <a  href="http://www.reinhard-mey.de/index.php?w=1280" target="_blank">Reinhard Mey</a> (wenn &#8216;Liedermachen&#8217; als schreiben z&#228;hlt), der hier auch geboren ist.</p>
<p>Am Fu&#223; des Turmes liegt der Biergarten &#8220;King&#8217;s Snack&#8221;, dazu geh&#246;rt der Imbi&#223; &#8220;Pizzaiolo&#8221;. Auf einer Stellwand der Imbissbude hat jemand das Brandenburger Tor und den Fernsehturm gemalt. Auch Frohnau hatte bis vor kurzem einen Funkturm. Der wurde jedoch <a  href="http://www.youtube.com/watch?v=hk_W4pX_wFQ" target="_blank">gesprengt</a>.</p>
<p>Hinter dem Biergarten breitet sich der Ludolfinger Platz aus. Der Ludolfinger Platz ist so etwas wie der Dorfplatz von Frohnau, aber eigentlich ein kleiner Park, eine Gr&#252;nanlage. Frohnau wurde damals, 1910, ja als &#8220;Gartenstadt&#8221; gegr&#252;ndet. Ein Mann liegt im Liegestuhl in der Sonne. Am Platz gibt es zwei Banken &#8212; eine Sparkasse und eine Volksbank &#8212; sowie eine Apotheke. Sie haben gerade geschlossen. Es ist sehr still hier, und sonnig. Strahlf&#246;rmig gehen vom Ludolfinger Platz Stra&#223;en und Wege ab. Einfamilienh&#228;user wechseln mit niedrigen, flachdachigen Reihenh&#228;usern, seltener Villen. Die Luft duftet nach Nadelb&#228;umen.</p>
<p>Sp&#228;ter erfahre ich, dass in einem Frohnauer Garten k&#252;rzlich ein Wildschwein erschossen werden musste.</p>
<p><small>Foto: N. P.</small></p>
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		<title>Hier ist Berlin noch in Ordnung (5): Matschwege am Landwehrkanal</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Mar 2009 20:13:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Preuschoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hier ist Berlin noch in Ordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[depression]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a  href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2009%2F03%2Fhier-ist-berlin-noch-in-ordnung-5-matschwege-am-landwehrkanal%2F&#038;text=Hier+ist+Berlin+noch+in+Ordnung+%285%29%3A+Matschwege+am+Landwehrkanal&#038;lang=de&#038;count=horizontal" class="twitter-share-button">Tweet</a></div><p><img src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/090314-matsch_kanal.jpg" alt="Matschwege am Landwehrkanal" width="265" height="334" />Keine Stadt, behaupte ich jetzt mal, ist so mit Matsch, Sand und Sumpf verbunden wie Berlin. Oder kennt jemand eine matschigere, sandigere, sumpfigere? Sumpf, Sand und Matsch treten in Berlin zumeist dort in Erscheinung, wo gerade kein Geld da ist. Oder im Gegenteil, wo gerade Geld da ist und gebaut oder abgerissen wird. Am Potsdamer Platz fr&#252;her, bei den Bundestagsbauten, beim Hauptbahnhof, und jetzt beim Palast der Republik: eine einzige sandig-matschige Fl&#228;che. Der Berliner kennt seinen Matsch, er ist mit ihm aufgewachsen. Berlin ist sozusagen seit Menschengedenken ein sandiger, matschiger Flecken Erde. Die Ursache f&#252;r all den Matsch und Schlamm <!--more-->liegt schon 18.000 Jahre zur&#252;ck: die Gletscher schmolzen und Wassermassen bildeten das sogenannte Berliner <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Urstromtal" target="_blank">Urstromtal</a>. Besonders sch&#246;n kann man den ganzen Urstromtal-Sand beim Spazieren im Spandauer Forst, im Grunewald (und seiner Kiesgrube)  oder dem brandenburger Umland besichtigen (wenn man irgendwann nur noch <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sandbirke" target="_blank">Birken</a> sieht, hat man eine besonders sandige Stelle gefunden).</p>
<p>Aber so weit muss man gar nicht immer. Sehr sch&#246;nen Matsch konnte ich heute am n&#246;rdlichen Ufer des Landwehrkanals beobachten. Etliche mittlere bis gr&#246;&#223;ere Pf&#252;tzen hatten sich hier auf dem Spazierweg gebildet, mit den &#252;blichen, besonders matschigen Koronen (s. Bild oben). Die in beide Richtungen laufenden Jogger sowie Rad- und Kinderwagenfahrer hatten alle H&#228;nde voll zu tun, Schlamm und Wasser auszuweichen bzw. nicht mit den Spazierg&#228;ngern oder untereinander zu kollidieren. Aber von denen soll sich mal niemand beschweren! Wo sonst hat man mitten in der Stadt schlie&#223;lich so naturbelassene Wege? Wie &#246;de im Vergleich wirken die befestigten, pseudo-sandigen B&#252;rgesteige auf der anderen Uferseite. Hier aber, auf der n&#246;rdlichen Seite, scheint Berlin noch ganz &#8220;ur&#8221;, noch ganz bei sich, noch ganz in Ordnung.</p>
<p><small>Foto: N. P.</small></p>
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		<title>Hier ist Berlin noch in Ordung (4) : Der letzte Hof</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jan 2009 11:13:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Preuschoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hier ist Berlin noch in Ordnung]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a  href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2009%2F01%2Fhier-ist-berlin-noch-in-ordung-4-der-letzte-hof%2F&#038;text=Hier+ist+Berlin+noch+in+Ordung+%284%29+%3A+Der+letzte+Hof&#038;lang=de&#038;count=horizontal" class="twitter-share-button">Tweet</a></div><p><a  href="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/letzter-hof-i.jpg" title="Letzter Hof I" class="thickbox no_icon" rel="gallery-403"><img src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/letzter-hof-i.jpg" alt="Letzter Hof I" height="253" width="305" /></a></p>
<p>Dieser Ort f&#228;llt &#8212; zugegebenerma&#223;en &#8212; gegen die anderen, gro&#223;artigen Entdeckungen dieser Reihe etwas ab. Denn die meisten werden ihn kennen: ein Ort mit musealem Charakter, der sich eigentlich nur dadurch von der Umgebung abhebt, dass sich um ihn herum alles ver&#228;ndert hat. Trotzdem, als ich letztens (da lag noch kein Schnee, wie man auf dem Foto sehen kann) an ihm vorbeikam, durchfuhr es mich: &#8220;Hier ist Berlin noch in Ordnung&#8221;. <!--more--></p>
<p>(Weshalb dieser Beitrag geschrieben werden musste.)</p>
<p>In diesen letzten der H&#246;fe kam ich das erste Mal vor gut sieben Jahren (ich war noch nicht lange zur&#252;ck in Berlin). Mein Cousin meinte, er kenne da von fr&#252;her so einen Club. Der Hackesche Markt war damals ja noch nicht ganz so schick wie heute, jedenfalls nicht im Dunkeln, und mir fiel nichts besonderes auf, bis wir pl&#246;tzlich in der heruntergekommenen Einfahrt standen, unter dessen Decke eine blaue Lichtspur geh&#228;ngt war. (Auf dem Foto ist sie orange, aber damals war sie blau.) &#220;ber den schmalen, langgezogenen Hof ging es dann ein paar Treppenstufen hinauf zu einer im leichten Nieselregen kaum erkennbaren Stahlt&#252;r. Mein Cousin klopfte laut an. Das muss jetzt ein total cooler Ort sein, dachte ich mir. Es wurde ge&#246;ffnet; drinnen sa&#223; eine junge Frau auf eine Hocker und reichte uns W&#252;rfel, die den Eintrittspreis ermitteln sollten. Mein Cousin w&#252;rfelte eine eins, ich eine sechs. Trotzdem fand ich den kleinen, schummrigen und &#252;berall mit figurativen Schwei&#223;arbeiten ausgestatteten Laden irgendwie gut. Er nennt sich bis heute, wie ich jetzt wei&#223;, &#8220;<a  href="http://www.eschschloraque.de" target="_blank">Eschschloraque R&#252;mschr&#252;mp</a>&#8220;.</p>
<p><a  href="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/letzter-hof-iii.jpg" title="Letzter Hof II" class="thickbox no_icon" rel="gallery-403"><img src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/letzter-hof-iii.jpg" alt="Letzter Hof II" height="232" width="305" /></a>Der Hof geh&#246;rt zum &#8220;<a  href="http://www.haus-schwarzenberg.org/republik/index.php" target="_blank">Haus Schwarzenberg</a>&#8221; (das 1995 von der K&#252;nstlergruppe &#8220;<a  href="http://www.deadchickens.de" target="_blank">Dead Chickens</a>&#8221; gegr&#252;ndet wurde) und ist so etwas wie der letzte Mohikaner unter den einst stolzen, wilden, jetzt aber der Zivilisation eingegliederten &#8220;Hackeschen H&#246;fen&#8221;. Die Hofdurchfahrt leitet ins Reservat, wo auch die Galerie &#8220;<a  href="http://www.neurotitan.de/" target="_blank">neurotitan</a>&#8221; sowie ein kurioser Monsterkeller einen R&#252;ckzug gefunden hat. &#220;ber dem Torbogen k&#252;ndigt das Programmkino &#8220;Central&#8221; seine Filme an. Einzelne unverputzte Stellen finden sich noch, der wenige freie Raum zwischen den Leuchtk&#228;sten wird zum wilden Plakatieren genutzt. Gleich nebenan liegt das &#8220;Café Cinema&#8221; &#8212; als einziges weit und breit sieht es wirklich so aus, als geh&#246;re es hier hin.</p>
<p>Das Drumherum kennt man ja: ganz h&#252;bsch, nett gemacht, etwas teuer, Touristen halt. Nichts mehr zu sehen von der „vergessenen Welt mit grauen Mauern“ von 1993, an die sich der Hausmeister noch  <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hackesche_H%C3%B6fe" target="_blank">erinnert</a>. Nach der artgerechten Sanierung &#8220;definierte&#8221; eine Agentur dann &#8220;Corporate Identity&#8221; und &#8220;Corporate Design&#8221;, wie es im Wikipedia-Eintrag hei&#223;t, und sorgte &#8220;durch umfangreiche Public Relations&#8221; daf&#252;r, &#8220;die Hackeschen H&#246;fe in der &#214;ffentlichkeit bekannt&#8221; zu machen.</p>
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		<title>Hier ist Berlin noch in Ordnung (3): Kolonie Balkonien</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Mar 2008 17:56:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Preuschoff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a  href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2008%2F03%2Fhier-ist-berlin-noch-in-ordnung-iii%2F&#038;text=Hier+ist+Berlin+noch+in+Ordnung+%283%29%3A+Kolonie+Balkonien&#038;lang=de&#038;count=horizontal" class="twitter-share-button">Tweet</a></div><p><img class="alignleft size-medium wp-image-540" title="kolonie balkonien" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/kolonie-balkonien-270x300.jpg" alt="kolonie balkonien" width="262" height="290" />In der Neuk&#246;llner Hobrechtstra&#223;e hat die Laubenpieper-Kultur Einzug erhalten. Man soll sich nicht lustig machen &#252;ber die Berliner Laubenpieper. Schlie&#223;lich haben sie eine bewegte <a  href="http://www.scheinschlag.de/archiv/2003/06_2003/texte/35.html" target="_blank">Geschichte</a>. Die ersten Schreberg&#228;rten (benannt nach dem <span class="mw-redirect">Leipziger</span> Arzt Dr. Daniel G. M. <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Gottlob_Moritz_Schreber" target="_blank">Schreber</a>, der mit den G&#228;rten ansonsten nicht viel zu tun hatte) wurden 1833 als &#8220;<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kleingarten#Armeng.C3.A4rten" target="_blank">Armeng&#228;rten</a>&#8221; von der Berliner Stadtverwaltung angelegt. Wo heute der Senator Thilo Sarrazin <a  href="http://www.tagesspiegel.de/medien/videos/sts388,1474.html" target="_blank">Speisepl&#228;ne</a> f&#252;r Hartz-IV-Empf&#228;nger aus dem Angebot der Discounter zusammenstellt, wies man seinerzeit der darbenden Bev&#246;lkerung eine Parzelle zu, damit sie sich selbst versorgen konnte.</p>
<p><!--more-->Damals wie heute gedachte die Stadt nat&#252;rlich, mit ihrer Ma&#223;nahme Geld einzusparen.<br />
W&#228;hrend der Weltkriege wuchs den Schreberg&#228;rtnern pl&#246;tzlich die verantwortungsvolle wie unerf&#252;llbare Aufgabe zu, das gesamte Stadtgebiet mit Selbstangebauten versorgen zu m&#252;ssen.<br />
Nach diesem kurzen heroischen Intermezzo beginnt eine Epoche in der Geschichte der Schreberg&#228;rten, die wohl als das <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Barock#Gartenbau" target="_blank">Barock</a> der Berliner Schrebergartenkultur bezeichnet werden kann. Sie dauert bis heute an. Aus kleinen Nutzg&#228;rten werden manierierte Grillplatz-Parzellen, den hemmungslosen Ordnungs- und <a  href="http://www.fh-hannover.de/imperia/md/images/fbdm/veranstaltungen/103.jpg" target="_blank">Gestaltungseifer</a> ihrer P&#228;chter sowie deren Vorliebe f&#252;r Gartenzwerge <a  href="http://www.zipfelauf.com/" target="_blank">schutzlos</a> ausgeliefert.</p>
<p>Tats&#228;chlich ist der <a  href="http://www.berliner-akzente.de/imperia/md/images/berlinerakzente2/ausgaben/akzente07-06/kleingaertner/dombrowski2_480x360.jpg" target="_blank">Gartenzwerg</a>, der auch den hier vorgestellten Hochparterre-Balkon so zahlreich bev&#246;lkert, ja eine Erfindung der barocken Lustg&#228;rten. Aber nicht nur wegen der Gartenzwerge darf das hier vorgestellte Fleckchen als gelungener Br&#252;ckenschlag zwischen Wohnzimmer und Schreber-Laube angesehen werden. Auch das dichte, gleichwohl streng geordnete Gedr&#228;nge auf kleinstem Raum, die bierseelige Laterne sowie die v&#246;llig unenglische Symmetrie des Arrangements sprechen daf&#252;r.<br />
So ist dieser Berliner Ort zu w&#252;rdigen. Wir machen uns nicht lustig &#252;ber ihn. Denn Kitsch ist, wie Florian Silbereisen (&#8220;Ich meine es ernst&#8221;) unl&#228;ngst im <a  href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Archiv;art1291,2032980" target="_blank">Tagesspiegel</a> erkl&#228;rte, &#8220;Kitsch ist f&#252;r mich, wenn etwas vorgegaukelt wird&#8221;. Und hier wird nichts vorgekaukelt. Alles ist echt und ernst. Kitschig w&#228;re in Berlin ein Balkon mit kalifornischen <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gartenflamingo" target="_blank">Gartenflamingos</a>.</p>
<p><small>Foto: Nikolai Preuschoff</small></p>
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		<title>Hier ist Berlin noch in Ordnung (2): Hundesalon Exquisit</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Aug 2007 10:12:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Preuschoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hier ist Berlin noch in Ordnung]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a  href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2007%2F08%2Fhier-ist-berlin-noch-in-ordnung-ii%2F&#038;text=Hier+ist+Berlin+noch+in+Ordnung+%282%29%3A+Hundesalon+Exquisit&#038;lang=de&#038;count=horizontal" class="twitter-share-button">Tweet</a></div><p><a  href="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/hundesalon.jpg" target="_blank" title="Hundesalon" class="thickbox no_icon" rel="gallery-203"><img src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/hundesalon.jpg" alt="Hundesalon" height="246" width="290" /></a> Betrachtet man die Aush&#228;ngeschilder des ansonsten recht ordentlich wirkenden &#8220;Hundesalon Exquisit Balfanz&#8221;, f&#228;llt nicht nur die mischlingshafte Typografie ins Auge, sondern man kommt auch ins Gr&#252;beln: Handelt es sich bei diesem, etwas unscheinbar am Neuk&#246;llner Maybachufer gelegenen Etablissement, nun um den Hundesalon &#8220;Exquisit&#8221; mit Namen &#8220;Balfanz&#8221; oder vielmehr um einen Salon &#8220;Balfanz&#8221;, der sich vom gew&#246;hnlichen dadurch unterscheidet, dass er &#8220;exquisit&#8221; ist? Und ist nun die dort angebotene Arbeit am Hund &#8220;exquisit&#8221;, oder kommt der r&#228;udige Vierbeiner anschlie&#223;end, nach verrichteter Pflege, einfach &#8220;exquisit&#8221; wieder heraus? Eine schn&#246;rkellose Gardine verhindert den kl&#228;renden Blick ins Innere, und auch durch die Eingangst&#252;r l&#228;sst sich nicht viel mehr als ein etwas biederer Schreibtisch und ein dem Besucher zugedachter Stuhl erahnen. Daf&#252;r lassen die drei t&#228;uschend echten Attrappen im Schaufenster zweifelsfrei erkennen, dass zumindest Hunde der Rassen Sch&#228;ferhund, Dackel und Boxer hier Pflege erwarten d&#252;rfen. Das Inventar stammt &#252;brigens, wie der Laden, vermutlich noch aus den 60ger Jahren. Und das wird &#8211; zum Gl&#252;ck &#8211; auch so bleiben, denn auf dem einzigen, dem kaltschn&#228;uzigen Ensemble zugeordneten Hinweisschild lesen wir: &#8220;Die Figuren im Schaufenster sind unverk&#228;uflich.&#8221;<br />
Dass ein findiger Schweizer <a  href="http://www.klangundkleid.ch/shirts/detail.asp?ID=13917&#038;IMG2=1" title="T-Shirt" target="_blank">Trendladen</a> hier bereits das gro&#223;e Gesch&#228;ft wittert, verschweige ich abschlie&#223;end besser,  w&#252;rde es doch die Aura des Origin&#228;ren und Unbefleckten, die diesen Ort noch umweht, nur st&#246;ren.</p>
<p><small>Foto: Nikolai Preuschoff</small></p>
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		<title>Hier ist Berlin noch in Ordnung (1): Die Wartehalle am ZOB</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jul 2007 13:39:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Preuschoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hier ist Berlin noch in Ordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt aus Gold]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a  href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2007%2F07%2Fhier-ist-berlin-noch-in-ordnung-i%2F&#038;text=Hier+ist+Berlin+noch+in+Ordnung+%281%29%3A+Die+Wartehalle+am+ZOB&#038;lang=de&#038;count=horizontal" class="twitter-share-button">Tweet</a></div><p><img class="alignleft size-medium wp-image-537" title="berlinerzob" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/berlinerzob-300x225.jpg" alt="berliner zob" width="240" height="180" />An der &#228;u&#223;ersten westlichen Peripherie Berlins, nahe des Funkturms (oder &#8220;<a  href="http://www.berlin.de/tourismus/sehenswuerdigkeiten/00050.html" target="blank">Funkt&#252;rmchens</a>&#8220;) betrat ich letztens die Wartehalle des ZOB, des so genannten &#8220;Zentralen&#8221; <a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Omnibus" target="blank">Omnibus</a>-Bahnhofs, ein architektonisches, kaum mehr beachtetes Relikt aus den 60er Jahren.<br />
Dem Besucher f&#228;llt die Komposition aus Glas und warmen Gelbt&#246;nen sogleich angenehm ins Auge. Dabei verdient, unterhalb des Fensterbandes von Abfertigungsschaltern, eine Reihe formsch&#246;ner Kunstoffmodule, die an Sitzb&#228;nke von <a  href="http://www.toyshop.ch/playmobil_2006/plm6732.jpg" target="blank">Playmobil-Fahrzeugen</a> erinnern, besondere Aufmerksamkeit. Oberhalb der Schalterfenster ist die Beschriftung etwas b&#252;rokratisch, aber klar, charaktervoll und wie handgeklebt die Typografie.</p>
<p>Es ist morgens um sieben, vor den zwei Abfertigungsschaltern haben sich lange Schlangen gebildet. Die Wartenden am hinteren Ende, viele davon Senioren, sind, obgleich es durchaus voran geht, hochgradig nerv&#246;s. Sie wollen nach Braunschweig, L&#252;neburg, Frankfurt, zu einer Hochzeit, die Enkelkinder besuchen. Der Schalter &#8220;Auskunft&#8221; ist nicht besetzt, dezent schlie&#223;en ihn die Lamellen eines Sichtvorhangs. Neben an, bei der &#8220;Verkehrsleitung&#8221;, ist vorsichtshalber ein mit Farbtintenstrahldrucker improvisierter Hinweis angebracht: &#8220;Hier keine Tickets&#8221;. Daf&#252;r flackern &#252;ber die erst k&#252;rzlich montierten Anzeigetafeln die Abfahrtzeiten und Zielorte: Hamburg, Bremen, Eckernf&#246;rde. Die Abfahrten finden p&#252;nktlich statt, penibel wird unterwegs jede Kleinstadt abgeklappert, und die Preise sind, noch fast, wie aus der Vorwendezeit.</p>
<p><span style="font-size: 10px">Foto: Nikolai Preuschoff</span></p>
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