Alle Beiträge in: „Horror“

29 Jul

Etwas sehr kleines

Von goldmag

Eine Gast-Observation von Jasper Nicolaisen

Alle sprechen immer vom Mars. Gerade jetzt, wo Mondjubiläum ist. Aber es gibt viel kleinere Planeten. Sie sind näher dran. Sozusagen unter uns. Und spannender sind sie auch. Leider sieht sie aber niemand. Die Politik versagt! Und die Wissenschaft! Jetzt, wo bald wieder Wahl ist, können wir auf die nächste Legislaturperiode warten. Jetzt passiert sowieso nichts mehr. Dabei gibt es auf diesen kleinen Planeten alles. Gold, Edelsteine. Überreste jahrmillionenalter Alienkulturen, an denen man mit Zahnbürsten rumkratzen kann. Bier. Schnaps.

Hier ist ein Bewohner dieser sehr kleinen Planeten, ein Reisender, ein Forscher, ein Kara ben Nemsi der Mikroplanetenszene. Er heißt Girx. Das ist dort ein ganz normaler Name, wie hier Frank-Walter Steindingens, Girx gibt uns ein Interview. Er beißt dem Interviewer den Kopf ab und verknuspert die Kamera. Das ist dort ein ganz normales Verhalten, wie hier Lächeln und Auskunft geben. Girx ist sehr klein. Es wird noch Milliarden Jahre dauern, bis er den Interviewer gefressen hat. Und das Universum ist schon längst verglüht Den ganzen Beitrag lesen »

09 Jul

Seelenfänger

Von Nikolai Preuschoff

Schrecken des Alltags (2)

seelenbaum

Es war letzten Sommer, und es müssen wohl ähnlich schwüle Tage gewesen sein wie die heutigen, als sich mir beim Spazieren nahe des Urbanhafens plötzlich ein unheimlicher Anblick bot. Auch jetzt noch, ein Jahr später, weiß ich nicht, wie ich diese seltsamen Zeichen einordnen oder benennen soll, in deren Bannkreis ich geraten war. Spaziergänger, Jogger und Radfahrer haben die besagte Stelle wohl einfach passiert, ohne sich Gedanken zu machen oder auch nur das Geringste bemerkt zu haben. Wer dagegen die Kronen der Bäume aufmerksamer betrachtete, wurde unweigerlich von einem sich plötzlich Den ganzen Beitrag lesen »

01 Dez

Bahnfahrt mit Höllenmaschine

Von Nikolai Preuschoff

Schrecken des Alltags (1)

ICE Als ich gestern Nachmittag mit dem etwa halbvoll besetzten ICE nach Berlin zurückfuhr, geriet ich in eine jener Situationen, in denen ein einzelner Fahrgast eine ganze Gruppe von Reisenden bis an den Rand des Nervenzusammenbruchs treibt, diese jedoch in einer merkwürdigen, masochistischen Ohnmacht reglos verharrt. Dabei rührte die unerklärliche Passivität meiner Mitreisenden (und, obwohl ich etwas weiter hinten saß, auch die meine) bestimmt nicht daher, dass man generell nicht seine Meinung sagen würde. Und wahrscheinlich nicht einmal daher, dass man mit dem Verdacht zu kämpfen hatte, man sei vielleicht mit seinen gereizten Nerven allein, und wenn man sich jetzt beschwerte, dann würde das als kleinliche Überreaktion ausgelegt werden. Es muss also noch einen anderen Grund gegeben haben. Und den gab es.

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28 Jul

Hier ist Berlin nicht mehr in Ordnung (1)

Von Anne-Dore

italian4.jpgEs waren etwa 60 leerstehende Quadratmeter, die wir Vorbeiläufer täglich mit unseren Visionen und Hoffnungen füllen konnten. Wir warfen sie durch die schmierigen Schaufenster in den leeren Eckladen Schlesische-/ Falckensteinstraße: Ein neues Café, ein Bäcker, ein Reformhaus? Noch eine Kaffee-Bar? Schön gewesen wäre auch noch einer dieser Läden, die alles gleichzeitig sind, und zusätzlich noch selbstgemachte Marmelade, Postkarten und Haarschnitte verkaufen.

Seit einigen Tagen hängt jetzt ein neues, blendend gelbweißes Schild über dem Laden: “Subway”. Die weltweit zweitgrößte Fastfood-Kette hat sich als Trittbrettfahrer ins Fahrwasser der weltweit größten (McDonalds) gehängt und zieht still und leise in den Wrangelkiez. Die Chickenteriyakisierung wird bisher erstaunlich indifferent aufgenommen. Den ganzen Beitrag lesen »