LAN-Festival 2009, Tag 3 von goldmag bei Vimeo.
(Statt Helene Hegemann sieht man die Schauspielerin Sandra Hüller, die Hegemanns Text vorgelesen hat.)
LAN-Festival 2009, Tag 3 von goldmag bei Vimeo.
(Statt Helene Hegemann sieht man die Schauspielerin Sandra Hüller, die Hegemanns Text vorgelesen hat.)
Sonntag Abend. Helene Hegemann ist in ein Taxi gestiegen. Wolfgang Müller steht auf der Bühne und singt. Einige der LAN-Veranstalter sitzen im Restaurant WAU und essen endlich mal was. Jochen Schmidt signiert, stehend, im Foyer.
Jochen Schmidt ist alle. Total alle.
Es gibt zwei Frauen, die wissen das. Katja Weber und Jessica Ebert der Kreuzberger Buchhandlung ebert und weber standen drei Abende lang am Büchertisch, am Stimmungsknotenpunkt des LAN-Festivals. Während sie zusammenpacken, was übrig ist, fassen sie zusammen, was sie nicht mehr einpacken können.
Judith Schalansky im Interview
Judith Schalanksy war am Samstag, dem zweiten Tag des LAN, eine von sechs. Sie hat aus ihrem Matrosenroman “Blau steht dir nicht” gelesen und auch dabei durften die Bilder, die sie in den Roman einmontiert hat, nicht fehlen. Auf einer großen Leinwand waren sie für das Publikum neben der Autorin zu sehen.
Am Sonntag sitzt sie schon im Zug in Richtung Greifswald. Sie hat sich trotzdem noch die Zeit genommen, uns ein paar Fragen zum LAN zu beantworten. Den ganzen Beitrag lesen »
Am Morgen des zweiten LAN-Tages sitzen Teile der GOLDredaktion in einem Café in Kreuzberg. Ganz zufällig tun uns Thomas Klupp und seine Freundin den Gefallen, in ebenjenem Café zu frühstücken. Wir lassen es uns nicht nehmen, ihn zu einem kurzen Interview an unseren Tisch einzuladen.
Thomas Klupp setzt sich – ein Berliner Autor eben (wenn auch mit charmantem oberpfälzischen Akzent) – mit einem Latte Macchiato zu uns. Er raucht denselben Tabak wie wir und erzählt, dass er GOLD noch als gedrucktes Heft kennt, was uns natürlich freut. Dann sprechen wir über den ersten Abend des LAN. Den ganzen Beitrag lesen »
Jan Wagner berichtet aus seiner Lyrikwerkstatt
Gedichte von Jan Wagner sind auf das Wort genau gesetzt: gestochen scharfe Bilder, eingelassen in eine oft rigide Form, gerne mit einer unerwarteten Wendung gegen Ende. Historische Figuren wandern durch seine Gedichte, Objekte verraten ihre eigene Geschichte. Das hat ihm den Titel “Erzähler der kleinen Form” eingebracht.
Ebenso häufig wird Jan Wagner von der Literaturkritik als “poeta doctus” beschrieben, dem die Neubelebung althergebrachter lyrischer Formen wie Sonett, Sestine oder Villanelle gelingt, indem er der Form einerseits Genüge tut und sie andererseits aufbricht: mittels unreiner Reime oder verblüffender Worttrennungen am Versende. Auch inhaltlich geht es weniger weihevoll denn witzig zu. “Stupende Brechungen der Idylle” attestiert die FAZ dem Lyriker in Bezug auf die kleinstadtelegie; “ironische Idylle”, möchte man hinzufügen. Den ganzen Beitrag lesen »
Alexander Langer über die Lust am Erzählen
Der Blick ernst, mindestens nachdenklich, voller Tiefe, nie ganz entspannt. Der Kopf füllt das Bild aus, ist manchmal ob der Schwere der Gedanken auf eine Hand gestützt oder leicht angeschrägt, als Geste des ständigen Zweifels. So sieht normalerweise das typische Autorenfoto aus.
Bei Alexander Langer nicht. Ein aktuelles Pressefoto zeigt ihn mitten auf der Straße stehend, im Hintergrund die Flucht der Gebäude, der Blick direkt, das Kinn herausfordernd nach vorn gereckt, neben ihm ein leuchtend weißer Sportwagen mit schwarzem Verdeck. Das will nicht so recht passen zum intellektuellen Habitus, der von vielen Schriftstellern gerne gepflegt und vom Publikum oft erwartet wird. Genauso wenig wie sein Beruf: Freizeitanimateur ist er, am Bodensee.
Ob das Ganze eine Art Gegenprogramm sei, will ich von ihm wissen. Den ganzen Beitrag lesen »
Andreas Stichmanns Kurzgeschichten zeigen, wie nahe Spleen und Alltäglichkeit beieinander liegen
Kurzgeschichten waren lange verpönt, wollten weder gelesen noch verlegt werden, bis sie Anfang der neunziger Jahre mit einem Mal wieder aus ihrer Versunkenheit auftauchten. Allerdings steht nun auf den Covern nicht mehr „Kurzgeschichten“, sondern „Stories“ oder „Erzählungen“. Es ist schade, dass gerade die Kürze oft aus marktstrategischen Gründen verschwiegen wird (wer will schon Geld für was Kurzes ausgeben?!), denn genau hierin liegt ihre Kunst. Aber sei’s drum. Andreas Stichmann hat für sein Debüt „Jackie in Silber“ dieses literarische Genre gewählt und zeigt in elf Kurzgeschichten sein schriftstellerisches Können von treffend ironischer Beobachtungsgabe über seichte Dramatik bis hin zu witziger Absurdität, die ins Fantastische gleitet. Den ganzen Beitrag lesen »