Detroit in Büchern
Viele Gold-Autoren halten sich ja zur Zeit an den verschiedensten Orten in der Welt auf. Das wissen viele unserer Leser vielleicht noch gar nicht. Umso wichtiger, darauf einmal hinzuweisen. Denn von so anderen Kontinenten fällt es natürlich schwerer, über Berlin und junge Literatur und all diese Themen zu schreiben, die vor gar nicht langer Zeit noch so wichtig waren, aber nun so weit entfernt liegen. Ich finde das mal eine nicht irrelevante Mitteilung.
Dazu kommt natürlich, zumindest in meinem Fall, dass es ausserhalb Berlins mit der akademischen Leichtfüßigkeit auf einmal vorbei ist. In Amerika weht z.B. ein ganz anderer Wind. Das ist tatsächlich so: Da wird Arbeit und kapitalistische Ökonomie und so noch großgeschrieben, und zum bloggenden Müßiggang fehlt die Zeit und die Kraft, wenn man am Ende des langen Tages erschöpft, mit rotgeränderten Augen und zu keiner Regung mehr fähig in seinem winzigen Kämmerchen auf die Schlafstätte sinkt.
Das einzige, was ich gerade so verfolge, sind eigentlich Nachrichten aus und über Detroit (also die Stadt, in der die Allheilkraft des Marktes immer noch großgeschrieben wird, aber niemand mehr Arbeit hat). Ich wohne zwar nur in der Nähe von Detroit (mit Gerhard Seyfried gesagt: ganz nah dran, aber gottlob nicht mittendrin), fühle mich aber doch so als Nachbar. Deswegen, als Start einer, äh, Reihe zu Detroit und Literatur hier zunächst mal zwei sehr gute Beiträge über Detroit in der Literatur, gefunden auf One More Spoke, einem “Detroit-based blog”:

Detroit In Books, Part I—Roberto Bolaño’s 2666
The first in a, most likely, annoyingly sporadic series about the portrayal of Detroit in literature and other published works.
Detroit In Books, Part 2—Henry Miller’s The Air-Conditioned Nightmare
Foto oben: Niko Preuschoff, Foto unten: One More Spoke





