Für eine neue Arbeiterliteratur!
Wir leben in einer Zeit ohne Arbeit und ohne Arbeiter! Wohin man schaut, überall sind nur noch Dienstleister, Studenten und Arbeitslose. Die Fabrik, die Zeche, das Werk — wo gibt es sie noch? Längst schwächeln die Gewerkschaften und ist der Begriff des Proletariers zum Schimpfwort verkommen und hat seine einst revolutionäre Strahlkraft eingebüßt. Aber was ist mit dem Arbeiter? Und was mit seiner Literatur? Wo sind die 70er Jahre? Und wo sind die Wissenschaftler, die sie untersuchen? (Vergessen etwa Rüdiger Safranskis Dissertation Studien zur Entwicklung der Arbeiterliteratur in der Bundesrepublik!) Kurz: Wird es nicht Zeit für eine neue Arbeiterliteratur?
Ja, hat die Arbeiterliteratur nicht gerade heute, wo sie frei des Verdachts ist, eine politisch oktroyierte zu sein, eine neue Chance verdient? Gerade weil die ‘echte’ Arbeit heute eine Seltenheit geworden ist? Weil es den ‘echten’ Arbeiter, die ‘echte’ Arbeiterin nicht mehr gibt? Und verkörperte er/sie nicht als einzige(r) glaubhaft den “Kleinen Mann”? Wo ist die Stimme des Kleinen Mannes? Wer arbeitet heute noch mit den eigenen Händen? Wer hat noch Dreck unter den Nägeln? Wer noch Ruß Den ganzen Beitrag lesen »
Es ist ja allen klar, dass es in den USA mal wieder schneller abläuft. Und dass der Fortschritt mal wieder mit 1-2 Jahren Verspätung in Europa und dann noch später in Deutschland ankommen wird. Hier nämlich wird erstmal oberkritisch alles beäugt, bis man sich dann auch endlich traut. Das war ja schon immer so. Mit den Video-Kassetten. Mit den Comics. Mit den Mobiltelefonen. Mit den Social Networking-Plattformen. Und jetzt halt mit den E-Books. Zu allem Überfluss haben wir ja noch den Buchdruck erfunden, deshalb werden wir sie noch später bekommen. Aber egal. Irgendwann sind die E-Bücher da, und dann gewöhnen sich plötzlich alle daran, und viele werden ihre ollen, vergilbten Bücher auf den Kompost werfen. Oder halt beim nächsten Umzug auf der Straße stehen lassen.

Wer keine Bücher liest, kennt es nicht. Auch nicht, wer sie nur ausleiht, bei Freunden oder aus Bibliotheken. Oder sie, das soll es geben, nach der Lektüre gar wegschmeißt. Man muss schon Bücher sammeln, um in den Genuss des Frugos-Gotherp-Phänomens zu kommen. Und man sollte sie in Regalen lagern, nicht wild verteilt auf dem Fußboden, in dunklen Kisten oder in der Garage. Dann nämlich, auf Augenhöhe mit seinen Büchern, kann es vorkommen, dass sie mit einem zu sprechen anfangen und Geschichten erzählen, die gar nicht in ihnen stehen, und Figuren erfinden, die es noch nicht gibt. Zum Beispiel Frugos Gotherp.
Vor Tagen las ich in der
In den Zwanzigerjahren wettete der junge Journalist und Schriftsteller Ernest Hemingway um zehn Dollar, dass er eine Kurzgeschichte mit nur sechs Worten schreiben konnte. Der Text, mit dem er die Wette gewann, ging so: