Alle Beiträge in: „Literarische Dinge“

21 Apr

Seth Harwoods Podcast-Karrieresprung

Von Florian

Während sich ein großer Teil des Kulturbetriebs angesichts der Bedrohungen aus dem Internet irgendwo zwischen Reaktion und Hysterie zu orientieren versucht, betrachten immer mehr findige Geister neue Entwicklungen als Chance — und kommen damit auch noch durch! openculture.com schreibt über den Autoren Seth Harwood, der seinen Debut-Roman als Podcast in 19 Episoden veröffentlichte:

After Seth Harwood got his MFA at the Iowa Writers’ Workshop, he began publishing in traditional magazines and journals, as most young writers do. But those publications were slow to launch his career. Things changed, however, once he started publishing online.

Wie man’s macht, erklärt er in einem kurzen Video:


via openculture.com

17 Apr

Aus purer Lust und einem wahren Bedürfnis

Von Hannes Becker

In der Romantrilogie Angriffe sucht Alban Lefranc die Nähe von Kunst und Terrorismus

lefranc-angriffe-1Sechzehn Jahre liegt der letzte Anschlag der RAF zurück, vor elf Jahren hat sie sich selbst aufgelöst. Ihre erste illegale Aktion war der Brandanschlag auf zwei Kaufhäuser in Frankfurt am Main im April 1968, es folgten Überfälle, Attentate, Entführungen, Hungerstreiks bei denen über fünfzig Menschen starben. Es gab öffentliche Erklärungen der RAF und es gab die beiden Texte Das Konzept Stadtguerrilla (1971) und Über den bewaffneten Kampf in Westeuropa (1971).

Diese unvollständige Zusammenfassung enthält das Material für zahlreiche Reaktionen und Kommentare – das was man die Wirkungsgeschichte der RAF nennen könnte. Den ganzen Beitrag lesen »

28 Mrz

Regal-Spannern war gestern. Oder: Buch-Voyeurismus global

Von Nikolai Preuschoff

Buchmarkt Porno gobal

Das “It’s happy bunny — Ultimate Sticker Book” geht nach Schweden, nördlich von Stockholm. In Israel kauft jemand den Lonely Planet “Ireland”. Dort, also in Irland, hat jemand soeben “Excel X for Dummies” erworben. Nun bestellt ein britischer Haushalt das Kochbuch “Kid’s Birthday Cakes”. Und jetzt in Italien, “Your Inner Fish: A Journey into the 3.5 Billion-Year History of the Human Body”. In Griechenland hat sich derweil schon zweimal “Green to Gold” verkauft, Untertitel: “How Smart Companies do dies und das”. Auf Malta greift jemand zum Thriller, “The Rock Rats”. Und in den Niederlanden will in diesem Moment jemand wissen: “How to be an Explorer of the World”.

Keine Frage: Voyeurismus kann sich auch auf Bücher richten. Fremde Bücherregale, zum Beispiel, versprechen Den ganzen Beitrag lesen »

12 Mrz

Imponieren mit gelesenen Büchern

Von Günne

… heißt der tolle Titel eines tollen Artikels bei telepolis. Im Kern geht es eigentlich darum, wer mit welchen Büchern angibt, die er, respektive sie, gelesen haben will. Da gibts dann natürlich die üblichen Verdächtigen wie Ulysses, die Bibel, Krieg und Frieden und so.

Ich mache jetzt mal eine Sache, die ich schon immer gerne mal machen wollte: eine Hitliste von Büchern, die ich gelesen habe und mit denen ich wahnsinnig gerne angeben würde.
Ich habe es noch nie gemacht, weil entweder interessiert sich keine Sau für diese Bücher oder ich hab es auch noch nie geschafft, das Gespräch so geschickt zu wenden, dass wir auch nur in die Nähe der Themen dieser Bücher kamen. Oder ich wollte auch nicht doof da stehen. Oder nicht protzen. Oder mich nicht blamieren. Oder nicht die halbe Menschheit als Feind haben, weil ich gegen DAS Kanonbuch frevele.
Aber jetzt will ichs. Und hier ist sie, meine ganz persönliche Hitliste von Büchern, von denen ich persönlich toll fand, dass ich sie wirklich gelesen habe und mit denen ich gerne mal angeben würde. Ganz spontan mal. In umgekehrter Reihenfolge: Den ganzen Beitrag lesen »

22 Dez

Mein Freund, der Maulwurf und ich feiern Weihnachten

Von Günne

Heute habe ich meinen beiden Söhnen zum Einschlafen vorgelesen und dachte mir: Mann, wieder eines dieser Millionen Bücher, wo Frösche Namen haben und miteinander reden oder Mäuse sich mit Schnecken, Spatzen und (wiederum) Fröschen an einem langweiligen Nachmittag treffen um zu ratschen. Oder alte Leute im hohen Norden die mit ihren Katzen reden. Und nicht nur das: Die Katze antwortet auch noch. Oder der Maulwurf, der einen kleinen Vogel groß zieht. Das ganze Maulwurfhaus hat Bilder an den Wänden und dieses Tierchen, das in Wirklichkeit mit Hängen und Würgen ein bisschen hell und dunkel unterscheiden kann, geht spazieren wegen der schönen Aussicht. Oder der Fisch der seine Schuppen verschenkt. Um ein bisschen Anerkennung zu genießen. Im Meer. Fehlen bloß noch Kinder, die in der Schule das Zaubern lernen. Oder die Baumaschinen mit Namen und nicht enden wollender Begeisterung für jedes Futzelchen Arbeit. Geht’s noch blöder? Was soll denn das bringen wenn man glaubt Bären sind zum Knuddeln, Löwen sind ja auch nur größere Mietzekatzen, Kühe und Krähen können Freunde sein, Raupen essen gern Lollis, Würstchen, Kuchen usw. oder der Geruch von Stinktieren ist lustig. Den ganzen Beitrag lesen »

01 Dez

Bahnfahrt mit Höllenmaschine

Von Nikolai Preuschoff

Schrecken des Alltags (1)

ICE Als ich gestern Nachmittag mit dem etwa halbvoll besetzten ICE nach Berlin zurückfuhr, geriet ich in eine jener Situationen, in denen ein einzelner Fahrgast eine ganze Gruppe von Reisenden bis an den Rand des Nervenzusammenbruchs treibt, diese jedoch in einer merkwürdigen, masochistischen Ohnmacht reglos verharrt. Dabei rührte die unerklärliche Passivität meiner Mitreisenden (und, obwohl ich etwas weiter hinten saß, auch die meine) bestimmt nicht daher, dass man generell nicht seine Meinung sagen würde. Und wahrscheinlich nicht einmal daher, dass man mit dem Verdacht zu kämpfen hatte, man sei vielleicht mit seinen gereizten Nerven allein, und wenn man sich jetzt beschwerte, dann würde das als kleinliche Überreaktion ausgelegt werden. Es muss also noch einen anderen Grund gegeben haben. Und den gab es.

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06 Okt

Hausdurchsuchung im Kaffee Burger

Von Hannes Becker

Auch während der Berlinale soll es ja noch Kinos geben, die Filme zeigen. So läßt sich auch das verdiente KOOK-Label nicht beirren und bittet, trotz gerade abgefeiertem Internationalem Literaturfestival, zu KOOKread ins Kaffee Burger. Am Dienstag, den 7. 10. um 20:30 Uhr lesen die Stars der Leipziger “Hausdurchsuchung” Kilian Bode, Julia Dathe, Sascha Kokmot, Isabelle Lehn und Wolfram Lotz. Der Musiker des Abends ist Joe Czernecki. Über Hintergründe und Rückseiten der Autoren, der Verstaltung, und selbst des Mondes erfahrt ihr alles, wenn ihr den Links in diesem Beitrag folgt!

21 Sep

David Foster Wallace und Klickstreckenirritationen

Von Florian

Man stelle sich eine Runde netter, lesefreudiger Menschen vor und ein anregendes Gespräch über David Foster Wallace. Es dreht sich um die enorme Schwierigkeit, ein über tausendseitiges Werk zu übersetzen, welches Züge von David Lynch hat und dazu mit Massen an medizinischen Fachbegriffen gespickt ist. Man unterhält sich in bewunderndem Ton über den Mut, dessen es bedarf, eine solche Arbeit anzugehen und darüber, wie es sich wohl anfühlt, Jahre mit den Wörtern und Sätzen eines einzigen Buches zu verbringen. Plötzlich ruft einer, der die ganze Zeit nichts gesagt hat, dazwischen: “Hey, benutzt einer von Euch eigentlich noch das Wort ‘Schlüpfer’?” Er kichert kurz und fährt dann fort “Oder ‘Käseigel’: Wo gibt’s denn heute noch sowas!”.

Unter gewissen Umständen habe ich eine Menge übrig für gezielt gesetzte Irritationen. Beim Lesen des SZ-Beitrags über die Übersetzung von Foster Wallace’s “Infinite Jest” fand ich es dann aber doch etwas dämlich, zwischen Absatz vier und Absatz fünf auf die Bildergalerie “Bedrohte Wörter: And the Käseigel goes to…” hingewiesen zu werden – samt Teaserbildchen von alten Herren in Feinripp und knapp bekleideten Asiatinnen neben dicken Schlitten.

Egal, der Text mit dem albernen Titel “Jäger des verlorenen Wortschatzes” ist trotzdem lesenswert.

17 Sep

Nach Strich und Faden rezensiert

Von Nikolai Preuschoff

Roth by Sutton WardGestern ist der ich glaube 25. Roman Philip Roths erschienen: Indignation. (Sein vorletzter, Exit Ghost, kam dieses Jahr auf Deutsch heraus.) In den USA überschlagen sich die Rezensenten. Unter ihnen der New Yorker Illustrator, Karikaturist und Schriftsteller Ward Sutton, der für das Wochenblatt The Village Voice seine Rezension gezeichnet hat: in Form eines Comic-Strips. Ziemlich cool. Das Ganze ist zwar eher kurz, aber — im Gegensatz beispielsweise zu diesem Kleist-Comic — vorzüglich gezeichnet.

Illustration: Ward Sutton für The Village Voice (Ausschnitt)

16 Sep

Der nächste bitte!

Von Günne

Jetzt habe ich also einen Autor fertig gelesen. Jedes Buch bis zum letzten Komma verdrückt. Und was jetzt? Die Richtung gefällt mir. Also mit welchem Autor gehts weiter? Der nächste bitte!
Antwort bietet: die Literaturlandkarte
http://www.literaturlandkarte.de

Nicht immer komplett diskussionsfrei (Warum steht bei meiner Lieblingskrimiautorin als nächstes Rosamunde Pilcher? Frechheit!) aber ganz amüsant.