Alle Beiträge in: „Offline-Shopping“

01 Jul

Neues vom Bücherturm

Von Nikolai Preuschoff

Aus der Reihe: Bücher im Digitalen Zeitalter

Wie versprochen bringt goldmag exklusive Neuigkeiten vom Bücherturm, der in der Kreuzberger Graefestraße vor dem Antiquariat Umbras Kuriositätenkabinett der Witterung ausgesetzt ist. Aufnahmen von Februar und März dieses Jahres sind weiterhin hier zu begutachten.

Inzwischen ist es grün geworden um den Bücherturm. Ranken ziehen sich an den Buchrücken hinauf, und die Baumkrone spendet jetzt Schatten, wodurch mögliche Schäden durch das dieser Tage stark einfallende Sonnenlicht verringert werden. Dennoch zeichnen sich auch die Verfallsspuren immer deutlicher ab: Alle Bücher sind von Feuchtigkeit mehr oder weniger aufgedunsen. Die Deckel der mittig ausgestellten Folianten wölben sich und fallen ab. Schwarzer Schimmel ist an vielen Schnittkanten deutlich auszumachen. goldmag fragt: Wie ernst ist die Lage der Bücher?

Überhaupt nicht ernst, das ist die gute Nachricht: Der Turm steht weiterhin sicher auf seinem Zementsockel, die Bücher halten zusammen.

Fotos: N. Preuschoff

18 Mrz

Bücherturm

Von Nikolai Preuschoff

Neues aus der Reihe: Bücher im Digitalen Zeitalter

In der kunsthistorischen Kategorie der Akkumulation gibt es sicher interessantere Dinge, die man anhäufen kann: Uhren z.B. oder Rasierapparate. Bücher hingegen hat man ja schon immer irgendwie angehäuft und gestapelt.

Etwas Besonderes gibt es dennoch am Bücherturm, der vor einiger Zeit in der Kreuzberger Graefestraße aufgetaucht ist: Neben dem Umstand, dass die wacklig aussehende Konstruktion noch nicht umgefallen ist — steht er im Freien. Das wirft Fragen auf (was ein gutes Kunstwerk ja auszeichnet), Fragen, wie sie uns hier in der Reihe “Bücher im Digitalen Zeitalter” beschäftigen.

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15 Jul

Tipps für den armen Leser

Von goldmag

Eine antiquarische Stadtteilforschung in Friedrichshain

Ein Gastbeitrag von Alex Dubilet

buchladen-fuer arme 1_22Um 1700 gab es in Berlin nur eine Buchandlung (so der Historiker Jonathan Israel in seinem Werk “Radical Enlightenment”, das vom Aufstieg der modernen, rationalistischen Philosophie, und insbesondere des Cartesianismus und Spinozismus handelt). Heute, Gott sei Dank, haben wir mehr Buchandlungen! Tatsächlich scheint es, als ob jeder Berliner Bezirk ein paar Dutzend von ihnen hätte. Also bin ich aufgebrochen, um in all diesen Bezirken all diese Buchandlungen zu besuchen und zu erforschen — allerdings nur die Antiquariate und Gebrauchtbuchläden, denn ich habe nicht so viel Geld. Und außerdem kann man nicht die “Gesamelten Werke” von Lenin (ungefähr 45 Bände) auf Russisch für 25 Euro in einer normalen Buchhandlung finden. Zuerst war ich in Friedrichshain (ich weiss nicht warum, da ich in Kreuzberg wohne, wo es mehr als genug Antiquariate gibt: Einen Überblick über Kreuzberg werde ich das nächtes Mal liefern, falls mein Rücken und meine Füße die unglaublich harten Berliner Steine überleben — und das ist nicht sicher). Mein Gesamteindruck von Friedrichshain vorab: Es gibt eine hohe Quantität, aber nicht genug bezahlbare Qualität. Hier sind meine Resultate im Einzelnen: Den ganzen Beitrag lesen »

04 Mrz

Gibert Joseph, rez-de-chaussée

Von Nikolai Preuschoff

Gibert JosephBetritt man die Buchhandlung Gibert Joseph auf dem Boulevard St. Michel in Paris, kann man sich schon wundern. Zwar gibt es im Eingangsbereich ein Bestseller-Regal und auch ein paar der üblichen Küchen- und Reiseführer. Also reguläre Bücher. Aber ansonsten wird das komplette Erdgeschoss vom Bande Desinée (BD) ausgefüllt — auf ‘deutsch’ also: von Comics.

Den Besucher begrüßt zunächst ein umgehbarer Pfeiler, der “Angoulême 2009” gewidmet ist, dem wichtigsten französischen Comic-Festival. Hier ist der eigenartige Pinocchio von Winshluss ausgestellt, der vor einigen Wochen den Preis für das beste Album erhalten hat. Daneben hängen mindestens drei Alben von Blutch, in diesem Jahr ausgezeichnet mit dem “Grand Prix de la Ville d’Angoulême”: le petit christian, erschienen im Independent-Verlag L’Association, sowie zwei Bände, die La Volupté und La Beauté heißen und mit verstörend-expressiven Pastellkreidestrichen (vermutlich eigentlich geheime) Phantasien des Autors in dunkle Szenen setzen. Den ganzen Beitrag lesen »

12 Dez

Offline-Shopping (1): Den Büchern ihren Raum geben

Von Felix Lüttge

In der Buchhandlung ebertundweber ist weniger mehr. Das ist gut für die kleinen Verlage.

ebertundweber„Laufkundschaft haben wir kaum, hier ist ja nicht viel los – außer nachts.” Eine Subways-Filiale gibt es und vereinzelt ein paar andere Geschäfte. Es ist belebter geworden am Schlesischen Tor und in der Falckensteinstraße. Die meisten Menschen kommen hier aber auf dem Weg zum Lido oder zu einer der Kneipen in der Schlesischen Straße vorbei. Das ist vor allem nach Ladenschluss. Trotzdem wollten Jessica Ebert und Katja Weber ihren Laden im Oktober 2006 unbedingt hier in der Nähe des Schlesischen Tores eröffnen und haben sich einen alten Traum erfüllt. Die Buchhandlung ebertundweber will kleinen Verlagen ein Forum bieten. Das gelingt ihr gut. Den ganzen Beitrag lesen »