Alexander Langer über die Lust am Erzählen
Der Blick ernst, mindestens nachdenklich, voller Tiefe, nie ganz entspannt. Der Kopf füllt das Bild aus, ist manchmal ob der Schwere der Gedanken auf eine Hand gestützt oder leicht angeschrägt, als Geste des ständigen Zweifels. So sieht normalerweise das typische Autorenfoto aus.
Bei Alexander Langer nicht. Ein aktuelles Pressefoto zeigt ihn mitten auf der Straße stehend, im Hintergrund die Flucht der Gebäude, der Blick direkt, das Kinn herausfordernd nach vorn gereckt, neben ihm ein leuchtend weißer Sportwagen mit schwarzem Verdeck. Das will nicht so recht passen zum intellektuellen Habitus, der von vielen Schriftstellern gerne gepflegt und vom Publikum oft erwartet wird. Genauso wenig wie sein Beruf: Freizeitanimateur ist er, am Bodensee.
Ob das Ganze eine Art Gegenprogramm sei, will ich von ihm wissen. Den ganzen Beitrag lesen »
Ein Bildabnehmer direkt im Hirn – das ist der diffus personale Erzähler, der die Figuren in Thomas von Steinaeckers Debütroman Wallner beginnt zu fliegen begleitet. Drei Generationen, drei Menschen, die sich auf ihrem Lebensweg in Illusionen verstricken: Der Mittelständler Stefan Wallner, der von seinem Kompagnon aus der gemeinsamen Landmaschinen-Firma gemobbt wird und sich in Wahnvorstellungen verliert; sein jugendlich als Popstar gecasteter Sohn Costin, der als früh alternder Aufmerksamkeitsjunkie durch Reality- und Talkshows tingelt; und Wendy, von Costin mit einem One-Night-Groupie gezeugt, die als Gender-, Medien- und Postkolonialismusforscherin den akademischen Trends folgt. Wendy scheint „ihrer ganz persönlichen postadoleszenten Wendy-Welt“ zu entkommen, als sie in die Familienhistorie einsteigt und – im Jahr 2070 – ein Buch über die Wallners verfasst, das genauso beginnt wie Steinaeckers Roman: Mit dem Unfalltod ihres Urgroßvaters Günter.
Es wird höchste Zeit, hier endlich mal auf das zweite LAN-Festival hinzuweisen. Noch knapp sechs Wochen sind es bis zum letzten Mai-Wochenende. Wie schon vor zwei Jahren treten an drei Tagen 18 Autoren ans Podium und eine gute Handvoll Musiker auf die Bühne. Mehr Informationen gibt es auf der neuen