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	<title>goldmag.de &#187; Stadt aus Gold</title>
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		<title>Detroit in B&#252;chern</title>
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		<pubDate>Sat, 07 May 2011 23:25:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Preuschoff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a  href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2011%2F05%2Fdetroit-in-buechern%2F&#038;text=Detroit+in+B%C3%BCchern&#038;lang=de&#038;count=horizontal" class="twitter-share-button">Tweet</a></div><p><a  href="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/DSCN3874.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-4900" title="Detroit Book Store 2011"><img class="aligncenter size-large wp-image-4917" title="Detroit Book Store 2011" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/DSCN3874-1024x731.jpg" alt="Detroit Book Store 2011 NP" width="456" height="326" /></a></p>
<p>Viele Gold-Autoren halten sich ja zur Zeit an den verschiedensten Orten in der Welt auf. Das wissen viele unserer Leser vielleicht noch gar nicht. Umso wichtiger, darauf einmal hinzuweisen. Denn von so anderen Kontinenten f&#228;llt es nat&#252;rlich schwerer, &#252;ber Berlin und junge Literatur und all diese Themen zu schreiben, die vor gar nicht langer Zeit noch so wichtig waren, aber nun so weit entfernt liegen. Ich finde das mal eine nicht irrelevante Mitteilung.</p>
<p>Dazu kommt nat&#252;rlich, zumindest in meinem Fall, dass es ausserhalb Berlins mit der akademischen Leichtf&#252;&#223;igkeit auf einmal vorbei ist. In Amerika weht z.B. ein ganz anderer Wind. Das ist tats&#228;chlich so: Da wird Arbeit und kapitalistische &#214;konomie und so noch gro&#223;geschrieben, und zum bloggenden M&#252;&#223;iggang fehlt die Zeit und die Kraft, wenn man am Ende des langen Tages ersch&#246;pft, mit rotger&#228;nderten Augen und zu keiner Regung mehr f&#228;hig in seinem winzigen K&#228;mmerchen auf die Schlafst&#228;tte sinkt.</p>
<p>Das einzige, was ich gerade so verfolge, sind eigentlich Nachrichten aus und &#252;ber Detroit (also die Stadt, in der die Allheilkraft des Marktes immer noch gro&#223;geschrieben wird, aber niemand mehr Arbeit hat). Ich wohne zwar nur in der N&#228;he von Detroit (mit Gerhard Seyfried gesagt: ganz nah dran, aber gottlob nicht mittendrin), f&#252;hle mich aber doch so als Nachbar. Deswegen, als Start einer, &#228;h, <em>Reihe zu Detroit und Literatur</em> hier zun&#228;chst mal zwei sehr gute Beitr&#228;ge &#252;ber Detroit <em>in</em> der Literatur, gefunden auf <a  href="http://onemorespoke.blogspot.com/">One More Spoke</a>, einem &#8220;Detroit-based blog&#8221;:</p>
<p><img class="aligncenter" src="https://lh6.googleusercontent.com/-P5P8V1VYgmU/TWxQDHcl9YI/AAAAAAAAAeE/GQLcurnasrI/s1600/IMG_1194rs.jpg" alt="" width="455" height="341" /></p>
<p><a  href="http://onemorespoke.blogspot.com/2011/01/detroit-in-books-part-iroberto-bolanos.html?utm_source=feedburner&#038;utm_medium=feed&#038;utm_campaign=Feed%3A+OneMoreSpoke+%28One+More+Spoke%29" target="_blank">Detroit In Books, Part I—Roberto Bolaño&#8217;s 2666</a></p>
<blockquote><p><em>The first in a, most likely, annoyingly sporadic series about the portrayal of Detroit in literature and other published works.<br />
</em></p></blockquote>
<p><a  href="http://onemorespoke.blogspot.com/2011/04/detroit-in-books-part-2henry-millers.html?utm_source=feedburner&#038;utm_medium=feed&#038;utm_campaign=Feed%3A+OneMoreSpoke+%28One+More+Spoke%29" target="_blank">Detroit In Books, Part 2—Henry Miller&#8217;s The Air-Conditioned Nightmare </a></p>
<p><small>Foto oben: Niko Preuschoff, Foto unten: <a  href="http://onemorespoke.blogspot.com/">One More Spoke</a></small></p>
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		<title>Brandenburger Fliegens&#228;ulenkr&#252;ppel</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 15:20:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannes Bajohr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadt aus Gold]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a  href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2010%2F08%2Fbrandenburger-fliegensaeulenkrueppel%2F&#038;text=Brandenburger+Fliegens%C3%A4ulenkr%C3%BCppel&#038;lang=de&#038;count=horizontal" class="twitter-share-button">Tweet</a></div><p><img alt=""  src="http://www.stadtbahn-blog.de/wp-content/gallery/stadtbahn_blog_de_anti-scratch-kratzschutz-u2/Anti-Scratch-Kratzschutz-U2_1128.JPG" class="alignnone" width="440" height="330" />Es gibt Dinge, deren Vorhandensein man glaubt als einziger Mensch auf der Welt entdeckt zu haben, bis man sich die M&#252;he macht, mal wen anders darauf anzusprechen. Dann merkt man schnell, dass man eben nicht der einzige war, der es bemerkt hat, sondern vielmehr einer unter vielen, die glaubten, die einzigen zu sein. <!--more--></p>
<p>Ein Beispiel sind die <em><a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mouches_volantes" target="_blank">Mouches volantes</a></em> (»fliegende Fliegen«) genannten »Bazillen«, die man manchmal auf seinem Auge wahrnimmt, wenn man ins Licht schaut: Wie Gei&#223;eltierchen huschen sie dem Blick fort und ziehen langsam die Netzhaut entlang. Weil sie einem so nah sind, sozusagen <em>in</em> einem selbst, kommt man erst sp&#228;t dazu, andere zu diesem Ph&#228;nomen zu befragen. Tut mans, dann ist man nicht mehr der einzige und freut sich entweder &#252;ber die unverhoffte Kameradschaft oder ist betr&#252;bt, die Erfahrung teilen zu m&#252;ssen. </p>
<p>Nicht ganz so nah, also auf der Netzhaut (aber fast) ist ein anderes vor dem Auge Flimmerndes, das mich jetzt bestimmt schon seit zwei Jahren sehr viel mehr &#228;rgert, als so ein paar eingebildete Fliegen. Es ist die sogenannte »Anti-Scratching-Foil«, die auf den Fenstern der Berlin U-Bahnen angebracht ist. Scratching, lieber unurbaner Leser, ist in diesem Fall keine Schallplattenkunst, sondern die Freizeitt&#228;tigkeit verschiedentlich Gelangweilter, mit einem Glasschneider oder den roten, Nothammer genannten, f&#252;r Havarief&#228;lle vorbehaltenen Glaszertr&#252;mmerungswerkzeugen aus Bussen die Fenster von Bahnen mit Tags zu versehen. »<a  href="http://de.wikipedia.org/wiki/Scratchiti" target="_blank">Scratchiti</a>« hei&#223;t das laut Wikipedia, was ich ihr nicht glaube. Jedenfalls ist das Ganze strafbar nach § 303 und § 304 StGB und die Ersetzung kostet eine Menge Geld, weshalb die BVG dazu &#252;bergegangen ist, Schutzfolien auf die Fenster aufzukleben, so dass nicht mehr das Glas, sondern nur noch die Folie ersetzt werden muss. </p>
<p>Weil aber auch die BVG etwas auf sich h&#228;lt und eine Grafikabteilung hat, wurden die Folien per Aufdruck versch&#246;nert. Zur WM waren es, viele erinnern sich, Fu&#223;b&#228;lle. Die n&#228;chste Generation zierten Brandenburger Tore. Womit wir endlich beim Punkt w&#228;ren. Sieht man nun beim U-Bahn-Fahren aus dem Fenster, schweben einem wie Fliegen stets die Tore vor der Fresse rum. Was nicht weiter schlimm w&#228;re, beg&#228;nne man sich nicht in die grafische Gestaltung des abgebildeten Objektes zu vertiefen. Dann n&#228;mlich f&#228;llt einem auf, dass die Grafikabteilung der BVG wohl doch eher aus dem sechzehnj&#228;hrigen Sohn des Direktors zu bestehen scheint, jedenfalls &#252;ber keinerlei Ahnung von Perspektive verf&#252;gt. Von den sechs S&#228;ulen des Brandenburger Tores sind sage und schreibe vier falsch gezeichnet: Am schlimmsten bei der zweiten S&#228;ule von links (siehen oben), aber auch die beiden mittleren S&#228;ulen, deren Unterkanten eigentlich nur aus einer graden Linie bestehen m&#252;ssten, wurden grotesk und eklatant schief gemalt. </p>
<p>Schlimm dabei ist vor allem, dass es nicht nur um ein Tor geht, sondern um Myriaden davon: Denn pro Fenster sind etwa 30 dieser Tore aufgeklebt; eine Bahn des Typs HK-06 hat 24 Fenster (die auch beklebten T&#252;ren nicht mitgez&#228;hlt), was bei nur einer einzigen Bahn 2880 falsche S&#228;ulen macht! Hochgerechnet auf die 1288 Fahrzeuge der BVG macht das 3.709.440 perspektivisch mi&#223;gebildete Pfeiler, woraufhin man sich erstmal setzen muss.</p>
<p>Die Sache nun ist, dass ich immer der Meinung war, diese Inkongruenz sei nur mir aufgefallen. Was nat&#252;rlich nicht stimmte. Aber als ich dar&#252;ber neulich mit einer Bekannten sprach, in einer dieser Bahnen sitzend, war mir, als w&#252;rde ich ein gut geh&#252;tetes Geheimwissen teilen &#8211; eben wie das der Augentierchen, das eigentlich jedem bekannt sein d&#252;rfte. Wir jedenfalls nickten uns wissend einander zu und blickten weiter durch die mit Brandenburger Fliegens&#228;ulenkr&#252;ppeln vor Vandalismus gesch&#252;tzten Scheiben, von denen unsere Mitreisenden vielleicht alles, vielleicht aber auch nichts wussten. </p>
<p><em>Bild via: <a  href="http://www.stadtbahn-blog.de/2008-11/anti-scratching-folien-in-der-u2-typ-hk" target="_blank">stadtbahn-blog</a></em></p>
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		<title>City of Gold</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Nov 2009 19:47:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Preuschoff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a  href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2009%2F11%2Fcity-of-gold%2F&#038;text=City+of+Gold&#038;lang=de&#038;count=horizontal" class="twitter-share-button">Tweet</a></div><p><img class="alignleft size-full wp-image-2798" title="city-of-golden-hall-stockholm1" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/city-of-golden-hall-stockholm1.jpg" alt="city-of-golden-hall-stockholm1" width="425" height="283" /></p>
<p>In New York, so berichtet der <a  href="http://bldgblog.blogspot.com/2009/11/city-of-gold.html" target="_blank">BLDG-Blog</a>, wird der Platz f&#252;r Gold langsam knapp. Da sich der Gold-Preis in den letzten zehn Jahren <a  href="http://www.monex.com/prods/gold_chart.html" target="_blank">vervierfacht</a> habe, kaufen die Leute immer mehr der Edelmetall-Barren und horten sie &#8212; und zwar in solchen Mengen, dass der Speicherplatz in den Tresorr&#228;umen jetzt offenbar an seine Grenzen geraten ist. Von &#8220;Flotten gepanzerter Lastwagen&#8221;, berichtete das <em><a  href="http://online.wsj.com/article/SB125902295608261455.html" target="_blank">Wall Street Journal</a></em>, die <em>mit Goldbarren und M&#252;nzen beladen</em> Midtown Manhattan verlie&#223;en. Die Bank HSBC habe beschlossen, die Barren der Kleinanleger zu verlegen, um Platz f&#252;r gro&#223;e institutionelle Kunden zu machen. Aber leichter gesagt als getan! Eine derartige Aktion, so die <a  href="http://www.thefirstpost.co.uk/56509,news-comment,news-politics,armoured-trucks-leave-nyc-loaded-with-gold" target="_blank"><em>First Post</em></a>, k&#246;nne leicht in eine &#8220;milit&#228;rische Operation&#8221; ausarten. &#8220;I have never seen any relocation like this,&#8221; soll der Direktor der Edelmetall-Handelsgesellschaft <em>FideliTrade</em> gesagt haben <!--more-->(au&#223;er in <em>Die Hard III)</em>.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2811" title="goldbaratgrandemperorcasino" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/goldbaratgrandemperorcasino.jpg" alt="goldbaratgrandemperorcasino" width="260" height="193" />Wenn man so etwas liest, wird einem schnell klar, dass Gold eigentlich nichts mit Literatur zu tun hat. Oder umgekehrt, Literatur mit Gold. Sicher fragen sich viele Besucher unserer Seite genau das. Vor allem jene, die t&#228;glich auf der Suche nach einer &#8216;richtigen&#8217; Gold-Seite versehentlich hier landen. (Und durch diesen Blogpost werden es davon vermutlich noch mehr!) Wo denn da der Bezug liegen solle, zwischen &#8216;Literatur&#8217; und &#8216;Gold&#8217;? Da einen herstellen zu wollen &#8212; ist das nicht fast so abwegig wie der Bezug zwischen &#8216;Gold&#8217; und &#8216;Berlin&#8217;? Man nehme nur mal den links abgebildeten Goldbarren-Boden des <em>Grand Emperor Casinos</em> in Macau: W&#228;re so etwas in Berlin vorstellbar?</p>
<p>Das gute an Eigennamen ist, dass man sie nicht erkl&#228;ren muss, wenn man nicht will. Da f&#228;llt mir ein, dass es fr&#252;her mal eine Seite gab namens <a  href="http://stadtausgold.de/" target="_blank">stadtausgold.de</a>. Das war die Vorg&#228;ngerseite von dieser hier. (Und als Kategorie gibt es sie ja immer noch &#8212; wie passend f&#252;r diesen Beitrag.)</p>
<p><small>Foto 1: <a  href="http://www.flickr.com/photos/hatemaster/2222363904/in/photostream/" target="_blank">IzaD™</a><br />
Foto 2: <a  href="http://en.wikipedia.org/wiki/File:GoldBarAtGrandEmperorCasino.JPG" target="_blank">photnart</a> </small></p>
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		<title>Vor 20 Jahren…</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 12:54:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Preuschoff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a  href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2009%2F11%2Fvor-20-jahren%2F&#038;text=Vor+20+Jahren%E2%80%A6&#038;lang=de&#038;count=horizontal" class="twitter-share-button">Tweet</a></div><p><img class="aligncenter size-full wp-image-2462" title="Trabbis Berlin" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/trabbis.jpg" alt="Trabbis Berlin" width="424" height="311" />… sagte unsere Grundschullehrerin, so, wir machen jetzt eine Exkursion, und wir sind dann an die Mauer gefahren. In meiner Erinnerung war es kalt, die Sonne schien, und man sah haupts&#228;chlich Trabbis und manchmal Wartburgs mit knatternden Zweitaktmotoren durch eine winkende Menschenmenge fahren. Bei jedem Fahrzeug wurde gejubelt. Und einige reichten zur Begr&#252;&#223;ung tats&#228;chlich Bananen in die ge&#246;ffneten Scheiben hinein. Dass dies nun das <a  href="http://www.faz.net/s/RubA91992BFFBF84DB3B4EBE604A92D275B/Doc~E2F08308923434E6797EC32449B1A1674~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">&#8220;Wunder von Berlin&#8221;</a> war, verstanden wir damals nat&#252;rlich nicht.</p>
<p>Der Tagesspiegel hat heute einen <a  href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/Mauerfall-1989-Live-Blog;art270,2945265" target="_blank">&#8220;Live-Blog&#8221;</a> eingerichtet, und auf Carta fordert Tim Renner unter der &#220;berschrift <a  href="http://carta.info/17851/die-mauer-muss-weg/" target="_blank">&#8220;Die Mauer muss Weg!&#8221;</a> die Abschaffung der GEMA. Aber was machen die Literaten? Da ist z.B. Lars Gustafsson, der mit seinem heutigen Blog-Eintrag dem Tag ein sch&#246;nes Motto verleiht: <a  href="http://larsgustafssonblog.blogspot.com/2009/11/lange-leve-det-fria-berlin.html" target="_blank">&#8220;L&#228;nge leve det fria Berlin!&#8221;</a> Leider ist der Eintrag auf Schwedisch. Immerhin lernen wir von Gustafsson, der in den 70er Jahren mal in Westberlin gelebt hat, dass &#8220;Mauerfall&#8221; bzw. &#8220;Mauerbruch&#8221; auf schwedisch &#8220;murgenombrottet&#8221; hei&#223;t. <em>Murgenombrottet</em>. Von Volker Braun gibt es zum 9. November ein (schon &#228;lteres) Gedicht, das man sich von ihm auf <a  href="http://lyrikline.org/index.php?id=162&#038;L=1&#038;author=vb00&#038;show=Poems&#038;poemId=236&#038;cHash=2bf47fe94c" target="_blank">lyrikline</a> vorlesen lassen kann (es wittert neue Gefahren). Und der stets zuverl&#228;ssige <em>Literary Saloon</em> bringt heute eine <a  href="http://www.complete-review.com/saloon/archive/200911a.htm#oz9" target="_blank">&#220;bersicht</a> zur englischsprachigen Mauerfall-Anthologie <a  href="http://thewallinmyhead.com/" target="_blank"><em>The Wall in my Head</em></a>, die anl&#228;sslich des Jubil&#228;ums von  <a  href="http://www.wordswithoutborders.org/" target="_blank">Words without Borders</a> und <a  href="http://openletterbooks.org/" target="_blank">Open Letter</a> herausgebracht wird.</p>
<p><small>Foto: <a  href="http://www.flickr.com/photos/emilime/" target="_blank">emilime</a></small></p>
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		<title>Kreuzberger Karma</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 17:46:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goldmag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadt aus Gold]]></category>

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<p>„Haste mal ’ne Kippe f&#252;r mich?“</p>
<p>Ich sitze auf einer Bank am Kanalufer. Auf dem Schiff gegen&#252;ber wird eine Hochzeit vorbereitet. „Weine nicht, kleine Eva“ schallt es aus den Lautsprechern. Die Frau fragt oft nach Zigaretten und Geld. Ein bisschen verwahrlost sieht sie aus. Ihr Haar ist grau und str&#228;hnig, sie tr&#228;gt viele Ketten und hatte fr&#252;her bestimmt eine sch&#246;ne Haut. Ich halte ihr den Tabakbeutel hin, sie dreht sich zittrig eine Zigarette.<!--more--></p>
<p>„Na, ich setz mich mal ’ne Weile zu dir. Ich bin total neben der Kappe heute. Eben war da so ein P&#228;rchen, die waren echt schlimm zu mir. Ich frag die, ob sie was f&#252;r mich haben, aber der Mann hat mich nur beschimpft. Ich sag ‚Peace’ und ‚Freedom’, aber das hat der gar nicht kapiert und mir ‚Schlampe’ hinterher gerufen. Manche Leute sind echt nicht nett.“</p>
<p>Das finde ich allerdings auch und nicke bedauernd.</p>
<p>„Ich bin gerade nicht gut drauf. Ich bin obdachlos und die Wohnung, wo ich gerade bleibe, ist ganz schrecklich, immer l&#228;uft der Fernseher, da kann ich mich nicht entspannen. Mein Exfreund hat mich rausgeschmissen. Und beklaut hat der mich auch. Mir sind schon verr&#252;ckte Sachen passiert im Leben. Auch viel Sch&#246;nes. Manchmal hab ich auch gute Tage, aber heute nicht. Was machst du denn? Lernst du? Gehst du noch zur Schule?“<br />
Ihre Augen tr&#228;nen stark und sie scheint nicht mehr allzu viele Z&#228;hne zu haben.<br />
„Nee, ich arbeite, aber jetzt gerade schreibe ich Tagebuch“, sage ich.<br />
„Ach, Tageb&#252;cher hatte ich auch mal. Aber die hat alle mein Exfreund weggeschmissen. Meine B&#252;cher auch. Fr&#252;her hab ich noch gemalt. Aber jetzt mit meinen Augen, ich kann nicht mehr so gut sehen. Eigentlich muss ich zum Augenarzt. Aber der macht immer so fr&#252;h zu, und dann schaffe ich es nicht hinzugehen. Wei&#223;t du, momentan lebe ich vom Betteln, und da sch&#228;me ich mich auch nicht f&#252;r. Die Klamotten, die ich anhab, alles Spenden. Aber eine Sache w&#252;rde ich nie machen.“ Sie sieht mich beschw&#246;rend an. „Klauen. Das w&#252;rde ich nie tun.“<br />
„Das ist gut“, sage ich, „guck mal, da ist eine Hochzeit.“</p>
<p>Ich zeige auf die herzf&#246;rmigen Luftballons, die gerade am Schiff befestigt werden. Sie guckt skeptisch, vielleicht kann sie auch nicht viel erkennen.</p>
<p>„Du bist wohl eine Romantikerin. Na, ich auch. Ich war ja mal Hippie. Also, nicht so auf Droge, sondern richtig. Der Jimi Hendrix, der w&#228;re jetzt so alt wie ich. Vorhin war da noch so einer, der fragt mich ‚Soll ich dir ein bisschen Liebe geben?’. Ich wusste nicht, was will der jetzt, mich umarmen oder was? Wollt ich aber nicht. Da bin ich einfach weggegangen. Sach mal, glaubst du an Karma?“<br />
„Vielleicht“, sage ich unentschlossen.<br />
„Ich war bei einer Auraleserin. Die hat gesagt, manche sind schon weit im Leben, m&#252;ssen aber immer wieder von vorne anfangen. Jetzt geht es mir nicht gut, aber ich glaub, das wird auch wieder besser. Ich wei&#223; ja, was wichtig ist. Gute Ern&#228;hrung. Und Meditation ist auch wichtig, aber manchmal, wenn man wei&#223;, wie es geht,…“<br />
„…ist es schwer, es auch zu tun?“, frage ich.<br />
„Ja, genau. Ich geh jetzt zum Markt. Da hab ich manche, die geben mir was zu essen. Einer gibt mir sogar Biobrot. Ich bin ja Vegetarierin. Da ist es manchmal schwer mit dem Essen. Es gibt schon viele Orte in Berlin, wo man hingehen kann, aber nat&#252;rlich nicht f&#252;r Vegetarier. Ich wei&#223; schon viel &#252;ber Ern&#228;hrung. Makrobiotikerin war ich auch mal. Wenn ich eine eigene Wohnung h&#228;tte, wo ich kochen k&#246;nnte, dann w&#252;rde ich wieder werden. Wie sp&#228;t isses denn? Beim Markt komme ich manchmal zu fr&#252;h, manchmal zu sp&#228;t und manchmal gerade richtig.“<br />
„Ja, so ist das wohl im Leben“, sage ich, „es ist jetzt kurz nach sechs.“</p>
<p>Die ersten Hochzeitsg&#228;ste versammeln sich am Schiff.</p>
<p>„Du bist freundlich“, sagt sie und t&#228;tschelt mir die Wange, „nicht so wie der vorhin. Jetzt geht’s mir wieder besser. Na, ich lass dich jetzt mal.“</p>
<p>Dann steht sie auf und schlurft los. Nach ein paar Metern dreht sie sich noch einmal um, lacht leise und macht das Friedenszeichen.</p>
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		<title>Seelenf&#228;nger</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 08:38:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Preuschoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literarische Dinge]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt aus Gold]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>

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<p><img class="size-full wp-image-1616" title="seelenbaum-p11000651" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/08-baum-p11000651.jpg" alt="seelenbaum" width="420" height="334" /></p>
<p style="clear: both;">Es war letzten Sommer, und es m&#252;ssen wohl &#228;hnlich schw&#252;le Tage gewesen sein wie die heutigen, als sich mir beim Spazieren nahe des Urbanhafens pl&#246;tzlich ein unheimlicher Anblick bot. Auch jetzt noch, ein Jahr sp&#228;ter, wei&#223; ich nicht, wie ich diese seltsamen Zeichen einordnen oder benennen soll, in deren Bannkreis ich geraten war. Spazierg&#228;nger, Jogger und Radfahrer haben die besagte Stelle wohl einfach passiert, ohne sich Gedanken zu machen oder auch nur das Geringste bemerkt zu haben. Wer dagegen die Kronen der B&#228;ume aufmerksamer betrachtete, wurde unweigerlich von einem sich pl&#246;tzlich <!--more-->einstellenden Grauen erfasst.</p>
<p>Um mir jetzt den Schwindel, der mich damals beim Anblick der namenlosen Gegenst&#228;nde &#252;berkam, die sich in den &#196;sten einer Buche direkt &#252;ber mir ausbreiteten, vergegenw&#228;rtigen zu k&#246;nnen, denke ich an Hitchcocks Technik des <em>vertigo shot</em>: Dabei f&#228;hrt die Kamera auf ein Objekt zu, w&#228;hrend sie gleichzeitig zur&#252;ckzoomt &#8212; mit dem Ergebnis, dass alles um das fokussierte Objekt herum Schlieren bekommt und, wie auch der Standpunkt des Betrachters, schwindelig und unsicher wird.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1491" title="08-baum-p1100063" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/08-baum-p1100063-237x300.jpg" alt="08-baum-p1100063" width="228" height="288" />Genau so also musste es jedem ergehen, der nichtsahnend in die &#196;ste dieses Baumes schaute. Denn dort waren, in regelm&#228;&#223;igen Abst&#228;nden, sonderbare Gegenst&#228;nde arrangiert und in eine grausige Konstellation geh&#228;ngt: Kleidungsst&#252;cke, Puppenk&#246;pfe, Elektroger&#228;te, Damenschuhe &#8212; alles &#8220;baumelte&#8221; im wahrsten Sinne des Wortes dort in der Krone. (War es die Arbeit einer verlorenen Seele? Jedenfalls fehlte nur noch, dass man irgendwo in den &#196;sten eine geduckte Gestalt erblickt h&#228;tte, die gerade eine neue Schlinge knotete oder an irgendetwas nagte, das gerade noch in einem der Schuhe gesteckt hatte.)</p>
<p>Um so l&#228;nger ich dar&#252;ber nachdenke, desto sicherer bin ich mir jetzt, dass es eine geheime Ordnung, ein System hinter diesem Arrangement gegeben haben muss, von dem irgendeine Zauberwirkung ausgehen sollte. Wer wei&#223; also, wie viele schlaflose N&#228;chte voll dunkler Visionen die Mitarbeiter des Gartenamtes zu durchwachen hatten, die, vor Monaten &#8212; und sicher mit dem Auftrag, dem &#8220;Spuk ein Ende zu bereiten&#8221; &#8212; anger&#252;ckt waren, um die &#196;ste des Baumes von ihren Devotionalien zu befreien, sie einzeln abzubinden und dann alles in schwarzen Plastiks&#228;cken zu verstauen. Und wer wei&#223; schlie&#223;lich, was jetzt, nachdem die &#196;ste von allem befreit worden sind, noch immer, den Blicken entzogen, zu den Wurzeln vergraben liegt, wieviele der Zeit entr&#252;ckte Dinge dort, am Ufer des Landwehrkanals, den geheimen Zauber aufrecht erhalten, ohne dass es jemand ahnte &#8212; und wie sollte er auch, jetzt, wo der Baum wieder aussieht wie jeder andere.</p>
<p><small>Fotos: N. Preuschoff</small></p>
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		<title>Nichts als Lesergespenster</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 11:43:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne-Dore</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literarische Dinge]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Sonst noch]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt aus Gold]]></category>

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<p><img class="alignleft size-full wp-image-1408" title="Giwi Margwelaschwili" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/g_margwelaschwili_sw.jpg" alt="g_margwelaschwili_sw" width="200" height="300" />Er beugt sich beim Lesen nach vorne und st&#252;tzt sich mit den Ellbogen ab, als w&#252;rde der schwere Stoff auch auf seinen Schultern liegen. &#8220;Der Kantakt&#8221;, sein j&#252;ngstes Buch, ist 800 Seiten dick, ein Wackerstein in zartgr&#252;nem Einband, der sich da vor ihm auf der Tischplatte erhebt. Ein Monument wie sein Autor.</p>
<p><a  href="http://www.giwi-margwelaschwili.de/">Giwi Margwelaschwili</a>, der Sohn eines georgischen Intellektuellen, hat 18 Jahre in Berlin gewohnt, dann wurde er vom Sowjetischen Geheimdienst nach Tiflis verschleppt. Nach &#252;ber vier Jahrzehnten zog er wieder zur&#252;ck in seine Sprachheimat. Margwelaschwili ist jetzt 81 Jahre alt, er wohnt im Wedding, und als er das erste Mal im Club <em>Monarch</em> am Kottbusser Tor stand, in dieser raumgewordenen Definition des Wortes &#8220;trashig&#8221;, hat er gesagt: &#8220;Tollen Jazzclub habt ihr hier&#8221;.<!--more--></p>
<p>Der <em>Monarch</em>, wo der <a  href="http://www.verbrecherei.de">Verbrecher Verlag </a>seine Autoren lesen l&#228;&#223;t, ist sonst ein Ort, an dem man auf Augenh&#246;he mit der U1 Bier trinkt und an dem sich am Wochenende das Underground-Partyvolk herumdr&#252;ckt. An diesem schw&#252;len Dienstagabend liest Margwelaschwili aus “Der Kantakt”, seinem Metabuch zu “Rheinsberg &#8211; ein Bilderbuch f&#252;r Verliebte”, das er w&#228;hrend seiner Zeit als Rheinsberger Stadtschreiber begann. Margwelaschwili dringt buchst&#228;blich in Kurt Tucholskys Buchwelt ein, er versucht, Kontakt aufzunehmen zu den Hauptfiguren Clairchen und W&#246;lfchen.</p>
<p>Der Gedanke, dass man als Leser in das Schicksal von Buchmenschen eingreifen kann, zieht sich durch Margwelaschwilis Werk, er hat das schon mit Geschichten aus dem Alten Testament gemacht, mit Hannibal Lecter, mit Harry Potter.</p>
<p>Auf der Skalitzer Stra&#223;e rauschen die Autos und rattert die U-Bahn, ein Flaschensammler hebt eilig eine Pfandflasche neben den Glascontainern auf. Drinnen vermischen sich Leser- und Buchwelten, Margwelaschwili steigt immer weiter in sein Buch ein: Er, der Lesergeist, verwandelt sich in einen &#8220;verlesestofflichten Realgeist&#8221;, w&#228;hrend es drau&#223;en zu regnen beginnt.</p>
<p>Im <em>Monarch</em> wird die Luft stickiger und die semantische Dichte h&#246;her, Margwelaschwili hat die Hauptfiguren erreicht und versucht ihnen klarzumachen: Der Leselebensstrom geht im Kreis herum! Er klopft mit dem Zeigefinger auf das Buch. &#220;ber den Hochh&#228;usern zucken jetzt Blitze, die Menschen auf der Stra&#223;e versuchen unter dem Regen durchzurennen.</p>
<p>Irgendwann schaut er auf. Legt den Kopf leicht in den Nacken und lacht. &#8220;Sind Sie mitgegangen?&#8221; prustet er und schaut in die Gesichter, als versuche er darin zu erkennen, wie weit ihm das Publikum in die Buchweltbezirke gefolgt ist. Erst jetzt, als er sein eigenes Buch wieder verl&#228;&#223;t und sich vom Lesergeist wieder in einen Menschen aus Fleisch und Blut verwandelt, und als ihm der Verleger per Handzeichen zu verstehen gegeben hat, dass zwei Stunden Lesung genug sind, nimmt er einen Schluck von seinem Glas Rotwein.</p>
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		<title>Stadt aus Jold</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Feb 2009 11:09:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Preuschoff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a  href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2009%2F02%2Fstadt-aus-jold%2F&#038;text=Stadt+aus+Jold&#038;lang=de&#038;count=horizontal" class="twitter-share-button">Tweet</a></div><p><a  title="Suhrkamp kommt!" href="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/suhrkamp-kommt.gif" class="thickbox no_icon" rel="gallery-431"><img src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/suhrkamp-kommt.gif" alt="Suhrkamp kommt!" width="442" height="473" /></a></p>
<p style="clear: both;">Was wurde im Vorfeld gemunkelt und gezetert. Wie viele Argumente fielen den Frankfurt-Fans nicht ein: Tradition, Kultur, man solle sich nicht so modischen Trends beugen usw. Florian Illies, bekannterma&#223;en ein Freund der Provinz, besserwusste in der ZEIT, <a  href="http://www.zeit.de/2009/07/L-Glosse">&#8220;warum Berlin keine neue Heimat f&#252;r den Suhrkamp Verlag sein kann&#8221;</a>. V&#246;lliger Quatsch. Denn es gibt doch keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, da Frankfurt von seinen maroden Banken nach unten gezogen wird, dieses sinkende Schiff zu verlassen (s. Grafik). Jetzt, so scheint es, wo das goldene Kalb des Casino-Kapitalismus entzaubert und vom Sockel gesto&#223;en ist, kann Berlin, ohne B&#246;rse, nur mit Schulden, auf einmal wieder gl&#228;nzen.</p>
<p>Gut, Suhrkamp wird Frankfurt nicht komplett den R&#252;cken kehren, und in Berlin hatte der Verlag auch vorher schon eine repr&#228;sentative Dependance. Aber mal abgesehen von den guten Argumenten, die tats&#228;chlich f&#252;r Berlin sprechen, und die Ulla Unseld-Berkéwicz heute im FAZ-<a  href="http://www.faz.net/s/RubBE163169B4324E24BA92AAEB5BDEF0DA/Doc~E56F11EDA3D3A45AE825B60F403A1C279~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Interview</a> nochmal Revue passieren l&#228;sst, gibt&#8217;s jetzt erstmal Grund zur Freude. Bittesehr, ungebrochen und lokalpatriotisch! Benjamin! Scholem! Brecht! Weiss! &#8212; allet alte Berliner! Kommen die jetze nich alle  wieder nach Hause? Janz klar: die Stadt wird joldener.</p>
<p><small>Zeichnung: Nikolai Preuschoff. Zu sehen sind (von links nach rechts): Nelly Sachs, Samuel Beckett, Peter Weiss, Hermann Hesse, Walter Benjamin, Thomas Bernhard, Theodor W. Adorno</small></p>
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		<title>Sind wir nicht alle ein bisschen to go (2)?</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Feb 2009 11:01:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne-Dore</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonst noch]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt aus Gold]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a  href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2009%2F02%2Fsind-wir-nicht-alle-ein-bisschen-to-go-2%2F&#038;text=Sind+wir+nicht+alle+ein+bisschen+to+go+%282%29%3F&#038;lang=de&#038;count=horizontal" class="twitter-share-button">Tweet</a></div><p><a  title="coffeecup.jpg" href="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/coffeecup.jpg" class="thickbox no_icon" rel="gallery-413"><img src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/coffeecup.jpg" alt="coffeecup.jpg" /></a>Nochmal zu den Pappbechern des Alltags. Am nettesten hat das ganze to-go-Dings mal die <a  href="http://faz.net">FAZ</a> auf den Punkt gebracht, mit einem Comic, in vier einfachen Bildern:</p>
<p>Bild 1: Mann geht in eine Kaffeebar<br />
Bild 2: Mann in der Kaffeebar, Sprechblase: &#8220;Einmal Coffee to go, bitte!&#8221;<br />
Bild 3: Mann entfernt sich von der Kaffeebar, Gesicht leicht verzogen<br />
Bild 4: Mann entfernt sich noch weiter von der Kaffeebar, Gesicht komplett verzogen, Sprechblase: &#8220;Wenn man nur w&#252;&#223;te, wohin man mit dem Kaffee immer gehen soll.&#8221;</p>
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		<title>Sind wir nicht alle ein bisschen to go?</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jan 2009 09:12:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne-Dore</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Stadt aus Gold]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a  href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.goldmag.de%2F2009%2F01%2Fsind-wir-nicht-alle-ein-bisschen-to-go%2F&#038;text=Sind+wir+nicht+alle+ein+bisschen+to+go%3F&#038;lang=de&#038;count=horizontal" class="twitter-share-button">Tweet</a></div><p><img src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/gold_cof2.jpg" alt="gold_cof2.jpg" />Seit man &#252;berall Kaffee zum Mitnehmen bekommt (jetzt nicht diese geriffelten Plastikbecher, die einem die Finger verbrennen), ist so ein Pappbecher mit Deckel zum Accessoire von Metropolenbewohnern geworden. Tasche &#252;ber der Schulter, Handy am Ohr, andere Hand um den Pappbecher, das signalisiert so etwas wie: Ich bin unterwegs, ich habe zu tun, ich habe es eilig, aber ich lasse mir doch meinen Latte Macchiato nicht entgehen. Ich, mein Leben und mein Kaffee &#8211; wir sind to go.</p>
<p>Neulich habe ich eine Frau gesehen, die um den Hals eine silberne Kette trug, mit einem winzigen baumelnden to-go-Becher dran. Manche tragen ja auch Kreuze um den Hals.</p>
<p>Auch die kleinsten B&#228;cker und entlegensten Cafés versuchen, sich diesem Lebensgef&#252;hl zu &#246;ffnen und h&#228;ngen Schilder ins Schaufenster, damit die Welt sieht, dass sie mittendrin sind:</p>
<ul>
<li><em>Koffie to go</em></li>
<li><em>Cappuschino zum Mitnehmen</em></li>
<li><em>Latte Makkiato to go</em></li>
<li><em>Hier: Kaffée to go</em></li>
<li><em>Cafés zum Mitnehmen</em></li>
<li><em>Kaffee tu go</em></li>
<li><em>Alle Kaffees auch to goh!</em></li>
</ul>
<p><small>Foto: <a  href="http://www.flickr.com/photos/21232564@N06/">cdwaldi</a></small></p>
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