Hier ist Berlin nicht mehr in Ordnung (1)
Es waren etwa 60 leerstehende Quadratmeter, die wir Vorbeiläufer täglich mit unseren Visionen und Hoffnungen füllen konnten. Wir warfen sie durch die schmierigen Schaufenster in den leeren Eckladen Schlesische-/ Falckensteinstraße: Ein neues Café, ein Bäcker, ein Reformhaus? Noch eine Kaffee-Bar? Schön gewesen wäre auch noch einer dieser Läden, die alles gleichzeitig sind, und zusätzlich noch selbstgemachte Marmelade, Postkarten und Haarschnitte verkaufen.
Seit einigen Tagen hängt jetzt ein neues, blendend gelbweißes Schild über dem Laden: “Subway”. Die weltweit zweitgrößte Fastfood-Kette hat sich als Trittbrettfahrer ins Fahrwasser der weltweit größten (McDonalds) gehängt und zieht still und leise in den Wrangelkiez. Die Chickenteriyakisierung wird bisher erstaunlich indifferent aufgenommen. Den ganzen Beitrag lesen »
…so erklärt es der Augenarzt in einer alten
Rückblickend auf die jüngste Berliner Stadtentwicklung wird man vielleicht einmal sagen: “Und dann war Neukölln offen”. Der einst schützende Mythos vom Junkie- und Assi-Bezirk taugte nur noch als netter Witz, und die lange jede “Gentrifizierung” abwehrenden Wälle entlang des Maybachufers und Kottbusser Damms jagten bald niemanden mehr Ehrfurcht ein; spätestens seit das Unwort von “Kreuzkölln” die Runde machte. Gierig und von allen Seiten stürzten sie sich auf den einst so hermetischen Sonderbezirk, der trotz oder gerade wegen Rütli, Kampfhunddichte und Hasenheide plötzlich zum “aufregendsten Bezirk der Hauptstadt” geworden war.
Berlins Knotenpunkt der schlechten Laune liegt am U-Bahnhof Kleistpark. Oben, am Ausgang Grunewaldstr./Potsdamer Str., in einem Gebäude der BVG hinter hohem Zaun, bündeln sich die obermiesen Stimmungen zweier Gruppen.
Wer den Berliner S+U-Bahn-Plan bereits auswendig beherrscht, für den gibt es neue Unterhaltung beim Ruckelzugfahren: Die
An der äußersten westlichen Peripherie Berlins, nahe des Funkturms (oder “
Über den letzten Winter mit seinen milden Temperaturen, niedrigen Heizkostenrechnungen, Arbeitslosenzahlen usw. ist ja schon viel geschrieben worden. Nicht aber über seine Touristen. Touristen? Ja, denn die strömen nicht nur immer zahlreicher, sondern in diesem Jahr auch deutlich früher nach Berlin. Daraus soll jetzt keine neue Bauernregel abgeleitet werden (“Kommt der Touri schon im Märzen, war der Winter zu verschmerzen”). Aber man fragt sich doch, was die Besucher so in die Stadt zieht. Also z.B., was sie über Berlin so lesen. Oder lesen müssen.