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		<title>&#8220;Sein bisher pers&#246;nlichstes Werk&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 19:29:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goldmag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><em>Ein Gastbeitrag von Jasper Nicolaisen</em></p>
<p><img class="alignleft" title="Dietmar Dath Sie schl&#228;ft" src="http://www.edition-phantasia.de/grafik/cover/9783937897363.jpg" alt="" width="195" height="294" />„<em>Sie schl&#228;ft</em> ist Dietmar Daths bisher pers&#246;nlichstes Werk“, schrieb der Rezensent. Das war gleich doppelt beh&#228;mmert; einmal so f&#252;r sich genommen als uns&#228;gliche Floskel und dann auch literaturdings, theoretisch. Es war schlie&#223;lich auch nach der Revolution am Ende der Geschichte nicht de rigeur, die Person des Autors in die Werkbetrachtung mit einzubeziehen. Im Gegenteil, heute weniger denn je. M&#252;de ironischer Realismus stand im Tausendjahresplan, immer von Bedeutung, nie von Konsequenz, razinkel, razunkel, razoing.</p>
<p>Aber da war der Dath ja immer ein unsicherer Kandidat gewesen. Hatte auf den letzten Metern der Geschichte noch rumgem&#246;hrt von wegen Marxismus und Heavy Metal, und dann, als die neu vereinten Sozial-Liberal-Christbaumgr&#252;nen die Revolution &#252;ber die B&#252;hne gebracht hatten, war&#8217;s ihm auch wieder nicht recht gewesen. Hatte sich sang- und klanglos abgesetzt,  in Alaska Milit&#228;reinrichtungen gekapert, sich genetisch zum Nasenb&#228;ren aufpimpen lassen und zwischen Orgien in Israel und Kunstgemache im Kammerflimmer-Land auf irgendwie alles geschimpft.</p>
<p>Und jetzt das neue Buch: &#220;berraschung, ganz anders. Der bekannte Dath-Sound, okay. Aber fast von Anfang an war es ein &#252;beraus komisches Buch, <!--more-->das sich z.B. &#252;ber die weltweit geachteten Kultur- und Medienschaffenden des Deutschland sehr lustig machte, indem es best&#228;ndig so tat, als k&#246;nnten sie gar nicht richtig deutsch oder &#252;berhaupt irgendwie sprechen (denken? handeln?). Ein &#228;lterer Kollege hatte dem Rezensenten gesteckt, das sei von einem gewissen Eckhard Henscheid inspiriert; dessen Figur des „Kerzenh&#228;ndlers Lattern“ spuke da „durch jeden geistverachtenden Wortschwall“, so der Kollege. Lustig w&#228;re es aber auch so gewesen, ohne den Henscheid-Background, nichts Elit&#228;res. Soweit also unbedenklich.</p>
<p>Nur, zweitens, und das wog schwerer, war dieser neue Dath auch eine waschechte Liebesgeschichte. Die Hauptfigur des kleinen Buches, ein  Deutscher indischer Herkunft namens Ramji Iwein, arbeitete, von lauter Schwulen und Lesben umgeben, in einem hochalternativen Filmdings, Museum, Online-Irgendwas, das aus undurchsichtigen Gr&#252;nden nie Geld hatte. Schon das schmeckte irgendwie konterrevolution&#228;r, fand der Rezensent, Dath schien ungeheuerlicherweise andeuten zu wollen, dass diese Randexistenzen im weltoffenen Herzen des alten Europa nicht vollkommen willkommen w&#228;ren. Aber es waren keine Skinheads oder ungen&#252;gend integrierte Zuwanderer, die sie verkloppten, sondern ganz normale Leute. Dass eine Kultureinrichtung kein Geld haben sollte, das war nat&#252;rlich angesichts der Vollverstaatlichung der Kulturbetriebe durch die  Gr&#246;&#223;te Koalition aller Zeiten (Gr&#246;KoZ) grotesk. Wieder mal eine dieser geistreichen dath&#8217;schen Schnurren, freute sich der Rezensent. Aber zur&#252;ck zur Liebesgeschichte, der h&#246;chst bedenklichen.</p>
<p>Dieser Ramji Iwein verliebt, nein, verknallt sich, verf&#228;llt, vergeht fast vor einer Frau, und es ist wie Oper, nur noch sch&#246;ner und schrecklicher. Das ganze Leben dieser beiden Menschen ist in Frage gestellt, es gibt Mann und Kind bei der Frau, es gibt gutes Herz bei Ramji, und doch k&#246;nnen sie nicht voneinander lassen. Der Rezensent bl&#228;tterte heimlich in den neusten „Empfehlungen f&#252;r ordnungsgem&#228;&#223; mittelm&#228;&#223;iges Kulturschaffen“ der Gr&#246;KoZ nach, ob so was in zeitgen&#246;ssischen B&#252;chern eigentlich erlaubt war. War es nat&#252;rlich nicht. Einfach die Liebe als etwas schildern, was einem ungefragt ins Leben knallt, alles vollkommen ergreift, ungewiss macht und neu. Und wo man  gar nicht wei&#223;, wohin jetzt und was das soll und ob man sich von dem alten Partner trennen soll oder nicht oder ewiges Dreieck und ob man eifers&#252;chtig sein soll. Man wei&#223; nur: Es geht nicht ohne einander, man muss die Rede erg&#228;nzen und per Hautkontakt in gro&#223;e Geheimnisse vordringen, die die Sprache sprengen und als Seufzen und s&#252;&#223;esten Unsinn zur&#252;ck lassen.</p>
<p>Der Rezensent kratzte sich am Kopf. Unverst&#228;ndlich. Zumal sich die Frau dann auch noch als diejenige entpuppte, die die ganze Romanwelt tr&#228;umte, inklusive sich selbst, denn wenn sie nicht vork&#228;me, w&#252;rde sie ja nicht wirklich alles tr&#228;umen. Klar. Logisch <em>Dathman</em>. &#196;u&#223;erst sehr gar nicht ging es dieses Mal um alles, worum es sonst bei Dath immer ging (Marx und die Welt, gro&#223;es Ganzes an und f&#252;r sich, Buffy), nur um Film ziemlich viel. Im Zusammenhang mit Frau/Liebe auch darum, warum und wof&#252;r man diese ganze Kunst eigentlich produziert. Auch darauf war die Antwort erwartbar unkorrekt, aus Liebe n&#228;mlich, so der Dath des Buches. Weil er aber schlie&#223;lich der Dath war und blieb, <em>le</em> Dath, <em>el</em> Datho, ging es dann doch noch ansatzweise um Hirnforschung, Tr&#228;umen, Bilder vs. Sprache, ein bisschen griechische und indische Mythologie, Kunst und Schaffensprozesse und die Natur der Realit&#228;t, also ziemlich niedrig geh&#228;ngt, vergleichsweise. Blieb auch mehr Zeit f&#252;r die durch und durch verbotene Liebesgeschichte, was dem Buch, fand der Rezensent heimlich, schrieb es aber nicht, eigentlich auch ganz gut tat.</p>
<p>Irgendwie hatte er den Eindruck, dass  es trotz oder wegen der Abwesenheit fast aller dath´scher Lieblingsthemen diesmal immer nur um Dath selbst ging. Der hatte in verschiedenen Kassibern &#252;ber das Pheromonnetz verlauten lassen, er habe eine schwierige Zeit hinter sich gebracht, beruflich und privat, und der Rezensent spekulierte versonnen, ob jemand Tolles vielleicht die Kunstgaben des Dath nicht hatte annehmen wollen, dass der sich so wunderzarte und brachiale Liebestrouble aus dem Herz rei&#223;en musste. Nur schreiben durfte man das nicht, wussten die Gr&#246;KoZ-Richtlinien, denn Autoren gab es ja gar nicht mehr, nur noch Texte. Zur gro&#223;en Freude des Rezensenten hatte sich aber der Dath, Tr&#228;umer der Tr&#228;umerin, selbst ins Buch geschrieben, als DER Dietmar Dath, alberner Besserwisser und Feuilletonhecht, ewig nervender Marxologe und Lakai finsterer Mogule. Und damit war der strenge Textbezug ja wieder vollrohr gegeben, fand der Rezensent, und schrieb frohgemut-verzottelt, dies sei Daths bisher pers&#246;nlichstes Werk.</p>
<p><small>Dietmar Dath: <em>„Sie schl&#228;ft“</em>, Edition Phantasia 2009, 256 Seiten, 20,&#8211; Euro</small></p>
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		<title>&#8220;Kanikōsen&#8221; &#8212; japanische Arbeiterliteratur auf der Berlinale</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 21:29:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Preuschoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literarische Dinge]]></category>
		<category><![CDATA[Sammeln & Seltenes]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Im &#8220;Forum&#8221; der heute zu Ende gegangenen Berlinale lief die Neuverfilmung eines Klassikers der japanischen Arbeiterliteratur: Takiji Kobayashis <em>Krabbenfischer</em>, von 1929.</p>
<p><a href="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/Takiji-Kobayashi.jpg"    class="thickbox noicon" rel="gallery-3354" title="Takiji Kobayashi"><img class="alignleft size-full wp-image-3356" title="Takiji Kobayashi" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/Takiji-Kobayashi.jpg" alt="" width="216" height="361" /></a>Wie oft passiert das schon: Ein Buch wird zum Bestseller, 80 Jahre nach der Erstver&#246;ffentlichung. So geschehen mit Takiji Kobayashis <em>Kanikōsen</em> (dt.: <em>Krabbenfischer).</em> In der grassierenden Wirtschaftskrise des Jahres 2008 war Kobayashis Revolutions-Parabel pl&#246;tzlich so gefragt wie nie. Mit ausgel&#246;st hatte das sp&#228;te Revival ein Artikel in der  <em><a title="Mainichi Shimbun" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Mainichi_Shimbun">Mainichi Shimbun</a></em> vom 9.  Januar 2008, der Kobayashis Aktualit&#228;t beschwor. Etliche Medien zogen nach, und so wurde ein regelrechter &#8220;Kanikōsen-Boom&#8221; ausgel&#246;st. (Vgl. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kanik%C5%8Dsen" target="_blank">hier.</a>) Bis Mitte 2008 musste die <em>Shinchosha Publishing Company</em> daraufhin unerh&#246;rte 50000 Exemplare der <em>Krabbenfischer</em> nachdrucken, um der Nachfrage gerecht zu werden.</p>
<p>Dieser Erfolgsgeschichte, die sich selbst liest wie eine kleine Revolution, tr&#228;gt nun eine Neuverfilmung von <em>Kanikōsen</em> Rechnung. Nachdem der Roman erstmals 1953 verfilmt und 2006 eine <a href="http://www.seekjapan.jp/article/1638/Kanikosen:++a+proletarian+literature+classic+comes+back+to+life" target="_blank">Manga-Version</a> publiziert wurde, stellte Regisseur Hiroyuki Tanaka, genannt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hiroyuki_Tanaka" target="_blank">Sabu</a>, seine Version Anfang der Woche im &#8220;Forum&#8221; der diesj&#228;hrigen <a href="http://www.arsenal-berlin.de/forum/programm/hauptprogramm/kanikoosen.html" target="_blank">Berlinale</a> vor. (Ein kurzer Trailer findet sich <a href="http://twitchfilm.net/news/2009/02/first-trailer-for-sabus-kanikosen-the-cannery-boat-now-online.php" target="_blank">hier</a>.)</p>
<p>Die somit nun in Berlin angelangte Ereigniskette tangiert unmittelbar eine vor kurzem auf Gold aufgeworfene Frage: Ob in Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise und der stetigen Abnahme klassischer Arbeit wir nicht <a href="http://www.goldmag.de/2009/12/fuer-eine-neue-arbeiterliteratur/" target="_blank">eine neue Arbeiterliteratur</a> br&#228;uchten, und wenn ja, wie diese aussehen und welche Formen diese annehmen k&#246;nnte. In Japan scheint diese Frage bereits beantwortet: <!--more-->Ja! Wir brauchen, und wenn es keine neue Arbeiterliteratur gibt, nehmen wir die alte!</p>
<p>Takiji Kobayashi (1903-1933) gilt als Held der japanischen Arbeiterliteratur, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Proletarische_Literatur" target="_blank"><em>Puroretaria bungaku</em></a>. Seine Revolutionsgeschichte erz&#228;hlt von einer Gruppe Arbeiter, die auf einem Krabbenkutter ausgebeutet und von ihrem Kapit&#228;n sadistisch misshandelt werden. In sowjetischen Gew&#228;ssern (nat&#252;rlich!) organisieren sich die Arbeiter und revoltieren &#8212; mit Erfolg. Sp&#228;ter wird der Aufstand jedoch von Soldaten niedergeschlagen. Kobayashi ist der damals verbotenen Kommunistischen Partei Japans sp&#228;ter selbst, allerdings erst nach Erscheinen der <em>Krabbenfischer</em>, 1931, beigetreten. 1933 wurde er von der Geheimpolizei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tokubetsu_K%C5%8Dt%C5%8D_Keisatsu" target="_blank">Tokkō</a> in eine Falle gelockt, gefoltert und ermordet.</p>
<p>Man kann nur hoffen, dass die bei uns nach wie vor vergriffenen <em>Krabbenfischer</em> (nur von Zeit zu Zeit f&#252;r  &#252;ber 100 Euro bei <a href="http://cgi.ebay.de/Krabbenfischer-Takidji-Kobajaschi-Aus-d-Japan-von-A_W0QQitemZ300362382343QQcmdZViewItemQQssPageNameZRSS:B:SRCH:DE:101" target="_blank">Ebay</a> zu haben) demn&#228;chst neu &#252;bersetzt und herausgegeben werden. Solange muss sich der des japanischen <a href="http://www.aozora.gr.jp/cards/000156/files/1465_16805.html" target="_blank">Originaltextes</a> nicht m&#228;chtige Leser an die deutsche Online-Version halten, die <em>Nemesis, </em>ein sozialistisches Archiv f&#252;r Belletristik, <a href="http://nemesis.marxists.org/kobajaschi-krabbenfischer1.htm" target="_blank">hier</a> bereitstellt. Dort findet sich auch Kobayashis Erz&#228;hlung <em><a href="http://marxists.org/deutsch/archiv/kobayashi/1928/xx/maerz.htm#top" target="_blank">Der 15. M&#228;rz 1928</a></em>, in der &#220;bersetzung eines  deutsch-japanischen Kollektivs von 1931.</p>
<p><small>Foto: Takiji Kobayashi (1903-1933)</small></p>
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		<title>Hegemann/Airen &#8211; Skandal oder normal?</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 14:26:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonst noch]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Unter den vielen, vielen Beitr&#228;gen zu den Plagiatsvorw&#252;rfen gegen&#252;ber Helene Hegemann fand ich vor allem zwei Interviews interessant:</p>
<ul>
<li>Helene Hegeman im Interview <a href="http://www.welt.de/die-welt/kultur/article6312145/Ich-beraube-schonungslos-meine-Freunde-und-mich-selbst.html">bei Welt-Online</a></li>
<li>„Strobo“-Verleger Frank Maleu im Interview <a href="http://www.spreeblick.com/2010/02/08/helene-hegemann-und-airen-interview-mit-strobo-verleger-frank-maleu/">bei Spreeblick</a></li>
</ul>
<p>Beim Lesen sind mir zwei Sachen aufgefallen: Frank Maleu ist alles in allem  sehr entspannt und w&#252;rde gerne „die Kirche im Dorf lassen“. Und Hegemann verzieht sich nicht reuig in die Ecke, sondern verteidigt recht selbstbewusst, warum ihre Art, mit anderer Leute Texten umzugehen, f&#252;r sie selbstverst&#228;ndlich ist (von der fehlenden Quellenangabe einmal abgesehen):</p>
<blockquote><p>Wenn da die komplette Zeit &#252;ber reininterpretiert wird, dass das, was ich geschrieben habe, so ein Stellvertreterroman f&#252;r die Nullerjahre ist, muss auch anerkannt werden, dass der Entstehungsprozess mit diesem Jahrzehnt und den Vorgehensweisen dieses Jahrzehnts zu tun hat, also mit der Abl&#246;sung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess durch das Recht zum Kopieren und zur Transformation.</p></blockquote>
<p>Sollten die beiden Parteien das Thema ohne Anwalt, Textschw&#228;rzungen und b&#246;se Worte regeln, w&#228;re das ein auff&#228;lliger Kontrast zur laufenden Urheberrechtsdebatte, wo manche am liebsten die Verwendung jedes Halbsatzes mit einem Aktenzeichen versehen w&#252;rden.</p>
<p>Die Frage an die <a title="30 Reaktionen zu “F&#252;r eine neue Arbeiterliteratur!”" href="http://www.goldmag.de/2009/12/fuer-eine-neue-arbeiterliteratur/#comments">mitunter erstaunlich diskussionsfreudigen</a> Goldleser: Ist der Fall Hegemann/Airen ein Skandal &#8211; oder eher ganz normal?</p>
<p>Fr&#246;hliches Diskutieren!</p>
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		</item>
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		<title>Berliner Wissenschaftsverlage mit Literatur im Fr&#252;hjahrsprogramm</title>
		<link>http://www.goldmag.de/2010/02/berliner-wissenschaftsverlage-mit-literatur-im-fruehjahrsprogramm/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 17:12:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Preuschoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literaturbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/Alchemist.jpg"    class="thickbox noicon" rel="gallery-2954" title="Alchemist"><img class="alignleft size-full wp-image-3287" title="Alchemist" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/Alchemist.jpg" alt="" width="482" height="320" /></a>Zwei Verlage machen noch keinen Trend, aber bemerkenswert ist es schon: Eine zunehmende Zahl Berliner Wissenschaftsverlage nimmt Belletristik ins Fr&#252;hjahrsprogramm.</p>
<p>Gut, im Falle der popul&#228;rwissenschaftlichen <em><a href="http://berlinuniversitypress.de/">Berlin University Press</a></em> (&#8220;intelligent-leichte Wissenschaftsliteratur&#8221;) ist weniger verwunderlich, dass sie nun mit drei literarischen Titeln herauskommt. Verlags-Chef und ehemaliger Suhrkamp-Lektor Gottfried Honnefelder hat sich einer offenbar gewichtigen Martin Walser-Novelle versichert (<em>Mein Jenseits</em>), und dieser stellt er zwei &#228;hnlich unaufgeregt klingende Debuts an die Seite: das der jungen Mirja Klein, namens <em>Schonung</em>, und das des bereits reiferen Norbert Holl, Titel: <em>Normans Geheimnis.</em></p>
<p><em><a href="http://www.diaphanes.net/scripts/start.php" target="_blank">diaphanes</a></em><em> </em>gibt dagegen bereits seit Herbst 2008 ein kleines literarisches  Programm heraus, das bisher allerdings ausschlie&#223;lich aus &#220;bersetzungen bestand. Mit Angelika Meiers <a href="http://www.diaphanes.de/scripts/buch.php?ID=195" target="_blank"><em>England</em></a> hat der Kreuzberger Verlag, der sonst vor allem mit Ausgaben feingeistiger franz&#246;sischer Theoretiker von sich Reden macht, nun erstmals einen Titel einer deutschsprachigen Autorin im Programm. Dieses soll, wie die diaphanes-Seite ank&#252;ndigt, &#8220;nach und nach zu einer weiteren tragenden S&#228;ule des Verlages werden&#8221;.</p>
<p><small>Foto: <a title="Link  zum Fotostream von Curious Expeditions" rel="dc:creator  cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/curiousexpeditions/">Curious Expeditions</a></small></p>
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		<title>Im Namen des Vaters</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 22:15:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Lüttge</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literaturbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Sonst noch]]></category>
		<category><![CDATA[Diktatoren]]></category>
		<category><![CDATA[Milo Rau]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolae Ceauşescu]]></category>
		<category><![CDATA[verbrecher verlag]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/390px-Nicolae_Ceausescu.jpg"    class="thickbox noicon" rel="gallery-3254" title="390px-Nicolae_Ceausescu"><img class="alignnone size-medium wp-image-3256" title="390px-Nicolae_Ceausescu" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/390px-Nicolae_Ceausescu-195x300.jpg" alt="" width="195" height="300" /></a>Die Schweizer haben es nicht leicht. Erst bauen die Muslime hohe T&#252;rme und singen davon herunter, dann wollen die Deutschen das Geld zur&#252;ck, das andere ihnen geklaut und in der Schweiz versteckt haben, und nun sind auch noch die rum&#228;nischen Diktatorenkinder sauer. Auf  den Schweizer Journalisten und Theatermann Milo Rau.</p>
<p>Denn auch die Nachkommen von Diktatoren haben es nicht leicht. St&#228;ndig treten die in- und ausl&#228;ndischen Gutmenschen auf ihren Ahnen herum; wo sie hinkommen, verbreitet ihr Name Angst und Schrecken (Ausnahmen best&#228;tigen die Regel: Alessandra Mussolini, die nicht nur den Namen, sondern auch die Politik ihres Gro&#223;vaters weiterf&#252;hrt, ist sogar ins EU-Parlament gew&#228;hlt worden); und nicht selten wird er sogar zum Synonym f&#252;r ein Regime von Mord und Verfolgung. Von letzterem hatte der gesch&#228;ftst&#252;chtige Sohn des rum&#228;nischen Diktators Nicolae Ceauşescu die Nase so voll, dass er jetzt seinen Anwalt wegen des St&#252;ckes <em>Die letzten Tage der Ceauşescus</em> von Milo Rau (<a href="http://www.verbrecherei.de" target="_blank">Verbrecher Verlag</a> 2009) eingeschaltet hat.<!--more--></p>
<p>Das Schweizer Fernsehen meldete heute, am Dienstag, den 2. Februar 2010 um 17:22 Uhr:</p>
<blockquote><p>„Die Erben des 1989 gest&#252;rzten und hingerichteten Diktators Nicolae Ceauşescu haben das Bukarester Odeon-Theater wegen der Auff&#252;hrung des Doku-Dramas <em>Die letzten Tage der Ceauşescus</em> verklagt.“</p></blockquote>
<p>Valentin, der Sohn Nicolae Ceauşescus, und sein Schwager verlangen eine Entsch&#228;digung vom Theater, weil es den Begriff „Ceauşescu“ unrechtm&#228;&#223;ig verwendet habe. Den haben die beiden n&#228;mlich schon vor Jahren in Rum&#228;nien als Marke sch&#252;tzen lassen.</p>
<p>Die anderen Kinder, die von ihren Eltern – wenn &#252;berhaupt &#8211; nur den Vornamen eines Diktators bekommen haben, sind emp&#246;rt: „Dies ist der Beweis, dass Unversch&#228;mtheit kein Verfallsdatum hat“, sagte der Vorsitzende des rum&#228;nischen Schriftstellerverbandes, Nicolae Manolescu. Schlie&#223;lich ginge es im St&#252;ck um den Diktator Ceauşescu und nicht um die Marke gleichen Namens. Ceauşescu (Diktator) sei wie „Ludwig XIV. eine historische Figur“ und man k&#246;nne ihn deshalb uneingeschr&#228;nkt zum Thema von Theaterst&#252;cke und Filmen machen, findet der deutsch-rum&#228;nische Filmregisseur Radu Gabrea.</p>
<p>Valentins Anwalt lie&#223; wissen, dass gegen ausl&#228;ndische Theater keine rechtlichen Schritte geplant seien. In der Schweiz, wo das St&#252;ck zur Zeit in mehreren Theatern aufgef&#252;hrt wird, h&#246;rt man das sicher mit Erleichterung. Wenigstens der Anwalt l&#228;sst sie in Ruhe.</p>
<p><small>Bild: </small><small><a href="http://fototeca.iiccr.ro/" target="_blank">Fototeca online a comunismului românesc</a></small><small>, Foto #E594,</small></p>
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		<title>Gefangen im Roggen</title>
		<link>http://www.goldmag.de/2010/01/gefangen-im-roggen/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 22:31:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Lüttge</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literaturbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Fänger im Roggen]]></category>
		<category><![CDATA[J.D. Salinger]]></category>
		<category><![CDATA[Nachruf]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/jds.jpg"    class="thickbox noicon" rel="gallery-3245" title="Penguin Edition J.D. Salinger"><img class="alignnone size-full wp-image-3247" title="Penguin Edition J.D. Salinger" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/jds.jpg" alt="" width="500" height="283" /></a>Als Claude Lévi-Strauss vor drei Monaten im Alter von 100 Jahren starb, <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~EA749B37D6DF94D8983E13D65107335D0~ATpl~Ecommon~Scontent.html%22%3E" target="_blank">n&#246;lte die FAZ</a>, “die Welt von Twitter und Youtube, die sich an Michael Jacksons Tod entflammte, hat den gro&#223;en Anthropologen nicht mehr erreicht.” Unmittelbar nach der heutigen Tagesschau, in der Jerome D. Salingers  Tod verk&#252;ndet wurde, h&#228;ufen sich die deutschen Tweeds dar&#252;ber, schnell steht “RIP JD Salinger” auf dem dritten Platz der popul&#228;rsten Twitterthemen. Auf der Website der FAZ dauert es ein wenig l&#228;nger. Offenbar erfuhr man auch hier erst aus der Tagesschau von Salingers Tod.</p>
<p>Aber es geht nicht um die FAZ, sondern um J.D. Salinger. Um den Autor, der mit <em>Der F&#228;nger im Roggen</em> (engl. <em>The Catcher in the Rye</em>) den Prototyp des Adoleszenzromans geschrieben hat und dessen Buch seit den F&#252;nfziger Jahren fast &#252;berall auf der Welt in den Regalen von Teenagern  steht. Gestern ist er mit 91 Jahren gestorben.<!--more--></p>
<p>Ihn hat die Welt von Twitter und YouTube erreicht, wie es die Popkultur schon l&#228;nger tat. Die Liste der Filme und Songs, die auf das Buch anspielen ist lang, hierzulande haben sich 2008 zuletzt die Berliner Elektroniker Bodi Bill mit ihrem Song <a href="http://www.youtube.com/watch?v=vhGj-Luxh5Y" target="_blank">„I Like Holden Caulfield“</a> zu ihm bekannt. Auch Mark David Chapman, der 1980 John Lennon erschoss, berief sich auf das Buch. Er unterschrieb sogar mit dem Namen des Erz&#228;hlers aus Salingers Roman. 2010 erweist ihm die Blogosph&#228;re virtuell die letzte Ehre und Urban Outfitters verkauft  angeblich schon T-Shirts mit dem Design der Erstausgabe von <em>The Catcher in the Rye</em>.</p>
<p>Nach dem Erfolg vom <em>F&#228;nger im Roggen</em>, dessen deutsche Erstausgabe von Heinrich B&#246;ll &#252;bersetzt wurde und noch auf einer zensierten Ausgabe beruhte, in der das Wort „fuck“ gestrichen worden war, obwohl es nur ein einziges Mal vorkommt und bei Holden den gleichen Ekel hervorruft, den man bei den Zensoren vermutet, floh Salinger bald vor der neu gewonnen Aufmerksamkeit aus New York in die Ein&#246;de von New Hampshire. Ganz verwirklichte er den Traum seines Erz&#228;hlers Holden nicht, sich „irgendwo eine kleine Blockh&#252;tte“ zu bauen und  „keine verdammten, nutzlosen, bl&#246;den Gespr&#228;che mit irgend jemand” f&#252;hren zu m&#252;ssen. Sein gelegentlich als neurotisch beschriebenes Bed&#252;rfnis nach Privatsph&#228;re wurde dort immer wieder durch Gerichtsprozesse gest&#246;rt, die Salinger selbst anstrengte, um Ver&#246;ffentlichungen von Biographien, Verfilmungen seiner B&#252;cher und <a href="http://www.guardian.co.uk/books/2009/may/14/catcher-in-the-rye-sequel" target="_blank">eine angebliche Fortsetzung vom <em>F&#228;nger im Roggen</em></a> zu verhindern.  Je mehr er sich versteckte, desto gr&#246;&#223;er wurde die Neugierde von Journalisten und Lesern und Salinger konnte es nicht verhindern, 1961 auf dem Titelbild des <a href="http://www.time.com/time/covers/0,16641,19610915,00.html" target="_blank">Time Magazins</a> zu landen. B&#252;cher von verflossenen Geliebten und seiner Tochter, die erkennbar von der Bekanntschaft ihrer Autorinnen mit Salinger profitieren,  heizten Ger&#252;chte um Macken und Marotten des Schriftstellers weiter an.</p>
<p>Viele B&#252;cher publizierte Salinger von New Hampshire aus nicht mehr.  Auf den <em>F&#228;nger im Roggen</em> folgten 1953 die <em>Neun Erz&#228;hlungen</em>, die von manchen Kritikern noch h&#246;her gelobt wurden als Salingers Deb&#252;t, <em>Franny und Zooey</em>, die Saga der Famlie Glass, erschien 1961. Salingers letzte Ver&#246;ffentlichungen waren <em>Hebt den Dachbalken hoch, Zimmerleute und Seymour wird vorgestellt</em> (1963) und <em>Hapworth 16, 1924</em> (1965). Aufgeh&#246;rt zu schreiben hat er aber nie, wie in einem seiner seltenen Interviews der New York Times verriet:</p>
<blockquote><p>“Darin, nicht zu ver&#246;ffentlichen, liegt ein wunderbarer Friede. Es ist friedlich. Ver&#246;ffentlichen ist eine f&#252;rchterliche Verletzung meiner Privatsph&#228;re. Ich mag das Schreiben. Ich liebe das Schreiben. Aber ich schreibe nur f&#252;r mich selbst und zu meinem eigenen Vergn&#252;gen.”</p></blockquote>
<p>Salinger bekommt kein &#246;ffentliches Begr&#228;bnis und keinen Trauergottesdienst. Und wer wie der Autor dieser Zeilen das Lesen erst so richtig mit einer Penguinausgabe von <em>The Catcher in the Rye</em> begann, erinnert sich an die Worte Holden Caulfields: &#8220;Who wants flowers when you’re dead? Nobody.&#8221;</p>
<p><small>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/andthenpatterns/">andthenpatterns</a></small></p>
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		<title>Taktvoll Vermischtes</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 16:14:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannes Bajohr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Katrin Marie Mertens Gedichtband <em>Salinenland</em> versammelt gekonnt Klassisches.</p>
<p><img src="http://www.allitera.de/dbfiles/covergross/9783869060798.jpg" alt="Merten, Salinenland" width="160"/>Katrin Marie Mertens Gedichte soll man laut lesen. Die je sechs bis acht Zeilen in ihrem Deb&#252;tband »Salinenland«, mehr sind es meist nicht, stehen auf dem Papier wie die Meldungen unter »Vermischtes« in einer Lokalzeitung, jene lakonischen Marginalien, die Neuigkeiten zusammenfassen, denen nicht zugetraut wurde, genug f&#252;r eine ganze Spalte herzugeben. Es gibt keine Titel, stattdessen sind nur einzelne Satzteile in Kapit&#228;lchen hervorgehoben; sie dienen blo&#223; zur Orientierung und Identifizierung im Inhaltsverzeichnis. Man muss sie laut lesen, damit sich einem ihr Rhythmus erschlie&#223;t, der wichtiger ist als das Marginale ihres Inhalts. Die Musikalit&#228;t, die in diesen wenigen Zeilen liegt, ist bemerkenswert, und zweifellos steckt viel Arbeit in ihnen, die darauf aus gewesen sein muss, immer weiter zu reduzieren, immer mehr von dem abzuschaben, was vielleicht aus der Meldung eine Story und aus den wenigen Zeilen die vollen f&#252;nf Spalten der Seite drei gemacht h&#228;tte.<br />
<!--more--></p>
<blockquote><p><span style="font-variant:small-caps">Im Zimmer streun wir den Zimt aus</span><br />
und warten.<br />
So sa&#223;en wir abends und a&#223;en das D&#246;rrobst,<br />
M&#252;ttern z&#252;ndeten Kerzen an, br&#252;hten den Tee.<br />
So sitzen wir abends an Tischen vor Tassen<br />
und lauschen, denn immer wei&#223; einer die alten<br />
Geschichten, wir lauschen dem Knistern<br />
und streichen einander die H&#228;ute so glatt.</p></blockquote>
<p>Merten beherrscht Metrik und Rhythmus, l&#228;sst sich von ihnen aber nie ganz ihr Schreiben vorschreiben. Sie spielt mit den Erwartungen an das Versma&#223;, l&#228;sst eine Folge von locker traben Amphibrachen abrupt ins Straucheln kommen, vermeidet gegl&#252;ckte Reime zugunsten von verfehlten und bringt so eine eigent&#252;mliche Form der Abschweifung zustande, in der Syntax und Semantik sich voneinander verabschieden: W&#228;hrend der Takt der Sprache in eine Richtung fortl&#228;uft, erkundet der Inhalt des Textes seinen Gegenstand in einer anderen Geschwindigkeit. Wo dieses Verfahren gelingt, ist es erstaunlich, verwirrend und auf eine unaufdringliche Weise gro&#223;artig.</p>
<p>»Takt« hei&#223;t auch der dritte Teil des Bandes, aber dieses Bewusstsein der eigenen F&#228;higkeiten steht nicht im Mittelpunkt, so wie der Titel den Gegenstand der Zyklen nur andeutet und nicht vorschreibt. Die anderen vier Teile des Bandes hei&#223;en »Stadt«, »Schlaf«, »Raum« und »Wach«; diese &#220;bertitel sind nicht zwingend, und so wie der letzte als Adjektiv aus der Reihung von Substantiven ausbricht, so k&#246;nnten die Gedichte jedes Teiles gut in andere einbrechen. </p>
<blockquote><p>»Oder sei Katze, / die schleicht und sich leicht schmiegt, gleich / str&#228;ubt, schreite aufrecht und auf / deinen eigenen Linien, komm und geh / lautlos, verrate dich nicht.«
</p></blockquote>
<p>Was nicht hei&#223;en soll, dass egal sei, wovon die Texte handeln. Denn es geht genau um solche auseinanderstrebenden Bewegungen wie die von Inhalt und Form, es geht um Wahrnehmungsfallen, das Problem festzustellen, wo Objekte im Raum beginnen und die eigene Haut endet, um Hoffnungen auf »greifbare Stoffe« und »dass sich etwas f&#252;gt und sich festsetzt, / wie unter den N&#228;geln <span style="font-variant:small-caps">die Reste vom Tag</span>«. Das titelgebende »Salinenland« ist eine bezeichnende Metapher f&#252;r diesen Ort voller flackernder Eindr&#252;cke und schwer feststellbarer Dinge: In einer Saline wird Salz gewonnen, durch verdunsten oder verkochen von Sole; sie ist bereits ein &#220;bergang,  nicht mehr nur Salzwasser und noch nicht Salzkristall, ein reines Zwischenstadium: »<span style="font-variant:small-caps">Etwas bleibt offen am Ende</span>«.</p>
<blockquote><p>»Leise, du kennst / doch die Nachbarn und langsam, du wei&#223;t um das Schallen / in allen Etagen beim schnellen Betreten der Stufen«</p></blockquote>
<p>Mertens Texte haben etwas Klassisches in ihrer Zur&#252;ckhaltung, ihrer reinen Verdichtung und dem Verzicht auf  jene alten Spielereien, mit der die Vertreter der »Lyrik von jetzt« sich voneinander abzuheben versuchen. Sch&#246;n daran ist, dass das Ergebnis nicht konservativ sein muss – sondern einfach gekonnt. Merten verzichtet auf jeglichen revolution&#228;ren Gestus, eben, weil sie es sich leisten kann. Ihre taktvollen Marginalien sind ein &#252;beraus gelungenes Deb&#252;t.</p>
<p>(Ein Wort noch zur Ausgabe: Der Band erscheint in der Lyrikedition 2000, die von Heinz Ludwig Arnold gegr&#252;ndet wurde und schon &#252;ber 150 Titel zu verzeichnet hat. Besonders ist an dieser Reihe aber nicht allein die Auswahl der Autorinnen und Autoren, sondern auch das Erscheinungsmodell: Alle Ausgaben werden im Digitaldruckverfahren erstellt und auf Bestellung produziert – keine Ausgabe wird je vergriffen sein. Vielleicht ist das ein Modell, das zwischen den finanziellen N&#246;ten der Kleinverlage und der technischen Unzul&#228;nglichkeit von eBooks vermitteln k&#246;nnte.)<br />
<em><small><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/287630/" target="_blank">Beitrag &#252;ber die Lyrikedition 2000 im Deutschlandfunk</a></small><br />
</em><br />
<small><a href="http://katrin-marie-merten.de/" target="_blank">Katrin Marie Merten</a>: Salinenland. Gedichte, <a href="http://www.allitera.de/books.php?action=profil&#038;pubhouse=Lyrikedition+2000" target="_blank">Lyrikedition 2000</a>, M&#252;nchen 2009, 80 S., 8,50 Euro.</small></p>
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		<title>Gilles Deleuze: Die neuen Becketts</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 16:20:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannes Bajohr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literarische Dinge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/sqXdAYtsNSw&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/sqXdAYtsNSw&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
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		</item>
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		<title>Orhan Pamuk im Audimax</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 00:25:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Preuschoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonst noch]]></category>

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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/Orhan-Pamuk-Mosse-lecture-2010.jpg"    class="thickbox noicon" rel="gallery-3128" title="Orhan Pamuk Mosse lecture 2010"><img class="alignleft size-full wp-image-3129" title="Orhan Pamuk Mosse lecture 2010" src="http://www.goldmag.de/wp-content/uploads/Orhan-Pamuk-Mosse-lecture-2010.jpg" alt="" width="419" height="294" /></a>Gestern las Orhan Pamuk im Rahmen der Berliner <a href="http://www.mosse-lectures.de/" target="_blank">Mosse-Lectures</a> (&#8220;Dichter und ihre Ortschaften&#8221;) im Audimax der HU. Aber es konnten, wie mir auch aus Kreisen der Gold-Redaktion bekannt ist, nicht alle den Worten des Nobelpreistr&#228;gers lauschen, zumal der Saal bald aus allen N&#228;hten platzte. Und wer wollte sich schon mit einer im Nebenraum installierten Video-Live-Schaltung abspeisen lassen oder sich mit den Sternburg-Pils trinkenden Studenten auf den eilig herbeigeschafften Matratzen l&#252;mmeln (siehe obere Bildmitte)? Daher nun ein kurze Zusammenfassung des Geschehens.</p>
<p>Ich beginne vielleicht mit den drei deutsch-t&#252;rkischen Schulm&#228;dchen, die neben mir sa&#223;en und ganz aufgeregt waren. Sie seien extra aus Tegel und Spandau angereist, erkl&#228;rte eine von ihnen, und ganz entsetzt &#252;ber den hier oben auf der Empore (wohl von den protestierenden Studenten) zur&#252;ckgelassenen M&#252;ll. Sie habe auch schon etwas von Pamuk gelesen, aber auf Deutsch, sagte sie, <!--more-->weil sie das besser spreche als T&#252;rkisch. Alle drei kreischten beinahe auf, als Orhan Pamuk den Saal betrat, und tats&#228;chlich gab es so einen kurzen Star-Moment, w&#228;hrend dem sich die Fotografen und Kameraleute dicht um ihn dr&#228;ngten. Da wurde man schon ein wenig angesteckt von der Euphorie. Leider hatten die M&#228;dchen nicht damit gerechnet, dass Pamuk auf Englisch vortragen w&#252;rde, weshalb sie dann auch fr&#252;her gingen. Das war schon etwas tragisch, da Pamuk anschlie&#223;end, also nach seinem Vortrag mit dem Titel &#8220;What happens to us as we read novels?&#8221;, dann tats&#228;chlich noch einige Seiten aus seinem j&#252;ngsten Buch <em><a href="http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-446-23061-3" target="_blank">Das Museum der Unschuld</a></em> auf T&#252;rkisch vorgelesen h&#228;tte.</p>
<p>Nach einer Reihe von obligatorischen Vorreden (HU-Pr&#228;sident Christoph Markschies, einer Gesandten R&#228;tin der us-amerikanischen Botschaft sowie Mosse-Lecture-Mitorganisator Joseph Vogl) fasste sich Andreas Huyssen (Columbia University, links oben im Bild) mit seiner Einleitung recht kurz und verwies, neben ein paar pers&#246;nlichen Bemerkungen darauf, dass man &#252;ber den Nobelpreistr&#228;ger auch alles im Internet f&#228;nde. (Was nat&#252;rlich <a href="http://www.google.de/search?q=Orhan+Pamuk&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;aq=t&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a" target="_blank">stimmt</a>.) Pamuks Vortrag handelte dann, wie gesagt, weniger von &#8220;Ortschaften&#8221; wie Istanbul oder New York (wo er das <em>Museum der Unschuld</em> zuende geschrieben hat), auf die man sicherlich gespannt gewesen w&#228;re, sondern kreiste um eine Art Ph&#228;nomenologie des Lesens, wobei die Aussagen, die Pamuk &#252;ber das Lesen machte, zugleich poetologisch als die eines Autors &#252;ber sein Schreiben zu verstehen waren.</p>
<p>Um es kurz zusammenzufassen: Es ging um so konservative Anschauungen wie die vom Zusammenhang von Romane-Lesen und Tr&#228;umen, das &#220;bersetzen von W&#246;rtern in Bilder, das Buch als Landschaftsbild, in das man eintreten k&#246;nne, die Bedeutung des Bildungsromans und die Unterschiede des &#8220;naiven&#8221; und des &#8220;reflektierten&#8221; Lesens (mit dem Pendant des &#8220;naiven&#8221; und &#8220;reflektierten&#8221; Schreibens), die Pamuk sich aus Schillers Abhandlung <em>&#220;ber naive und sentimentalische Dichtung</em> lieh. Die Folgerung lautete, dass der Romancier, also er, Pamuk, beides k&#246;nnen m&#252;sse, die naive wie die reflektierende Herangehensweise, weil er wolle, dass auch ungebildete Leser seine B&#252;cher verstehen. Dass jeder gute Roman ein geheimes Zentrum (&#8220;secret center&#8221;) habe. Und dass Tolstois <em>Anna Karenina</em> das beste Buch auf Erden sei. Diese Einfachheit und Schlichtheit (am Ende z&#228;hlte er unter der &#220;berschrift &#8220;reading a novel means…&#8221; genau acht Punkte auf) war wohl das Gewinnende an Pamuks Vortrag; weshalb auch das &#8220;konservativ&#8221; oben gar nicht negativ gemeint sein sollte. Gerade weil Pamuk von Dingen sprach, bei denen man in den meisten germanistischen Proseminaren wohl m&#252;de abgwunken h&#228;tte, diese dann aber doch klar und &#252;berzeugt-&#252;berzeugend anbrachte, dass man sich &#8212; f&#252;r einen Moment &#8212; zur&#252;cklehnen konnte und sagen: &#8220;Ah ja, so ist es.&#8221;</p>
<p>Weitere Fotos und einen Veranstaltungsbericht auf T&#252;rkisch gibt es <a href="http://ha-ber.net/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=6281&amp;Itemid=0" target="_blank">hier</a>.</p>
<p><small>Foto: N.P.</small></p>
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		<item>
		<title>Verlorene Stadt J&#228;ger</title>
		<link>http://www.goldmag.de/2010/01/verlorene-stadt-jaeger/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 21:23:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Duszat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filmerzählungen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wer postapokalyptische Filme mag, war heute bei Pro Sieben wieder an der richtigen Adresse. Denn es wurde der Film »Lost City Raiders« gesendet, und der geht, in einfachen Worten nacherz&#228;hlt, so:</p>
<p>2048. Die halbe Erde ist wegen Klimakatastrophe &#252;berflutet, und das Wasser steigt weiter. John und seine Stiefs&#246;hne Jack und Thomas verdienen ihr Geld damit, Artefakte aus versunkenen St&#228;dten zu bergen. In den Ruinen von Los Angeles findet Jack beim Tauchen ein wichtiges Buch, in dem etwas zur Rettung der Welt steht, und wird dabei fast von einem Mutantenhai gefressen.<!--more--></p>
<p>Das Buch offenbart, dass ein Szepter zur Rettung der Welt im versunkenen Teil des Vatikans versteckt sein soll. John und Jack steigen mit dem Segen des Kardinals Michael Mendl in die fraglichen Ruinen ein. Dort entschl&#252;ssen sie lateinische Inschriften, verbrennen zuerst beinahe und ertrinken dann fast. Am Ende k&#246;nnen sie die gesuchte Kiste gl&#252;cklich bergen. Dabei werden sie von einem geheimnisvollen Dunkelmann durch eine Kamera beobachtet.</p>
<p>Zur&#252;ck in Neu-Rom stellt sich heraus, dass das Szepter nicht in der Kiste war, stattdessen aber ein Hinweis, der ins halb untergegangene Dresden f&#252;hrt. Beim Feierabend-Bier stellt sich eine resolute und barbusige Kellnerin vor. Sie hat schon den Angriff eines Mutanten-Kraken &#252;berlebt und will anheuern. Jedoch l&#246;st sie zun&#228;chst nur eine Pr&#252;gelei zwischen den Barbesuchern und den Abenteurern aus.</p>
<p>An einem anderen Ort wird Jacks Exfreundin Johanna B&#228;cker, ebenfalls Abenteurerin und Wissenschaftlerin und auf der Suche nach einer L&#246;sung f&#252;r das Wasserproblem, von dem zwielichtigen Immobiliengiganten Nikolas Filimonov angeheuert, um das gleiche Artefakt zu finden. </p>
<p>In Dresden bergen John und Jack aus dem Grab des Tempelritters Mercadier eine Pergamentrolle, die ihnen aber von Johanna und ihren bewaffneten Kollegen abgeluchst wird. John  wirft kurzentschlossen eine Schockgranate nach den Dieben. Dadurch kann er das Pergament retten, wird jedoch selbst von einer Steinplatte erschlagen. Jack &#252;bernimmt die wertvolle Beute und kann in einer spannenden Verfolgungsjagd mit einem Motorboot entkommen.</p>
<p>Die Br&#252;der bringen das Pergament zum Kardinal. Von dem erfahren sie, dass das Szepter schon im Alten Testament vorkommt und Moses damit das Meer geteilt hat. Sie erfahren au&#223;erdem, dass Filiminov das Szepter haben will, um die Erde ganz zu &#252;berfluten, damit die Menschen gezwungen sind, sich auf seinen schwimmenden Wohninseln einzuquartieren. Auf dem Pergament steht, dass das Szepter im Grab von Richard L&#246;wenherz ist. </p>
<p>Die Br&#252;der engagieren daraufhin doch noch die Kellnerin als Maschinistin. Sie kann ihnen in einem spannenden Kampf mit ihrem Ex-Arbeitgeber, der mit solchen Sachen dealt, und der ihr als Gegenleistung an die W&#228;sche will, was sie aber verhindern kann, ein n&#246;tiges Ersatzteil f&#252;r ihr Boot besorgen.</p>
<p>Die Filiminov-Leute sind schneller am richtigen Ort. Sie finden das Szepter und versenken danach Johanna in Richards Sarkophag. Jack kann sie jedoch retten, weil er zuf&#228;llig gerade am Tauchen ist, wo seine Exfreundin ihr kaltes Grab finden soll. Zusammen entern die beiden Filiminovs Boot und versuchen, ihm das Szepter wieder abzujagen. Es gelingt ihnen und das Boot versinkt nach einigen actionreichen Ereignissen mitsamt dem Besitzer im Meer. </p>
<p>Jack und Johanna verlieben sich w&#228;hrenddessen neu ineinander, und auch zwischen Thomas und der Kellnerin funkt es. Das neu gebildete Vierer-Team begibt sich, nachdem sie sich ein vielsagendes Hologramm, das aus dem Szepter herausgekommen ist, angesehen haben, und aufgrund kluger &#220;berlegungen von Johanna zu einem elektromagnetischen Konvergenzpunkt bei St. Etienne. Dort &#246;ffnet sich ihnen, mit dem Szepter als Schl&#252;ssel, eine gigantische unterirdische Vorrichtung. Verfolgt werden sie jedoch von einem fanatischen Priester, der eine neue Sintflut einleiten will.</p>
<p>Dieser wahnsinnige Apokalyptiker verhindert den gl&#252;cklichen Ausgang der Geschichte beinahe. Aber Jack besiegt ihn in einem spannenden Kampf Mann gegen Mann und kann mit dem Szepter die Maschine aktivieren. Sie &#246;ffnet, in einer gro&#223;en Gasexplosion, die alle vier Helden &#252;berleben, ein sehr gro&#223;es Loch im Boden, in das das &#252;bersch&#252;ssige Wasser hinein flie&#223;en kann. Damit ist die Welt gerettet, wor&#252;ber sich alle bei einem Glas Champagner freuen.</p>
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